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Klimafitter Wald

Den Wald klimafit zu machen ist wohl die größte
und existenzielle Herausforderung, der sich die
Familienwaldbetriebe stellen müssen.

Krisen sind für die Familienwaldbetriebe nichts Neues. So waren sie bereits öfter mit großen Herausforderungen konfrontiert. In den 80igern des vorigen Jahrhunderts waren es der saure Regen und das Waldsterben. Aber auch die Klimakrise ist für sie schon lange Realität. Schon seit Mitte des vorigen Jahrhunderts ändert sich das Klima mit wachsender Geschwindigkeit. Der Wald reagiert darauf und es können bereits ändernde Baumartenzusammensetzungen beobachtet werden.

Die Veränderung des Klimas hat an Umfang und Geschwindigkeit seit der Jahrtausendwende zugenommen. In manchen Gebieten kann der Wald nicht mehr darauf reagieren. Die Klimakrise betrifft den Wald als komplexes Ökosystem massiv und existenziell.

Seit vielen Jahren wird in Österreich geforscht und es werden wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt, um den Wald klimafit zu halten.

Wie kann der
Wald klimafit werden

Waldflächen erhalten

Der Wald ist selbst klimaregulierend und ausgleichend. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, den Wald in seiner Fläche und seinem Bestand zu erhalten. Die Voraussetzungen dafür sind im Forstgesetz verankert, das eine Umwidmung von Wald in eine andere Nutzung nur in Ausnahmefällen erlaubt.

 

Die Kulturlandschaft Wald in Österreich ist etwas Wertvolles und Erhaltenswertes.

Der Wald muss in Österreich in vollem Umfang erhalten werden. Wenn in Gebieten Rodungen stattfinden, müssen dafür in anderen waldärmeren Gebieten Ersatzaufforstungen durchgeführt werden.

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Zukunftsbäume

Um Fläche und Funktion des Waldes voll zu erhalten, muss der Wald klimafit werden. Konkret bedeutet dies, dass der Wald stabiler gegenüber Klimaveränderungen wie Temperaturerhöhung, Extremwitterungen und Schädlingen werden muss. Diese Anpassungen könnten auf rein natürlichem Wege geschehen, wenn die Veränderungen nicht in so hohem Tempo erfolgen würden. Die Lebenszyklen des Waldes sind sehr lange. Aus diesem Grund muss der Mensch gezielt und mit viel Weitblick und Know-how durch waldbauliche Maßnahmen Anpassungen im Waldgefüge und der Baumartenzusammensetzung vornehmen.

Dies geschieht durch Änderung, Durchmischung und standortspezifische Aufforstung und gezielte Strategien der Risikoverteilung und Nutzung aktueller Erkenntnisse der Klimaforschung und Forstwirtschaft. Diese Maßnahmen gehen weit über Menschengenerationen hinaus und erfordern viel Weitblick.

Glücklicherweise hat Weitblick und generationenübergreifendes Handeln lange Tradition in Österreich. So wurde bereits vor vielen Jahren begonnen, den Wald klimafit zu machen. Dennoch wird es noch Jahre dauern, bis diese Maßnahmen umgesetzt sind.

Durchmischung der Baumarten

Durch geeignete nachhaltige Bewirtschaftung steigert sich der CO2-Umsatz des Waldes. Gezielte Entnahme von Holz und Waldpflegemaßnahmen ermöglichen gesundes und schnelleres Wachstum der Bäume. Alte Waldbestände, die im Wachstum stagnieren, werden durch Verjüngung gleichzeitig auch robust und gesund gehalten.

Das Fällen der Bäume schafft Platz für Nachwuchs und ermöglicht auch die kontinuierliche Anpassung des Waldes an sich ändernde Bedingungen. Die Wirkung der nachhaltigen Bewirtschaftung ist auch für die Artenvielfalt positiv, weil bei gleichzeitigem Erhalt der natürlichen Funktionen des Waldes eine stärkere Durchmischung und mehr Rand- und Grenzzonen entstehen, die wahre Hotspots der Diversität sein können.

Nachhaltige und klimafitte Waldbewirtschaftung und Holznutzung spielen eine große Rolle, um Österreichs Klimaziele bis 2040 zu erreichen. Wir wissen, dass die österreichischen Familienwaldbetriebe der Schlüssel für eine klimaneutrale Wirtschaft und Gesellschaft sind.

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Waldbewirtschaftung

Die möglichst schnelle Veränderung des Waldes zu mehr Klimafitness ist überlebenswichtig für den Wald. Durch die Waldbewirtschaftung kann der Wald in seiner Zusammensetzung sehr viel schneller an das sich ändernde Klima angepasst werden. Jährlich werden in Österreich von den Familienwaldbetrieben 25 Millionen Baumsetzlinge gepflanzt. Neben dem natürlichen Besatz mit robusten Arten, der ebenfalls aktiv unterstützt  wird, zeigt dies die Möglichkeiten der zukunftsorientierten Veränderung des Waldes durch die Waldbewirtschaftung.

Holznutzung ist aktiver Klimaschutz

Die Nutzung von Holz als Werkstoff, Rohstoff und als CO2-neutraler Energieträger bedeutet einen wichtigen Baustein für die Klimaneutralität.

Durch eine nachhaltige Verwendung von Holz als Werkstoff beim Bau von Häusern, Fertigung von Möbeln uvm. und als Rohstoff für Kunststoff (Viskose uvm.) wird CO2 langfristig gebunden. Selbst am Ende des Produktzyklus kann Holz recycelt werden und am Ende klimaneutral zur Energiegewinnung genutzt werden. Koppelprodukte und Holz, das bei der Holzbringung anfällt aber nicht anders genutzt werden kann (Äste,Verschnitt,…) werden zur Energiegewinnung genutzt. Holz als klimaneutraler Energieträger ist bereits jetzt der wichtigste nachhaltige Energieträger.

Da der Wald aktuell deutlich schneller wächst als er genutzt wird, ist eine Steigerung der Holznutzung möglich. Durch eine Steigerung der Holznutzung können fossile Energieträger und Rohstoffe ersetzt werden. Dies verbessert die Klimabilanz und stellt die Versorgung mit wichtigen Ressourcen sicher.

Die positiven Effekte der Holznutzung auf die CO2-Bilanz stellen eine große Chance für eine Stabilisierung des Klimas dar. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung hat überdies für die österreichische Volkswirtschaft eine große Bedeutung und dient zur Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Existenz künftiger Generationen.

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Zum Weiterlesen

Waldbiodiversität & Klimawandel
Wald & aktiver Klimaschutz
Waldvernichtung versus Waldbewirtschaftung

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Rechte & Produktion

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