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Warum ist der Wald für Österreich so wichtig?
Der Wald schützt Österreich. Ohne ihn wären große Teile des Landes nicht besiedelbar: kein natürlicher Lawinenschutz, kein Rückhalt bei Hochwasser, keine Stabilisierung der Hänge gegen Muren und Steinschlag.
Rund 42 % der österreichischen Waldfläche sind als Schutzwald ausgewiesen. Das sind 1,6 Millionen Hektar, von denen fast jede vierte Österreicherin und jeder vierte Österreicher direkt profitiert. Gleichzeitig ist der Wald selbst bedroht: durch die Klimakrise, durch Schädlinge, durch Feuer und Extremwetter. Diese Seite bündelt alle Artikel rund um die Schutzfunktion des Waldes und die Gefahren, denen er ausgesetzt ist.
Quelle: BMLUK
Wald & Naturgefahren – Der Schutzwald als natürlicher Sicherheitsschild
Rund 42 Prozent der österreichischen Waldfläche sind Schutzwald. Diese Zahl hat einen konkreten Hintergrund: Zwei Drittel Österreichs sind alpin geprägt – ohne Schutzwald wären die Alpentäler nicht dauerhaft besiedelbar.
Lawinen, Muren, Hochwasser
Der Schutzwald hält den Schnee am Hang und verhindert, dass sich große Lawinen bilden. Steht er geschlossen und dicht, entstehen erst gar keine zerstörerischen Schneemassen. Bei Muren bindet das Wurzelwerk des Waldes den Boden, speichert Wasser und gibt es langsam ab. Das verhindert jene Kombination aus gesättigtem Boden und Starkregen, die Murenabgänge auslöst.
Bei Hochwasser kappt der Wald die Spitzen: Wiesen und Kahlflächen haben einen deutlich höheren und schnelleren Oberflächenabfluss als bewaldete Flächen. Besonders wirkungsvoll sind Auwälder: Sie nehmen bei Überflutung enorme Wassermengen auf und geben sie verzögert wieder ab, ohne dabei selbst nennenswerten Schaden zu nehmen.
Schutzwald braucht Pflege
Der Schutzwald wächst in exponierten Lagen oft langsamer und ist anfälliger für Umwelteinflüsse und Verbiss. Er braucht aktive Bewirtschaftung, geregelt durch das strenge österreichische Forstgesetz. Standortschutzwälder, Objektschutzwälder und Bannwälder sind gesetzlich definierte Kategorien mit klaren Pflichtvorgaben für die Waldbesitzer:innen. Rund 12.000 Hektar Bannwaldfläche stehen in Österreich unter besonders strenger Schutzverordnung.
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Waldbrände – Feuer im Wald
Waldbrände sind die dramatischste Bedrohung für den Wald. Sie breiten sich in Windeseile aus, vernichten wertvolle Holzbestände und zerstören Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten, die sich über Jahrzehnte entwickelt haben.
Die Klimakrise verändert die Ausgangslage grundlegend: Längere Trockenperioden, häufigere Hitzewellen und sinkende Bodenfeuchte erhöhen die Brandgefahr massiv. In Österreich hat die Häufigkeit und Intensität von Waldbränden in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen, auch in alpinen Schutzwäldern, die für den Schutz vor Naturgefahren unverzichtbar sind.
Die Ursachen sind meist menschlicher Natur: Fahrlässigkeit im Umgang mit offenem Feuer, weggeworfene Zigaretten, zerbrochenes Glas, aber auch Blitzschlag. Brandstiftung ist selten, aber es kommt vor. Die Konsequenz ist eindeutig: Offenes Feuer hat im Wald nichts verloren.
Österreichs Forstwirtschaft und Forschung arbeiten intensiv an Präventionsmaßnahmen. Sie reichen von waldbaulichen Maßnahmen zur Brandvorsorge bis hin zu satellitengestützten Systemen zur Früherkennung der Waldbrandgefahr.
Waldschädling Borkenkäfer – klein, aber existenzbedrohend
Der Borkenkäfer ist der bedeutendste Forstschädling Österreichs und die Klimakrise macht ihn gefährlicher denn je. Ein einziges Borkenkäferweibchen kann bei mehreren Generationen und Geschwisterbruten bis zu 100.000 Nachkommen haben. Durchschnittlich können 10.000 Buchdrucker einen Fichtenbaum befallen und daraus 50.000 Jungkäfer produzieren. Das istgenug, um fünf weitere Bäume vollständig zu befallen.
Der Käfer bohrt sich durch die Rinde und zerstört das Bastgewebe, das die lebensnotwendigen Leitungsbahnen des Baumes bildet. Ein befallener Baum stirbt binnen kürzester Zeit ab. In heißen und trockenen Jahren kann sich sogar eine dritte oder vierte Generation pro Jahr entwickeln – die Vermehrungsgeschwindigkeit steigt exponentiell.
Die Klimakrise schafft dafür ideale Bedingungen: Trockenheit und Hitze schwächen die Fichten, die daraufhin nicht mehr ausreichend Harz produzieren können. Doch dies ist ihr einziger natürlicher Schutz gegen das Einbohren der Käfer. Geschwächte Bestände nach Sturmereignissen bieten zusätzlich Brutstätten in Massen.
Die wirksamste Gegenstrategie: aktive Waldbewirtschaftung. Dabei gilt es, befallene Bäume frühzeitig zu identifizieren, unverzüglich zu fällen und aus dem Wald abfahren. Das passiert am besten, bevor die Jungkäfer ausfliegen und Nachbarbäume befallen.
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Waldvernichtung vs. Waldbewirtschaftung: Der Unterschied, der alles macht
Was in den Tropenwäldern geschieht, hat mit Waldbewirtschaftung nichts zu tun. Brandrodung und Raubbau vernichten nicht nur den Wald, sondern setzen unermessliche Mengen CO₂ frei, zerstören Lebensräume und hinterlassen Böden, die sich kaum mehr regenerieren. Zerstörte Wälder erholen sich oft nicht, weil sich der Wald aufgrund von Bodenbeschaffenheit, Klima und den angewendeten Methoden nicht regenerieren kann.
Der österreichische Weg ist das Gegenteil: Das Forstgesetz schreibt fest, dass Waldflächen erhalten bleiben und nur so viel geerntet werden darf, wie nachwächst. Wo gerodet wird, muss aufgeforstet werden. Jährlich pflanzen Österreichs Familienwaldbetriebe 25 Millionen Bäume. Seit den 1960er-Jahren ist die Waldfläche in Österreich um 300.000 Hektar gewachsen.
Der Unterschied liegt auch im Besitz: Österreichs Wald ist zu einem Großteil in privatem Familienbesitz. Rund 137.000 Betriebe bewirtschaften ihn. Dieser enge, generationenübergreifende Bezug zum Wald ist einer der stärksten Garanten für seine Erhaltung. Besitz bedeutet Verantwortung und diese Verantwortung ist im österreichischen Forstgesetz rechtlich verankert.
Bild: Gerodeter Tropenwald
Schutz des Waldes – Der Wald als Schutz
Österreich schützt seinen Wald – und der Wald schützt Österreich. Dieser Kreislauf ist kein Zufall, sondern Ergebnis eines der strengsten Forstgesetze der Welt und eines dichten Netzes an Schutzgebieten.
28,8 Prozent der gesamten Staatsfläche stehen unter Schutz: in 1.431 Schutzgebieten, von Nationalparks über Natura-2000-Gebiete bis zu Biosphärenparks. Rund 42 Prozent aller gemeldeten Natura-2000-Gebiete Österreichs sind Wald. Das Forstgesetz schützt darüber hinaus den gesamten Wald als Fläche: Umwidmungen sind nur in Ausnahmefällen und bei überwiegendem öffentlichem Interesse möglich. Dies ist ein wichtiges Instrument gegen Bodenverbrauch und Zersiedelung.
Neue Wege im Naturschutz ergänzen den gesetzlichen Rahmen: Trittsteinbiotope – kleine, vertraglich gesicherte Schutzflächen im Waldverbund – vernetzen isolierte Schutzgebiete miteinander und ermöglichen es Tier- und Pflanzenarten, sich auch unter veränderten klimatischen Bedingungen in neue Lebensräume auszubreiten.
Mehr als 80 Prozent der österreichischen Waldflächen sind zusätzlich nach PEFC zertifiziert. Dies ist ein Standard, der über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht und regelmäßige Audits vorschreibt.
Bild: Nationalpark Thayatal
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Rechte & Produktion
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