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Waldvernichtung versus Waldbewirtschaftung

Die Vernichtung der Tropenwälder wird leider oft mit Waldwirtschaft verwechselt oder damit in Bezug gesetzt.

Nachhaltige Waldwirtschaft, wie sie in Österreich seit Generationen betrieben wird, sichert aber die Existenz des Waldes und stellt eine Perspektive für eine positive Entwicklung im Umgang mit dem Wald dar .

 

Globale Vernichtung der Wälder

 

Waldbewirtschaftung in Österreich

Wald wird vernichtet

In den Tropenregionen aber auch in anderen Regionen der Welt werden unermesslich große und wertvolle Waldflächen durch Raubbau vernichtet. Dies hat mit Waldbewirtschaftung nichts zu tun, sondern ist das Gegenteil davon. Der Wald wird nicht genutzt, sondern zerstört. Ein Kennzeichen dieser katastrophalen Entwicklung ist die Brandrodung, die nicht nur alles Leben im Wald vernichtet, sondern auch unermessliche Mengen an CO2 freisetzt.

Der Raubbau und seine Methoden wie Brandrodung sind zu verurteilen und einzustellen. Sie vernichten wertvolle natürliche Ressourcen für geringe kurzfristige Wertschöpfung auf Kosten der Natur und der künftigen Generationen.

Wald bleibt Wald
und wird sogar mehr

Die nachhaltige Waldbewirtschaftung, deren Grundlage das Forstgesetz ist, hat als zentrales Ziel, den Wald, seine Fläche und seine Wirkungen zu sichern. Wird Holz aus dem Wald entnommen, dann nur maximal in jenem Umfang, was zuvor zugewachsen ist. Man nutzt also maximal die Zinsen, wenn man so will. Anschließend haben die Waldbesitzer:innen die Verpflichtung, wieder aufzuforsten (vgl. klimafitter Wald) oder die Voraussetzungen für natürliche Verjüngung zu schaffen.

Flächen, die in Österreich als Wald gewidmet sind, unterliegen dem Forstgesetz und sind damit streng nachhaltigen Kriterien der Nutzung unterworfen. Aber auch die Fläche selbst ist durch das Forstgesetz geschützt. Waldflächen können daher nur in Ausnahmeflächen und besonderen Bedingungen umgewidmet werden. Dies geschieht zumeist nur dann, wenn ein öffentliches Interesse überwiegt.

Besitz ist unklar oder nur schwer durchsetzbar

Die größten Probleme und Ursachen der Vernichtung der Tropenwälder sind die unklaren Besitzverhältnisse oder auch die Unmöglichkeit, Besitzansprüche geltend zu machen.

Beides führt zu rechtlichen Problemen und massiven illegalen Aktivitäten. Die Entwicklung entzieht sich damit den Behörden und ist nicht steuerbar. Der Wille, hier einzuschreiten ist von Land zu Land höchst unterschiedlich und stark von der wirtschaftlichen und politischen Situation und Korruptionsindex abhängig.

Ein wichtiger Schritt, den Tropenwald zu schützen, wird daher auch in das Herstellen oder in die Restaurierung der rechtlichen Rahmenbedingungen sein müssen und klare Besitzverhältnisse, Regeln und deren Durchsetzung herzustellen.

Besitz bedeutet Verantwortung

Der Großteil des österreichischen Waldes ist in Privatbesitz. Der Besitz von Wald ist mit Verantwortung verbunden, die auch seit vielen Generationen wahrgenommen wird, allein schon im Sinne des Generationenvertrages. Das Forstgesetz gilt im Übrigen natürlich auch für alle anderen Waldbesitzer wie Kommunen, Länder und den Staat (Bundesforste).

Das Forstgesetz definiert diese Verantwortung, indem die Grundwirkungen des Waldes (Nutzwirkung, Schutzwirkung, Erholungswirkung und Wohlfahrtswirkung) erhalten werden müssen. Damit ist die Nachhaltigkeit als Verantwortung der Waldbesiter:innen festgeschrieben und klar definiert.

In Österreich haben wir damit eine klare rechtliche Grundlage und darüber hinaus ein Rechtssystem, das die Durchsetzung dieser Rahmenbedingungen gewährleistet.

Keine Nachhaltigkeit

Das Tragische im unkontrollierten und völlig aus den Fugen geratenen Raubbaus in den Tropenwäldern ist, dass die Vernichtung des Waldes das Einzige ist, was daran nachhaltig ist. Denn aufgrund der Bodenbeschaffenheit, Witterung und des Klimas sowie der Methoden, wie die der Brandrodung, kann sich der Wald nicht regenerieren. Sogar die Wiederaufforstung ist z. T. enorm schwierig oder unmöglich.

Als Alternative zur Außernutzungstellung könnten Methoden der nachhaltigen Waldbewirtschaftung eine wirtschaftliche Basis bilden und so Motor für den Schutz der Tropenwälder sein. Denn nur bestehende Wälder können langfristig und damit nachhaltig bewirtschaftet werden.
Nachhaltige wirtschaftliche Interessen könnten daher einen effizienten Schutz der Wälder bedeuten.

Nachhaltigkeit als Grundlage

Nachhaltigkeit ist die fundamentale Grundlage der österreichischen Waldbewirtschaftung. Dies macht letztlich ihren nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg aus, von der in Österreich eine starke Branche und mittel- und unmittelbar 300.000 Arbeitsplätze profitieren.

Nachhaltigkeit ist in Österreich aber nicht nur ein Prinzip der Bewirtschaftung, sondern auch mit viel Wissen und Know-how um den Wald und viele Generationen währende Erfahrung verbunden. Dieses Wissen und die Erfahrung sind eine Chance für den Wald in globaler Hinsicht und auch ein Grund, warum Forstexpert:innen aus Österreich international angesehen und hochbegehrt sind.

Die Nachhaltigkeit wird aber nicht nur als reine Mengennachhaltigkeit verstanden (nicht mehr nutzen als zuwächst) sondern basiert auf 3 Säulen:

  • Ökonomische Nachhaltigkeit – nicht mehr nutzen als nachwächst, so bewirtschaften, dass man auch ein Einkommen daraus erzielen kann.
  • Ökologische Nachhaltigkeit: So bewirtschaften, dass der Wald als Lebensraum für Pflanzen und Tiere erhalten bleibt.
  • Soziale Nachhaltigkeit: Hierzu zählen ordentliche Arbeitsbedingungen für die Forstarbeiter, aber auch die Erhaltung der Erholungs- und Wohlfahrtswirkung für die Gesellschaft; auch dass Waldbewirtschafter:innen ein Einkommen erzielen können.

Keine Wiederaufforstung

Gerodeter Tropenwald scheint verloren zu sein. Wiederaufforstung mit Baumsetzlingen findet kaum und nur punktuell statt, und wenn dies geschieht, ist längst großer Schaden durch Erosion und Feuer angerichtet, weil die Aufforstung in zu großem zeitlichen Abstand erfolgt. Der Grund liegt daran, dass die Betriebe und Menschen, die den Wald vernichten, keine Wiederaufforstung machen sondern NGO’s oder nationale und internationale Organisationen. Das Setzen von Bäumen zum Ausgleich von CO2-Emissionen erscheint dabei eine interessante Entwicklung zu sein, allerdings im Umfang maximal ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Die Aufforstung von Wäldern im Zuge nachhaltiger Bewirtschaftung von international zertifizierten Flächen wie z. B. PEFC sind ein kleiner Lichtblick.

Wiederbewaldung als Prinzip

Wald bleibt Wald und muss Wald bleiben. So sieht es das Forstgesetz vor und so wird dies auch in Österreich gelebt.

Dies bedeutet, dass dort wo Wald geerntet wird, die Waldbesitzer:innen systematisch dafür Sorge tragen müssen, dass wieder Bäume wachsen. Der Besatz dieser Flächen kann entweder aktiv durch den Menschen erfolgen  – jährlich werden in Österreich 25 Millionen Bäume durch die Familienwaldbetriebe gepflanzt – oder auch durch die Unterstützung einer natürlichen Verjüngung.

In Summe wächst der Wald in Österreich sogar. Dies ermöglicht eine noch größere Bedeutung der Holznutzung für die Klimaneutralität und den Klimaschutz.

Kaum Zertifizierungen

In Tropenwäldern gibt es kaum zertifizierte Wälder, gemessen an der Gesamtfläche des Waldes. Aber die Flächen an zertifiziertem Wald sind im Wachsen begriffen. Dies ist ein kleiner Lichtblick.

Gelingt es, einen großen Teil des noch bestehenden Tropenwaldes mit PEFC oder FSC zu zertifizieren, und damit kontrollierbare Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Bewirtschaftung zu schaffen, dann wäre dies ein starker Schutz für den Regenwald und vielleicht dessen Rettung. Wichtiger ist jedoch, die Korruption in diesen Ländern zu bekämpfen und die Einhaltung (wenn vorhanden) der Gesetze zu unterstützen.

75 % der Waldfläche sind in Österreich nach PEFC zertifiziert.

In Österreich sind bereits jetzt 75 % der Waldfläche zertifiziert und unterliegen neben dem streng der Nachhaltigkeit verpflichteten Forstgesetz noch zusätzlichen freiwilligen und auch kontrollierten sowie evaluierten Kriterien der Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Ökologie.

Der große Anteil der Zertifizierungen zeigt das große Verantwortungsbewusstsein der Familienwaldbetriebe und den Weitblick der Menschen in Österreich, die mit dem Wald leben und arbeiten.

Damit ist ein guter Grundstein für eine dynamische und aktive Entwicklung der Kuturlandschaft Wald und die Sicherung von Qualität gelegt.

Gefahr für das Klima

Die Entwicklungen in den Tropenwäldern dieser Welt stellen eine massive Gefahr für das Klima, damit für uns alle und auch für den Wald hierzulande, dar.

Dieser Entwicklung muss Einhalt geboten werden. Es gibt Lichtblicke, aber die allgemeine Tendenz zeigt eher eine Verschärfung der Probleme denn eine Verbesserung. Es gilt, die positiven Bestrebungen wie die Waldzertifizierung zu stärken und massiv zu forcieren.

Eine Chance für das Klima

Der Wald in Österreich und dessen Bewirtschaftung sowie die Holznutzung stellen eine Chance für das Klima dar.

Die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes und die Nutzung können ein noch größerer Faktor bei der Erreichung unserer Klimaziele sein. Bereits jetzt ist die Nutzung von Energie aus Holz die wichtigste nachhaltige CO2-neutrale Energieform. Die Nutzung von Holz als Werkstoff und Rohstoff bindet langfristig CO2 und senkt sogar die CO2-Bilanz.

Es gilt, diese Chance jetzt zu nutzen und damit den Weg für künftige Generationen zu bereiten.

Wald, Holz & Klimaschutz

Globale Entwicklung

Eine massive Bedrohung des Klimas in der ganzen Welt

International steht der Wald, insbesondere in den Tropen, massiv unter Druck. Die massive Zerstörung des Amazonas Regenwaldes, aber auch der Tropenwälder in anderen Regionen der Welt, stellt ein großes Problem für das Weltklima und die Biodiversität dar. Diese Entwicklung ist geprägt von kurzsichtigem Raubbau und Regellosigkeit und fehlendem Umweltbewusstsein. Nachhaltige Bewirtschaftung wird kaum betrieben. Viele Aktivitäten sind kaum reguliert, kontrolliert oder gänzlich illegal.

Wir können diese Entwicklung indirekt beeinflussen, indem wir Holz- und Holzprodukte aus diesen Regionen vermeiden und keine Investitionen in Projekte tätigen, denen Wald zum Opfer fällt, wenn das Holz oder die Holzprodukte nicht durch ein glaubwürdiges Zertifikat wie PEFC gekennzeichnet sind.

Jeder kann zur Lösung dieser Problematik beitragen, ohne zu verzichten. Es würde schon reichen, das österreichische Rindersteak auf den Grill zu werfen anstelle eines südamerikanischen. Generell ist der Griff zu österreichischen Produkten, die nicht über den halben Globus erst nach Europa verschifft werden müssen, ein einfacher und unkomplizierter Weg, dem Klima und der Tropenwaldzerstörung zu helfen.

Letztlich kann dieses Problem nur politisch und durch das Vermitteln von Wissen gelöst werden.

Situation in Österreich

So trägt der Wald zum Klimaschutz bei

Der Großteil des österreichischen Waldes ist Kulturlandschaft und damit vom Menschen mitgeprägt. Die Bewirtschaftung des Waldes ist aber, im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt, ausgesprochen nachhaltig. Dies liegt in der langen, viele Generationen währenden Tradition der Forstwirtschaft in Österreich aber auch in der Kleinstrukturiertheit der Besitzverhältnisse und dem engen Bezug der vielen Familienwaldbetriebe (mehr als 140.000!) zum Wald.

Aus diesem Grund stellt der Wald in Österreich eine besondere Chance für die Zukunft dar. Denn in der Fortführung des Nachhaltigkeitsgedankens kann mit der Nutzung des Waldes und Holzes einen großen Beitrag zu Klimaneutralität leisten.

Wenn es gelingt, energie- und CO2-intensive Materialien, wie in der Bau- und Textilindustrie, durch Holz zu ersetzen, kann zusätzlich und langfristig CO2 gebunden und ein zusätzlicher Beitrag zum Klimaschutz beitragen werden.

 

Wald & aktiver Klimaschutz

 

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