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Wie schützt der Wald das Klima?

Mehr Wald –
besseres Klima

Speichern von CO2 im Wald

Nutzung
von Holz

Direkter Einfluss auf das Klima

Der Wald als Klimachance

Wie der Wald das Klima schützt

Wie beeinflusst der Wald das Klima und welche Zusammenhänge und Relationen bestehen zwischen den Faktoren?

 

Der Wald und das Klima stehen in vielfacher Weise in enger Beziehung. Der Wald nimmt CO2 auf, speichert es in Form von Holz und reguliert das Klima in vielfacher Weise lokal, regional und global.

Neben der natürlichen Schutzwirkung des Waldes für das Klima ist die Nutzung von Holz durch Ersatz von fossilen Rohstoffen der wesentliche Faktor für den Klimaschutz. Durch die Vermeidung von fossilen Rohstoffen kann ein wichtiger Beitrag zur Klimaneutralität geleistet werden. Denn durch den Einsatz von Holz anstelle von fossilen Rohstoffen entsteht erst gar kein schmutziges CO2.

Dabei ist erstaunlich, dass der Effekt durch die Holzverwendung mehr als 2 x so groß ist als es die Speicherung von CO2 im Wald ist, wie im Projekt CareForParis wissenschaftlich belegt wurde.

Folgende Faktoren stellen einen positiven Einfluss für das Klima in Österreich dar: Flächenzuwachs an Wald, Holzzuwachs im Wald, Waldbewirtschaftung und Holzverwendung und der direkte Einfluss des Waldes auf das Klima.

Der Wald ist eine große Chance für das Klima

Der Wald muss in seiner Fläche und Substanz erhalten bleiben, damit er viel CO2 aufnehmen kann. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung steigert die CO2-Aufnahme. Die Nutzung des erneuerbaren Rohstoffs Holz und der Ersatz von fossilen Rohstoffen hat den größten Effekt auf das Klima.

Österreichs Wald ist besonders

Die Waldfläche ist seit 1950 um 330.000 ha angewachsen. Ebenso ist der Holzvorrat gewachsen. Es wächst in Österreich deutlich mehr Holz nach als genutzt wird. Holz ist bereits jetzt der wichtigste erneuerbare Energieträger für Wärmeenergie und hat ein großes Potential, fossile Rohstoffe zu ersetzen. Der Ersatz von fossilen Rohstoffen durch Holz hat den größten Effekt auf die Klimabilanz und kann einen wichtigen Beitrag zur Klimaneutralität leisten. Die nachhaltige Bewirtschaftung Österreichs Wälder sichert die Verfügbarkeit von Holz auch für die zukünftigen Generationen.

Klimafitter Wald

Nur ein klimafitter Wald kann die Klimakrise überstehen. Hohe Biodiversität und Vielfalt an Baumarten und Waldtypen zeichnen bereits jetzt den großen Teil des Waldes in Österreich aus. Unterstützt durch wissenschaftliche Erkenntnisse und Qualitätsicherung durch Zertifizierung  wird der Wald fit für die Zukunft.

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Mehr Wald – besseres Klima

Österreich ist anders

Während weltweit gesehen der Wald zerstört (statt genutzt!) wird, haben wir in Österreich ein gänzlich andere Entwicklung.

Dank der langen Tradition der nachhaltigen Bewirtschaftung und einem strengen Forstgesetz, das seit bald 200 Jahren die umfassenden Wirkungen des Waldes (Nutzwirkung, Schutzwirkung, Erholungswirkung, Wohlfahrtswirkung) garantiert, haben wir in Österreich nicht nur einen sehr großen Anteil der Fläche mit 47 %, seit Mitte des letzten Jahrhunderts nimmt die Waldfläche in Österreich sogar zu. Seit den 60-iger Jahren sind 330.000 ha Wald dazugekommen.

Mehr Wald bedeutet mehr Klimaschutz

Dies ist kein Zufall. Der Wald genießt in Österreich einen besonderen Schutz. Er kann nicht einfach, sondern nur unter ganz bestimmten Umständen in andere Landnutzungsformen umgewidmet werden. Dies ist ein wichtiger Schutz vor Flächenverbrauch und Bodenversiegelung, die in Österreich ein großes Problem insbesondere für die Biodiversität darstellt.

Den Wald für die Zukunft erhalten

Die Waldflächen sollten für die zukünftigen Generationen und die Waldbewirtschaftung erhalten bleiben. Die große Waldfläche und Verfügbarkeit von Holz stellen einen wichtigen Baustein im Kampf gegen die Klimakrise dar. Die nachhaltige Bewirtschaftung ist aber auch Garant für die anderen wesentlichen Wirkungen des Waldes und sichern Lebensqualität (Erholungs- und Wohlfahrtswirkung) und Lebensumgebung (Schutzwirkung).

Speichern von CO2 im Wald

CO2-Kreislauf

Die Bäume und die Vegetation des Waldes nehmen CO2 auf und geben über die Photosynthese durch die Nutzung des Sonnenlichts Sauerstoff global in riesigen Mengen ab. Sie sind der zentraler Faktor für Sauerstoffproduktion. Das CO2 wird von den Bäumen aufgenommen und der Kohlenstoff im Holz mittel- und langfristig gebunden.

 

Der Wald als CO2-Senke ist limitiert

Der Wald nimmt durch das Wachstum daher CO2 auf und bindet es langfristig. Im Lebenszyklus eines Waldes gibt es Phasen, in denen viel CO2 aufgenommen wird. Das Maximum in den heimischen Wäldern liegt zwischen 60 und 80 Jahren. Danach verlangsamt sich die CO2-Aufnahme und stagniert schließlich, da sich bei Naturwäldern ein Gleichgewicht zwischen Wachstum (CO2-Aufnahme) und Verrottung (CO2-Abgabe) einstellt. Die Wirkung des Waldes als atmende Lunge zur maximalen Aufnahme von CO2 ist daher zeitlich und mengenmäßig limitiert.

 

Bewirtschaftung steigert den CO2-Umsatz des Waldes

Durch geeignete nachhaltige Bewirtschaftung steigert sich der CO2-Umsatz des Waldes. Gezielte Entnahme von Holz und Waldpflegemaßnahmen ermöglichen ein gesundes und schnelleres Wachstum der Bäume. Alte Waldbestände, die im Wachstum stagnieren, werden durch Verjüngung dynamisiert und gleichzeitig auch robust und gesund gehalten.

Das Fällen der Bäume schafft Platz für Nachwuchs und ermöglicht auch die kontinuierliche Anpassung des Waldes an sich ändernde Bedingungen. So kann der Wald klimafit gemacht werden. Die Wirkung der nachhaltigen Bewirtschaftung ist auch für die Artenvielfalt positiv, weil bei gleichzeitigem Erhalt der natürlichen Funktionen des Waldes eine stärkere Durchmischung und mehr Stör- und Grenzzonen entstehen, die wahre Hotspots der Diversität sein können.

Nachhaltige und klimafitte Waldbewirtschaftung und Holznutzung spielen eine große Rolle, um Österreichs Klimaziele bis 2040 zu erreichen. Wir wissen, dass die österreichischen Familienwaldbetriebe der Schlüssel für eine klimaneutrale Wirtschaft und Gesellschaft sind.

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Nutzung von Holz – der wichtigste Faktor für das Klima

Speichern von CO2 in Holzprodukten

Der Wald kann CO2 aufnehmen, aber seine Kapazitäten sind begrenzt. Die Mengen an CO2 können durch eine Erhöhung der Waldflächen und durch Entnahme von Holz aus dem Wald gesteigert werden. Wichtig dabei ist das Prinzip der Nachhaltigkeit in der Bewirtschaftung des Waldes und auch in der Nutzung des Holzes, damit der Wald seine Rolle im CO2-Kreislauf und Klimaregulator erfüllen kann und das CO2 langfristig gebunden bleibt.

Substitution von fossilen Energieträgern – ein smarter Mix

Aktuell (2021) wird noch 70 % des Energiebedarfs aus fossilen Quellen gedeckt. Zwar ist Holz bereits jetzt der wichtigste Energieträger für Wärmeenergie, aber es besteht Handlungsbedarf. Insbesondere in der Herstellung von Wärmeenergie hat Holz großes Potential. Ein großer Vorteil von Holz besteht in seiner guten Lagerbarkeit und hohen Versorgungssicherheit. Insbesondere in der kalten Jahreszeit und bei geringer Sonneneinstrahlung kann Holz auch Defizite anderer Energieträger kompensieren. Die Lösung für den vollständigen Ersatz der fossilen Energieträger wird wohl die intelligente und smarte Kombination erneuerbarer Energieträger sein, die dynamisch nach Verfügbarkeit und Verbrauch reguliert werden kann. Holz wird in diesem smarten Energiemix eine zentrale Rolle spielen. Nur so können die erforderlichen Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden, ohne massive Einschränkungen in Kauf nehmen zu müssen.

Ersetzen von fossilen Rohstoffen

Werden fossile (Erdöl, Gas, Kohle) und energieintensive Rohstoffe (Metalle, Zement) durch Holz ersetzt und damit langfristig gebunden, dann ist das nicht nur klimaneutral, sondern wir senken damit auch die CO2-Bilanz, indem aktiv CO2 langfristig aus dem Kreislauf entfernt wird. Wie der Holzzuwachs, der aber aufgrund der begrenzten Waldflächen und Speicherkapazitäten limitiert ist, können wir damit CO2 in der Atomsphäre verringern. Ein gutes Beispiel ist der Hausbau. Ein Drittel des österreichischen Holzzuwachses würde reichen, um sämtliche Gebäude in Österreich aus Holz zu bauen. Dies würde eine massive Verbesserung der CO2-Bilanz bedeuten.

Die Zukunft heißt Innovation

Dabei hat die Entwicklung von Anwendungen für Holz als Rohstoff unglaublich an Dynamik zugenommen. So werden seit wenigen Jahren bereits ganze Hochhäuser aus Holz gebaut und auch Stahl und Kunststoff werden durch modifiziertes Holz ersetzbar. Aus Holz wird auch bereits in großem Maßstab Kunstoff und Gewebe erzeugt. Schritt für Schritt kommen wir der postfossilen Wirtschaft näher.

Direkter Einfluss des Waldes auf das Klima

Regulierung des Klimas

Der Wald bildet für sich innerhalb seiner Grenzen ein eigenes Mikroklima, das wir speziell im Sommer sehr schätzen. Hier ist es kühler, die Luftfeuchtigkeit höher und auch der Staubanteil ist je nach Art des Waldes anders als auf offenen Flächen. Waldluft riecht auch anders, da die Luft nicht nur gefiltert, sondern auch mit natürlichen Stoffen angereichert wird.

Global gesehen hat der Wald große Bedeutung für die Regulierung des Klimas. Durch die Aufnahme und Speicherung sowie Verdunstung von Wasser ist der Wald ein wichtiger Teil des Wasserkreislaufes. Der Wald kühlt durch Wasserverdunstung und Beschattung aktiv die Oberfläche. Wie groß der Einfluss des Waldes auf das Klima ist, ist in Südamerika durch die massive Waldzerstörung erkennbar. Schon jetzt hat sich das Klima in den betroffenen Regionen massiv verändert und ist von Extremen gekennzeichnet.

Regulierung des Wasserkreislaufs und Filterwirkung

Durch seine natürliche Beschaffenheit reguliert der Wald das Klima weit über seine Grenzen hinaus. Er senkt die Temperatur, reguliert und verbessert die Luftfeuchtigkeit, filtert die Luft und reichert die Atmosphäre mit Sauerstoff an. Die Wirkung großer Waldflächen ist so groß, dass sie – wie beim Amazonas – globale Bedeutung hat.

Eine lebende Klimaanlage

Die kühlende und feuchtigkeitsregulierende Wirkung ist so beeindruckend, dass man sich im Städtebau auf alte Traditionen besinnt und den Grünanteil in den Städten steigern will und sogar damit begonnen hat, Fassaden zu begrünen.

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Der Wald ist unsere Klimachance

Der Wald leistet Großes für das Klima

Der Wald ist wichtiger Teil des CO2-Kreislaufes und damit lebenswichtig für das Gleichgewicht der Atmosphäre und des Klimas. Zudem filtert er Luft, reichert sie mit Sauerstoff und Feuchtigkeit an.

Der Wald in Österreich wächst und trägt damit aktiv zur Verbesserung der CO2-Bilanz bei. Die Speicherung von CO2 im Wald verbessert die CO2-Bilanz. Dieser positive Effekt ist aber zeitlich und in der Menge begrenzt.

Waldbewirtschaftung als Motor für die CO2-Speicherung

Die nachhaltige Waldbewirtschaftung, wie wir sie in Österreich kennen, ist ein Grund für den großen Waldanteil von über 47 %. Der Großteil des Waldes wird bewirtschaftet, was den CO2-Umsatz des Waldes steigert und dafür sorgt, dass Holz als Rohstoff und Energieträger in großen Mengen vorliegt und dadurch eine Versorgungssicherheit gewährleistet ist.

Holznutzung ist die wichtigste Perspektive für den Klimaschutz

Die Nutzung von Holz als Energieträger und als Rohstoff ist zentraler Baustein für den Ersatz von fossilen Rohstoffen. Energie aus Holz ist klima- oder CO2-neutral, weil durch Verbrennung freigesetztes CO2 durch nachwachsendes Holz wieder gebunden wird. Wird Holz langfristig verwendet wie im Hausbau, wird sogar CO2 aus dem dynamischen Kreislauf entfernt und die Klima-Bilanz sogar verbessert.

Je langfristiger Holz genutzt wird, desto größer ist der Effekt für das Klima. Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, in welcher der Wald, nachhaltige Forstwirtschaft und Holznutzung einen wesentlichen Beitrag zur Klimaneutralität Österreichs leisten können.

Holznutzung und Wald sind Bausteine der Lösung

Der Wald selbst, seine Bewirtschaftung und die Nutzung von Holz sind wichtige Bausteine für eine klimaneutrale Gesellschaft. Aber sie allein können die Klimakrise nicht lösen und den Klimawandel nicht aufhalten. Eine Anstrengung der gesamten Gesellschaft ist erforderlich, um die fossilen Rohstoffe und Energieträger gänzlich durch erneuerbare Rohstoffe und Energie zu ersetzen und die Klimaveränderung so in Grenzen zu halten.

Den Wald erhalten und fit für die Zukunft machen

Denn der Wald ist auch Betroffener und Geschädigter der ersten Stunde. Der Wald und damit der Verlust seiner Klimaschutzfunktion ist existenziell bedroht. Die Klimakrise ist den Familienwaldbetrieben seit vielen Jahren schmerzlich bewusst. Damit der Wald seine Klimaschutzfunktionen weiterhin erfüllen kann, sind große Anstrengungen erforderlich, die längst begonnen wurden aber weitere Jahrzehnte erfordern werden.

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