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Waldnutzung in Österreich

Wem nutzt dem Wald?

Mit dem Nutzen des Waldes oder der Nutzwirkung des Waldes ist im fachlichen Sinn und im Forstgesetz etwas sehr Spezifisches gemeint. Die Nutzwirkung bezieht sich auf die Rohstoffversorgung primär mit Holz und Holzprodukten aber auch Nichtholzprodukte und den wirtschaftlichen Nutzen insgesamt.

Wirtschaftlicher Nutzen, Schutz, Erholung und Wohlfahrt

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist der Nutzen aber weiter gefasst, denn der Nutzen des Waldes geht natürlich weit über den wirtschaftlichen Wert hinaus. Im Forstgesetz ist deshalb auch die Wirkung für Schutz, Erholung und Wohlfahrt im Sinne des Erhaltes und der Nachhaltigkeit festgeschrieben.

Betreten erlaubt!

Wesentlich ist wohl, dass wir alle den Wald bis auf Ausnahmen (z. B. Jungwuchsflächen, Flächen auf denen Pflege und Erntemaßnahmen durchgeführt werden) betreten und damit nutzen dürfen. Obwohl der Wald zum überwiegenden Teil in Österreich Privatbesitz ist, darf er für den Zweck der Erholung betreten werden. Sogar das Sammeln von Pilzen und Beeren ist für den Eigengebrauch und daher in gewissen Grenzen (bis 2 kg pro Tag und Person), die den Bestand schützen sollen, erlaubt.

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Wirtschaftlicher Nutzen

Familienwaldbetriebe bewirtschaften den Wald in Österreich und haben dadurch eine nachhaltige Einkommensquelle durch den Verkauf des gewonnenen Holzes. Sie sind im Eigeninteresse aber auch durch das Forstgesetz angehalten, den Wald nachhaltig zu bewirtschaften und Wald in seiner Substanz und Fläche, aber auch in seinen anderen Wirkungen zu erhalten. Die Bewirtschaftung des Waldes folgt deshalb im Rahmen des Forstgesetzes. Einem komplexen und detaillierten Regelwerk, das den Erhalt sämtlicher Wirkungen (Wirtschaftlicher Nutzen, Schutz, Erholung und Wohlfahrt) bewirken will.

Das ist im Angesicht der Klimakrise eine große Herausforderung, mit der die Betriebe und Waldbesitzer:innen konfrontiert sind. Denn der Wald muss auch klimafit gemacht werden.

Aber der Weg zum klimafitten Wald ist längst beschritten. Es wird sehr viel und laufend mehr dafür unternommen. Ein besondere Unterstützung auf diesem Weg ist die Zertifizierung des Waldes mit hochwertigen Nachhaltigkeitszertifikaten wie PEFC. Denn diese Zertifikate befassen sich neben der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit mit der Robustheit und Biodiversität als weitere fundamentale Qualitäten des Waldes und helfen zudem, die Entwicklungen in Forschung und Praxis in die Tat umzusetzen.

Schutz

Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie wichtig dieser Nutzen für große Bereiche in Österreich ist. Die Schutzfunktion erstreckt sich über exponierte Lagen gegen Naturgefahren wie Lawinen, Muren und Steinschlag bis hin zum Hochwasserschutz. Aber auch der konkrete Objektschutz, daher der Schutz von Gebäuden, Siedlungsgebieten, Straßen und Infrastruktur, ist von großer Bedeutung. Der Schutz vor Erosion und der Schutz des Trinkwassers zählen ebenfalls zur Schutzwirkung, die der Wald leistet.

Große Bereiche Österreichs wären ohne Schutz- und Bannwald nicht besiedelbar. Aber der Wald schützt auch drei wesentliche weitere und wichtige natürliche Ressourcen: den Boden, das Wasser und die Luft.

Die vier wichtigsten Ressourcen Wald, Wasser, Boden und Luft in ihrem Bestand und Qualität zu erhalten, ist die große Herausforderung und ein Schlüssel für eine lebenswerte Zukunft für die künftigen Generationen.

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Erholung

Der Wald war und ist als Erholungsraum ausgesprochen wichtig für uns Österreicher:innen. Der Wald wird als Ort der Ruhe, Erholung und Natur geschätzt und auch genutzt. Wir schätzen die Ruhe, die er ausstrahlt, die frische Luft, die kühlen Temperaturen im Sommer.

Der Wald ist dabei unglaublich vielfältig mit seinen vielen Ausprägungen und Waldtypen und zeigt sich in so unterschiedlichem Erscheinungsbild, dass kein Tag dem anderen gleicht, es gibt jeden Tag etwas Neues zu sehen und zu entdecken.

Die Wirkung für die Erholung der Menschen ist sogar im Forstgesetz festgeschrieben und ist Basis dafür, dass wir den Wald, der ja zum allergrößten Teil in Österreich Privatbesitz ist, betreten dürfen.

Es sollte uns aber bewusst sein, dass wir im Wald daher Gast sind und die Regeln zum Schutz der Natur und im besonderen der Tierwelt befolgen sollten. Wesentlich ist dabei, sich im Wald ruhig und besonnen zu verhalten, um die Tiere zu schonen, der Ruhe Raum zu geben und auch so selbst zur Ruhe zu kommen.

Wohlfahrt

Der Wald nützt aber nicht nur jedem Menschen persönlich, indem er ihn betreten und seine Welt genießen darf. Der Wald erfüllt auch einen wesntlichen Nutzen durch seine natürlichen Funktionen und Bedeutung für die Atmosphäre, Produktion von Sauerstoff, ist wichtiger Teil des Kohenstoffkreislaufes und Wasserhaushaltes weit über die individuellen Grenzen hinaus. Der Wald hat großen Einfluss auf das globale Klima, aber auch kontinental und regional. Das Forstgesetz fasst all diese Einflüsse unter dem Begriff Wohlfahrt zusammen.

Darüber hinaus ist der Wald Lebensraum für ein große Zahl an Arten der Tier- und Pflanzenwelt, Pilze, Flechten, Algen bis hin zu Mikroorganismen und ist damit ein wichtiger Bestandteil der Biodiversität in Österreich. Diese Artenvielfalt gilt es zu erhalten und zu stärken – auch in Hinblick zu dem massiven Biodiversitätsverlust an anderen Flächen, aber auch im Sinne der Robustheit und Klimafitness der Wälder. Der Weg in diese Richtung ist längst beschritten und wird konsequent durch Verjüngung, Durchmischung und viele weitere Maßnahmen aber auch Initiativen und Zukunftsprojekte vorangetrieben.

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Der Wald nützt uns allen

Wir alle profitieren vom Wald. Ob als Lebensgrundlage, Einkommensquelle, als Erholungsraum oder schlicht als Quelle des Sauerstoffs, den wir atmen. Der Wald entfaltet ein Vielzahl an Wirkungen, die auch von großer globaler Bedeutung sind. Deshalb sollten wir weiterhin sehr sorgsam und mit viel Weitblick mit dem Wald als Ressource, als Lebensraum und als Erholungsraum umgehen.

Dies sollte uns bewusst sein und unser Tun bestimmen, wenn es um die Zukunft geht. Der Wald sollte in all seinen Wirkungen unbedingt erhalten bleiben. Denn er hat auch das Potential, ein Baustein für die Bewältigung der Klimakrise zu sein. Die Familienwaldbetriebe leisten einen großen Beitrag, dass dies gelingen kann. Aber es Bedarf großer gesamtgesellschaftlicher Anstrengungen, dies zu bewältigen. Dabei ist es wichtig, nicht nur zu reagieren, sondern auch aktiv zu gestalten und innovativ zu denken.

 

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