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Wald, Natur und Biodiversität

Der Wald als Lebensraum und Schutzraum

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Warum ist der Wald so wichtig für das Klima?

 

Der Wald ist Österreichs artenreichstes Ökosystem. Über 67.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten haben im heimischen Wald ihre Heimat – darunter 40.000 Insektenarten, 65 Baumarten und mehr als 3 Milliarden Bäume. Diese Zahlen des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft (BMLUK) machen deutlich, was der Wald für die Biodiversität bedeutet: Er ist nicht nur Lebensraum, sondern in vielen Fällen der letzte Zufluchtsort für Arten, deren ursprüngliche Lebensräume durch Flächenverbrauch und Klimakrise immer rarer werden.

Diese Seite bündelt alle Artikel rund um Waldbiodiversität, Naturschutz und die Frage, wie beides mit nachhaltiger Forstwirtschaft vereinbar ist.

Bild: Alpensalamander lieben feuchte Nadel- und Mischwälder

Wald & Biodiversität – ein Ökosystem voller Abhängigkeiten

 

Die Beziehung zwischen Wald und Biodiversität ist wechselseitig: Der Wald schützt die Artenvielfalt – und die Artenvielfalt schützt den Wald. Ein durchmischter, artenreicher Wald ist stabiler gegenüber Klimaveränderungen, weniger anfällig für Schädlinge und Krankheiten, und kann Extremwetter-Ereignisse besser abpuffern als eine Monokultur.

In Österreich werden 22 Wuchsgebiete unterschieden, in denen rund 118 Waldgesellschaften vorkommen*. Jede Region, jede Höhenlage, jede Waldform ist einzigartig und bietet andere ökologische Nischen – vom pannonischen Eichenwald im Osten bis zum Lärchen-Zirbenwald in den Hochlagen der Alpen. Diese Vielfalt der Waldgesellschaften ist der Hauptgrund für den außergewöhnlichen Artenreichtum des österreichischen Waldes.

Die Eiche beispielsweise zählt zu den artenreichsten Baumarten Europas: An einem einzigen Baum können laut der Naturschutz-Organisation Woodland Trust bis zu 2.300 Arten leben. Auch in Österreich zeigt sich die Bedeutung solcher Lebensräume: Der Wald beherbergt insgesamt mehr als 67.000 Arten (“Biodiversität und Gesundheit am Beispiel des Waldes”, BFW).

Auch Totholz spielt eine unterschätzte Rolle: 20 bis 50 Prozent aller Pilze, Flechten, Moose, Schnecken, Käfer, Vögel und Säuger im Wald sind auf Totholz angewiesen. Der Biodiversitätsindex Wald, den das Bundesforschungszentrum für Wald entwickelt hat, misst anhand von 13 Subindikatoren den Zustand der Waldbiodiversität – und zeigt für Österreich eine positive Entwicklung. Dass der stehende Totholzvorrat in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen hat, ist ein klares Zeichen dafür, dass sich die Artenvielfalt im österreichischen Wald auf dem richtigen Weg befindet.

* (Quelle: Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), Wuchsgebiete Österreichs; vgl. auch: https://www.bmluk.gv.at/themen/wald.html)

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Waldbiodiversität & Klimawandel – Wenn Lebensräume verschwinden

 

Die Klimakrise zählt zu den größten Bedrohungen für die Biodiversität im Wald: Lebensräume verschieben sich schneller, als viele Arten folgen können (IPCC). Studien zeigen, dass weltweit ein erheblicher Anteil der Arten große Teile ihres Lebensraums verlieren könnte – in einzelnen Analysen bis zu 42 Prozent der Tier- und 57 Prozent der Pflanzenarten (Urban 2015). In den Alpen könnten 44 bis 50 Prozent der Hochgebirgspflanzen betroffen sein, da sie nicht weiter in die Höhe ausweichen können (Engler et al. 2011).

Wärmeliebende Arten drängen in Lebensräume vor, aus denen kälteliebende Arten verschwinden. Invasive gebietsfremde Arten – sogenannte Neobiota – breiten sich aus. Für etwa 4.000 heimische Pflanzen- und Tierarten ist die Situation bereits jetzt kritisch: Sie stehen unter massivem Druck durch Klimakrise, Flächenverbrauch und veränderte Umweltbedingungen. Naturschutzmaßnahmen allein können diesen Trend nicht vollständig kompensieren. Entscheidend ist, wie schnell der Klimawandel selbst begrenzt werden kann.

Quellen: Nature Climate Change; IPCC; Bundesforschungszentrum für Wald (BFW); Woodland Trust

Wald & Naturschutz – Zahlen, Gebiete, Kategorien

 

Österreich nimmt Naturschutz ernst: Rund 29 Prozent der gesamten Staatsfläche stehen unter Schutz. 16 Prozent der Bundesfläche sind als Natura-2000-Gebiet, Nationalpark oder Naturschutzgebiet streng geschützt*. Die sechs österreichischen Nationalparks decken rund drei Prozent des Staatsgebiets ab. 42 Prozent der Natura-2000-Fläche in Österreich sind Wald.

Die Schutzgebietskategorien reichen von strengen Wildnisgebieten, in denen menschliche Aktivität ausgeschlossen ist, über Nationalparks und Naturschutzgebiete bis hin zu Landschaftsschutzgebieten und Naturparks, die auch Erholung und Wissensvermittlung dienen. Daneben gibt es das in Europa einzigartige Naturwaldreservate-Programm Österreichs, das auf privatrechtlichen Verträgen zwischen der Republik und den Waldeigentümern basiert und besonders wertvolle Waldgesellschaften dauerhaft sichert.

Auf europäischer Ebene verpflichten die EU-Vogelschutzrichtlinie und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie alle Mitgliedsstaaten zum Schutz bedrohter Arten und ihrer Lebensräume. Trittsteinbiotope – regelmäßig verteilte Biotop-Inseln im Waldverbund – ermöglichen es Tier- und Pflanzenarten, sich über größere Distanzen auszubreiten und den Genpool zu erhalten.

Bild: Naturpark Tiroler Lech 

*Quellen: Umweltdachverband, Nationalparks Austria

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