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Österreichischer Baum des Jahres 2026: Die Lärche

  • Waldbesucher:innen

Mit ihrer goldenen Herbstfärbung, ihrer außergewöhnlichen Widerstandskraft und ihrer besonderen Rolle im alpinen Raum steht die Lärche 2026 in Österreich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Das Kuratorium Wald hat sie in Kooperation mit dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft zum Baum des Jahres gekürt.

Baum des Jahres

In Österreich wird seit 1994 jährlich ein Baum des Jahres ausgewählt. Die Entscheidung erfolgt in Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus und dem Kuratorium Wald. Die Institutionen berücksichtigen dabei Baumarten, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch für Österreich von Bedeutung und teils stark gefährdet sind.

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Allgemeine Merkmale der Lärche

Die Lärche (Larix decidua) ist eine Besonderheit unter den heimischen Nadelbäumen: Als einzige wirft sie im Herbst ihre Nadeln ab. Nach dem ersten Frost verfärben sie sich leuchtend goldgelb, bevor sie zu Boden fallen. Dieser jährliche Wechsel macht die Lärche nicht nur zu einem landschaftlichen Blickfang, sondern trägt auch zur Humusbildung im Wald bei.

Die lichtliebende Baumart wächst schlank und aufrecht. Dabei erreicht sie zwischen 25 und 45 Meter Höhe; in Ausnahmefällen wird sie sogar über 50 Meter hoch. In freier Einzellage entwickelt sie mächtige Stämme mit bis zu zwei Metern Durchmesser. Lärchen sind ausgesprochen langlebig: Ihre natürliche Lebenszeit liegt bei 500 bis 800 Jahren; einzelne Exemplare werden sogar über 1.000 Jahre alt.

Verbreitung und Bedeutung in Österreich

In Österreich prägt die Lärche vor allem den inneralpinen Raum. Sie wächst überwiegend in Höhenlagen zwischen 1.000 und 2.200 Metern – auf Hochplateaus, in Tälern und an Berghängen. Ihre große Stärke liegt in ihrer Robustheit: Sie ist frosthart, sturmfest und widerstandsfähig gegen Schneebruch und Steinschlag. Damit übernimmt die Lärche eine zentrale Rolle im Schutzwald und trägt dazu bei, Siedlungen, Verkehrswege und Almen vor Naturgefahren zu sichern.

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Verarbeitung und Nutzung

Lärchenholz ist hart, dauerhaft und besonders witterungsbeständig. Deshalb wird es traditionell gerne im Außenbereich eingesetzt, beispielsweise für Fassaden, Balkone, Zäune oder Brücken. Schon im alpinen Holzbau spielt Lärchenholz seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle.

Seine natürliche Widerstandskraft macht es langlebig und reduziert den Bedarf an chemischem Holzschutz; ein Vorteil, der heute stark an Bedeutung gewinnt.

Ökologische Bedeutung der Lärche

Als Habitatbaum – also als alter bzw. teils abgestorbener Baum –, bietet die Lärche zahlreichen Tierarten Lebensraum. Ihre nährstoffreichen Samen sind eine wichtige Nahrungsquelle für viele Vögel, während ihre lichte Krone viel Sonnenlicht auf den Waldboden lässt. So entsteht ein artenreicher Unterwuchs aus Gräsern, Kräutern und Beerensträuchern, ein wichtiger Beitrag für die Biodiversität im Wald.

Diese Eigenschaft nutzen Menschen seit Jahrhunderten: Die Kombination aus Lärchenwald und Viehweide hat charakteristische Kulturlandschaften hervorgebracht und das Vorkommen der Lärche in manchen Regionen gezielt gefördert.

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Ausflugsziele in Lärchenwälder

Wer die Lärche bewusst erleben möchte, wird in vielen alpinen Regionen Österreichs fündig. Besonders eindrucksvoll sind sie im Herbst, wenn ganze Berghänge golden leuchten.

Nationalpark Hohe Tauern

Tirol – Seitentäler und Almen der Zentralalpen

  • Sellraintal: Typische Lärchenweiden rund um Almflächen, besonders eindrucksvoll im Herbst.
  • Ötztal (oberer Bereich): Lärchen in Einzellage entlang alter Almwege und Hochflächen.
  • Paznauntal: Kombination aus Schutzwald und traditionell genutzten Almflächen mit locker stehenden Lärchen.
  • Mieminger Plateau: Lärchen in Schutzwaldlagen, häufig in Kombination mit extensiver Almwirtschaft.

Steiermark – inneralpine Täler und Hochflächen

Kärnten – Almen und Schutzwälder

  • Nockberge: Charakteristische Lärchen-Zirben-Landschaft, sanft und weitläufig, ideal für Genusswanderungen.
  • Lesachtal: Alte Lärchen in traditioneller Kulturlandschaft, oft als prägende Einzelbäume auf Almen.
  • Gailtaler Alpen: Lärchen als wichtiger Bestandteil von Schutzwäldern oberhalb der Täler.

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Schon gewusst?

Die Lärche in Österreich

• Die Lärche kann Lawinen- und Steinschlagbahnen markieren: Ihre Überlebensfähigkeit in extremen Lagen zeigt oft dort Wald an, wo andere Baumarten längst aufgegeben haben.
• Durch ihr tiefreichendes Wurzelsystem stabilisiert sie steile Hänge und trägt zur langfristigen Sicherung von Schutzwäldern bei.
• Die Lärche ist ein genauer Beobachter ihres Standorts: In ihrem Wachstum spiegeln sich Klima, Höhenlage und die Geschichte der Landschaft wider.

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Quellen

Rechte & Produktion

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