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21. März
Internationaler Tag des Waldes

Österreichischer Baum des Jahres 

Jedes Jahr mit Einzug des Frühlings wird dem Wald ganz besondere Aufmerksamkeit zuteil, denn er wird mit dem Internationalen Tag des Waldes gefeiert. Seit den 1970er Jahren etablierte die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) den 21. März als den Internationen Tag des Waldes, um ein Zeichen gegen die globale Entwaldung zu setzen. Seither wird dieser Tag jährlich gefeiert, um über die Bedeutung der Wälder zu informieren und ihre Leistungen für Mensch und Umwelt anzuerkennen. Die Botschaft dieses Waldtages lautet seit 1971 „die Wälder zu schützen und nachhaltig zu nutzen“. Und so wird auch jedes Jahr unter ein ganz spezielles Motto gestellt.

Ein besonderes Highlight am Internationalen Tag des Waldes stellt die jährliche Wahl des österreichischen Baum des Jahres dar. Dieser wird vom BMLRT (Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus) und dem Kuratorium Wald präsentiert. So werden diese Riesen der Natur geehrt und auf ihren starken und positiven Einfluss aufmerksam gemacht.

Wussten sie, dass jährlich rund 25 Mio. Bäume von den Familienwaldbetrieben gepflanzt werden? Unser Waldwissen zum Internationalen Tag des Waldes hält noch weitere spannende und auch überraschende Fakten für sie bereit.

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2022 – Motto:

Wälder und nachhaltige Produktion und nachhaltiger Verbrauch

Für Millionen von Menschen auf der ganzen Welt sorgt Holz für sauberes Trinkwasser, Nahrung und Unterkunft – aber Holz kann noch viel mehr und ist eine erneuerbare Ressource, wenn die Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden. (Quelle FAO)

Österreichs Wälder werden seit vielen Generationen nachhaltig bewirtschaftet und die Waldfläche nimmt seit Jahrzehnten stetig zu. Mit dem Holz aus heimischen Wäldern können energieintensive und somit klimaschädliche Bau- und Brennstoffe ersetzt und dabei der Ausstoß weiterer klimaschädlicher Emissionen aus fossilen Lagerstätten vermieden werden. Die nachhaltige und multifunktionale Waldbewirtschaftung und die Nutzung des heimischen Holzes leisten einen aktiven und äußerst wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.

Die wichtigsten Kernbotschaften der FAO zum Motto 2022 lauten:

  • Der Forstsektor bietet mindestens 33 Millionen Menschen einen Arbeitsplatz, und Forstprodukte werden von Milliarden Menschen genutzt.
  • Wälder sind für die Gesundheit des Planeten und das menschliche Wohlergehen unerlässlich.
  • Die nachhaltige Nutzung der Wälder wird uns helfen, zu einer Wirtschaft überzugehen, die auf erneuerbaren, wiederverwendbaren und recycelbaren Materialien basiert.
  • Die Ausweitung der Nutzung von Forsterzeugnissen trägt zur Kohlenstoffneutralität bei.
  • Nachhaltiges Holz ist ein wichtiges Material für die Begrünung von Städten.
  • Wälder sind für eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion unerlässlich.
  • Es muss mehr getan werden, um die Entwaldung und die Schädigung der Wälder zu stoppen.
  • Die Wahl von Holzprodukten aus legalen und nachhaltigen Quellen.

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2022 – Rotföhre

Österreichische Baum des Jahres

Die Rotföhre ist ein immergrüner Nadelbaum und wächst auf sehr unterschiedlichen Standorten, moorig genauso wie trocken, felsig oder sandig. Sie kann bis zu 600 Jahre alt werden und einen Stammdurchmesser von bis zu über einem Meter erreichen. Die Rotföhre bietet einer Vielzahl von Insekten, Pilzen und Vögeln Lebensraum und ist auch forstwirtschaftlich ein wichtiger Baum, deren Holz vor allem in der Baubranche gerne verwendet.

Die Rotföhre ist eine Überlebenskünstlerin im Klimawandel, denn sie ist ein stresstoleranter Baum. Obwohl sie sehr konkurrenzschwach anderen Baumarten gegenüber ist, ist sie sehr robust und kommt mit extremen Bedingungen und Standorten gut zurecht. Bei zu großer Hitze und Trockenheit geraten die Bäume mit grober, schuppiger Borke jedoch an ihre Grenzen.

Das Kuratorium Wald kürt 2022 die Rotföhre zum Baum des Jahres. Damit soll besonders auf den „Wald im Klimawandel“ hingewiesen werden.

Kuratorium Wald – Baum des Jahres 2022

2021 – Motto:

Wiederherstellung der Wälder – ein Weg zu Erholung und Wohlbefinden

Die Wälder sind weltweit wesentliche Wirtschafts- und Umweltfaktoren und für viele Menschen Lebensgrundlage und Lebensraum. Knapp die Hälfte der Fläche Österreichs ist mit Wald bedeckt. Die nachhaltige Bewirtschaftung und Pflege und sein Schutz sind die Grundlage zur Sicherung seiner vielfachen Wirkungen betreffend Nutzung, Schutz, Wohlfahrt und Erholung.

Der Wald ist der Erholungsraum für Österreicher:innen und viele verbringen ihre Freizeit im Wald. Denn bereits ein kurzer Aufenthalt im Wald wirkt sich positiv auf die physische, psychische und soziale Gesundheit und auf das Wohlbefinden von uns Menschen aus.

Das Motto 2021 soll die Wichtigkeit der Wiederherstellung der Wälder und Ökosysteme sowie den Beitrag von Wäldern zum menschlichen Wohlergehen kommunizieren.

Dafür hat die FAO diese Kernbotschaften entwickelt:

  • Gesunde Wälder bedeuten gesunde Menschen.
  • Waldnahrung sorgt für eine gesunde Ernährung.
  • Die Wiederherstellung der Wälder wird unsere Umwelt verbessern.
  • Eine nachhaltige Forstwirtschaft kann Millionen von grünen Arbeitsplätzen schaffen.
  • Es ist möglich, degradierte Flächen in großem Maßstab wiederherzustellen.
  • Jeder Baum zählt.
  • Die Einbindung und Befähigung der Menschen zur nachhaltigen Nutzung der Wälder ist ein wichtiger Schritt zu einem positiven Wandel.
  • Wir können uns von unserer planetarischen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Krise erholen. Lassen Sie uns den Planeten noch in diesem Jahrzehnt wiederherstellen. (Quelle FAO)

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2021 – Linde(n)

Österreichische Baum des Jahres

Den heimischen Sommer- und Winterlinden kommt schon seit Jahrtausenden eine zentrale Rolle als Baum der Gemeinschaft zu. In Mitteleuropa kommen Linden häufig in Mythen und Sagen vor. So in den Nibelungensagen, wo ein Lindenblatt zwischen den Schulterblättern Siegfrieds seine Unsterblichkeit verhindert. Oft war eine Linde am Dorfplatz der Ort des Zusammenkommens und des Gemeinschaftslebens.

Mit der Auswahl der Linde zum Baum des Jahres 2021 wurde somit die Wichtigkeit des Zusammenhaltes in unserer Gesellschaft in schwierigen Zeiten unterstrichen und mit der Linde als Baum der Regionen auch auf den Wert der Artenvielfalt im Waldland Österreich hingewiesen.

Kuratorium Wald – Baum des Jahres 2021 (PDF)

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2020 – Motto:

Wälder und Biodiversität: Zu wertvoll, um sie zu verlieren

Wälder sind für die biologische Vielfalt von entscheidender Bedeutung, denn sie bieten 80 Prozent aller Landlebewesen ein Zuhause. In Österreich ist der Wald Heimat für über 67.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Die naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder hat in Österreich diesen Schatz über viele Generationen bewahrt. Jedoch sind auch hierzulande über 4.000 Arten durch Umwelteinflüsse, Klimakrise und Flächenverbrauch durch den Menschenmassiv unter Druck geraten.

Weltweit gehen Jahr für Jahr Millionen von Hektar Wald verloren. Das stellt eine massive Bedrohung für die biologische Vielfalt dar.

Darum hat die FAO zum Internationalen Tag des Baumes 2020 für das Motto „Wälder und Biodiversität“ diese 5 Kernbotschaften entwickelt:

  • Die Wälder beherbergen etwa 80 % der weltweiten Artenvielfalt auf dem Land.
  • Wälder und Waldgebiete bestehen aus über 60.000 Baumarten. Mehr als eine Milliarde Menschen sind für Nahrung, Unterkunft, Energie und Einkommen direkt von den Wäldern abhängig.
  • Die genetische Vielfalt hilft den Wäldern, mit dem Klimawandel und anderen Bedrohungen fertig zu werden.
  • Die biologische Vielfalt ist durch Entwaldung, Waldschädigung und Klimawandel ernsthaft bedroht.
  • Die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und ihre Wiederherstellung sind entscheidend für die Menschen, die biologische Vielfalt und das Klima. (Quelle FAO)

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2020 – Erle

Österreichische Baum des Jahres Erle

Erlen sind Laubbäume und gehören zu den Birkengewächsen. Weltweit gibt es 35 verschiedene Erlernarten. In Österreich sind drei Erlenarten heimisch, die Schwarz-, Grau- und Grünerle.

Die Schwarzerle hat gerne besonders nasse Standorte in Flussnähe. Die Grauerle findet man zwischen 500 und 1400 Höhenmeter bei Fließgewässern, ihre Standortansprüche sind nicht so hoch. Die Grünerle findet man im Gebirge, wo sie auch an feuchten Stellen wächst. Dort trägt sie auch zur Sicherung von Hängen nach Lawinen- oder Murenabgängen bei und kann Rutschungen verhindern.

Kuratorium Wald – Baum des Jahres 2020 (PDF)

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Schon gewusst?

Waldwissen
Zum Internationalen Tag des Waldes

Österreich ist eines der waldreichen Länder in der Europäischen Union und ist zu rund 48 % mit Wald bedeckt, die Waldfläche entspricht 4.02 Mio. ha.

  • Die Waldfläche hat seit 1961 um 330.000 ha zugenommen und Österreichs Wald wächst um ca. 3.400 ha pro Jahr. Das entspricht rund 13 Fußballfeldern pro Tag.
  • Der Ertragswald (ohne Schutzwald außer Ertrag) hat eine Fläche von 3.34 Mio. ha. Darauf stehen rund 3.5 Mrd. Bäume.
  • Die häufigsten Baumarten auf die Fläche bezogen sind Fichte, Buche, Lärche, Kiefer, Tanne und Eiche.
  • 82 % der Waldfläche sind im Privatbesitz und 99 % der Waldbesitzer fallen in die Kategorie Kleinwald (unter 200 ha), 85 % haben weniger als 20 ha.
  • Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft erwirtschaften eine direkte Bruttowertschöpfung von 11.3 Milliarden Euro und stehen damit für einen Anteil von 3.2 Prozent der gesamten österreichischen Wirtschaftsleistung. Entlang der Wertschöpfungskette Forst- und Holzwirtschaft werden damit 300.000 Arbeitsplätze gesichert.
  • Jährlich werden rund 25 Mio. Bäume von den Familienwaldbetrieben gepflanzt.
  • Der Holzvorrat in Österreich beträgt 1.173 Mio. Vorratsfestmeter (Vfm) und jährlich wachsen rund 30 Mio. Vfm zu. Genutzt werden rund 26 Mio. Vfm, rund 88 % des Zuwachses.
  • Ein Drittel des jährlichen Holzzuwachses genügt, um alle Gebäude in Holz zu bauen.
  • Ein Einfamilienhaus aus Holz bindet rund 40 Tonnen CO2. (Das entspricht dem CO2-Ausstoß eines PKW in 26 Jahren)
  • 1 m³ verbautes Holz erspart der Atmosphäre rund 2 Tonnen CO2 und 1 m³ energetisch verwertetes Holz ersetzt rund 200 Liter Erdöl.

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Der Wald ist unsere Klimachance

Der Wald ist selbst klimaregulierend und ausgleichend. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, den Wald in seiner Fläche und seinem Bestand zu erhalten. Um Fläche und Funktion des Waldes voll zu erhalten, muss der Wald klimafit werden. Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung steigert die CO2-Aufnahme des Waldes und sichert die Verfügbarkeit von Holz auch für die zukünftigen Generationen.

Holz ist bereits jetzt der wichtigste erneuerbare Energieträger für Wärmeenergie und hat ein großes Potential, fossile Rohstoffe zu ersetzen. Der Ersatz von fossilen Rohstoffen durch Holz hat den größten Effekt auf die Klimabilanz und kann einen wichtigen Beitrag zur Klimaneutralität leisten.

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Rechte & Produktion

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