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Was versteht man unter dem Begriff Klimakrise?

Das Klima ändert sich und hat massive Auswirkungen auf den Wald

Die Klimakrise ist eine vom Menschen verursachte Veränderung der Klimaverhältnisse, die sich in der Erdgeschichte in nie dagewesener Geschwindigkeit abzeichnet und die Gefahr läuft, die Ökosysteme und damit auch den Wald aus dem Gleichgewicht zu bringen.

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Was ändert sich?

Temperatur

Ein wesentlicher Faktor der Klimakrise ist die Erhöhung der durchschnittlichen Temperatur der Atmosphäre. Dabei sind große regionale Unterschiede möglich. Es wird Zonen geben, deren Temperaturen deutlich höher liegen können als aktuell, wie etwa für den Mittelmeerraum prognostiziert und Gebiete mit einem markanten Temperaturrückgang, wie Skandinavien durch die Schwächung des Golfstroms.

Mit dem Pariser Klimaabkommen wurde als Ziel formuliert, dass die Erwärmung 1.5 bzw. 2 °C nicht überschreiten darf. Selbst das stellt einen ungeheuren Stressfaktor für den Wald und die Bäume dar. Man geht aber derzeit davon aus, dass damit zwar massive Veränderungen einhergehen, aber ein globales Gleichgewicht erhalten werden kann.

Allerdings können die Ziele nur dann eingehalten werden, wenn massive Maßnahmen und vor allem die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen und Rohstoffe schnell und effizient geschehen. Selbst dann ist es fraglich, ob sich die Klimaveränderung in diesen Grenzen bewegen wird.

Erwärmt sich die Atmosphäre mehr als 2° C werden die Auswirkung derart dramatisch, dass genaue Vorhersagen kaum möglich sind. Es besteht damit auch die akute Gefahr, dass das Gleichgewicht vieler Systeme kippt, eine Eskalationsspirale entsteht und sich die Abläufe in der Welt vollkommen neu ordnen.

Trockenheit und Hitzeperioden

Ein großer Stressfaktor, im Speziellen für den österreichischen Wald, sind Trockenheit und längere Hitzeperioden im Sommer, wie wir sie durch den Klimawandel immer häufiger und länger andauernd beobachten müssen.

Der Wald und besonders die Baumart Fichte werden durch Hitze und Trockenheit gestresst und in ihrer Gesundheit beeinträchtig. Dies kann so weit gehen, dass die Bäume daran zugrunde gehen, wie das in Teilen Österreichs bereits geschehen ist. Die Schwächung macht die Bäume auch anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. So kommt es immer öfter und massiver zu Massenentwicklungen von Borkenkäfern, die ganze Waldgebiete vernichten können. Diese sind dann auch eine Bedrohung für angrenzende Waldgebiete.

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Extreme Wetterereignisse

Wir sind in Österreich neben steigenden Temperaturen und Trockenperioden mit immer häufigeren, heftiger werdenden Wetterereignissen konfrontiert. Gewitter und Sturmereignisse gewinnen an Intensität und Zerstörungskraft. Schäden durch Wind, Hagel, Starkregen, Eisregen und extremen Schneefall werden massiver und großflächiger.

Es entstehen große Schadholzflächen, die wiederum durch Schädlingsvermehrung eine Gefahr für noch intakte Waldgebiete werden können. Zudem können die Waldfunktionen auf Schadflächen nur teilweise oder unzureichend erfüllt werden. Insbesondere die Erholungswirkung aber auch die Schutzwirkung sind in Mitleidenschaft gezogen und können massive Auswirkungen durch Naturgefahren nicht mehr ausreichend abschwächen. Wenn der Wald geschädigt ist, nimmt die Gefahr von massiveren Überschwemmungen, Muren und Lawinen deutlich zu.

Invasive Arten und neue Krankheiten

Die sich ändernden klimatischen Bedingungen führen dazu, dass bisher sandortfremde Tier- und Pflanzenarten in unsere Regionen einwandern und sich hier ansiedeln können. Eine Reihe mediterraner Tier und Pflanzenarten sind dabei, hier heimisch zu werden. Dies bedeutet zusätzlichen Druck auf die angestammten Arten. Hinzu kommen vom Menschen eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten. Diese sind besonders problematisch, da sie meist keine oder nur wenige natürliche Feinde haben und sich daher unkontrolliert verbreiten können. Dies wirkt sich auf das ökologische Gleichgewicht im Wald aus. Nicht zuletzt begünstigt die Klimaveränderung auch Schädlinge indirekt durch die Schwächung der Bäume.

Eine Schwächung der Bäume macht sie anfälliger gegenüber Krankheiten. So ist in Zukunft mehr noch als bisher mit Krankheitswellen wie das Eschensterben, Lärchenkrebs und Rotfäule zu rechnen.

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Schon gewusst?

Unterschied langsamer Wandel des Klimas und Klimakrise

Der Wald ist ein großer Organismus, er reagiert auf Umwelteinflüsse und passt sich entsprechend an. So ändern sich im Laufe der Zeit langsam Waldzusammensetzung und Waldgesellschaften. Natürliche Änderungen des Klimas erfolgen in Zeiträumen von Jahrhunderten. Artenreiche Wälder können dabei  besser und schneller auf Änderungen reagieren.

 

Geschwindigkeit der Klimakrise ist existenzgefährdend

Das Klima ändert sich aktuell massiv und in Jahrzehnten. Der Wald muss daher mit gezielten Strategien und Maßnahmen aktiv klimafit gemacht werden, wenn er bestehen bleiben soll und weiter seine Wirkung für Mensch, Tier und Natur entfalten soll. Die Folgen eines Verlustes an Waldflächen hätten eine Tragweite, welche kaum abzuschätzen ist und alle Menschen in Österreich betreffen würde. Neben der Lebensgrundlage hunderttausender Österreicher:innen würden große Gebiete gar nicht mehr besiedelbar sein. Die Auswirkungen auf Erosion und Wasserhaushalt wären katastrophal.

 

Ausmaß der Klimakrise ist ausschlaggebend

Letztlich wird das Ausmaß der Temperaturerhöhung, der Trockenperioden und Extremwetterereignisse entscheidend dafür sein, ob und wie der Wald in Österreich seine für uns so wichtigen Wirkungen in Zukunft auch weiter erfüllen kann. Die Familienwaldbetriebe, Forschungsinstitutionen und Forstwirtschaft arbeiten intensiv zusammen, um den Wald klimafit zu machen. Die Ziele des Pariser Klimaabkommens mit einer Temperaturzunahme von 1.5 bzw. 2° C sind eine absolute Obergrenze. Die bisherigen Änderungen des Klimas wirken sich weltweit bereits dramatisch aus.

Der Klimawandel selbst muss daher in Grenzen gehalten werden. Dies betrifft die gesamte Gesellschaft und die gesamte Wirtschaft. Der Wald und die Holznutzung können bei Erreichung dieses Ziels ein wichtiger Baustein sein.

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