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Wald, Holz und Nachhaltigkeit

Warum Holz der Rohstoff der Zukunft ist

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Holz: Der klimafreundliche Rohstoff

 

Holz ist der einzige Rohstoff, der nachwächst, CO₂ speichert, fossile Materialien ersetzt und am Ende seines Lebenszyklus recycelt oder klimaneutral verbrannt werden kann – ein ganz schöner Alleskönner.

In Zeiten von Klimakrise, Energiewende und wachsendem Bewusstsein für Ressourcen-Knappheit rückt Holz ins Zentrum einer Frage, die Wirtschaft, Architektur, Energieversorgung und Alltagskonsum gleichermaßen betrifft: Wie wirtschaften wir klimaverträglich? Österreich ist dabei in einer Ausnahmeposition – mit fast der Hälfte der Landesfläche bewaldet und einer jahrhundertelangen Forsttradition.

Holz ist erneuerbar – Der Grundsatz hinter allem

 

Holz wächst nach. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Denn: Kein anderer industriell genutzter Rohstoff besitzt diese Eigenschaft. Kohle, Öl und Gas sind endlich. Holz ist es nicht, solange die Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden. In Österreich wächst seit Jahrzehnten mehr Holz nach als geerntet wird – Österreichs Wälder wachsen kontinuierlich.

Holz ist dabei nicht nur erneuerbar, sondern auch biologisch abbaubar, recycelbar und vielseitig einsetzbar: als Baustoff, Rohstoff für Industrie und Chemie, Energieträger und Werkstoff für den Alltag.

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Holz als zukunftssichere Energieversorgung – Klimaneutral, regional, speicherbar

 

Holzenergie ist bereits heute die wichtigste erneuerbare Energiequelle Österreichs. Hunderttausende Haushalte heizen mit Holz – ob als Scheitholz, Briketts, Hackgut oder Pellets. Was Holzenergie von anderen erneuerbaren Energieformen unterscheidet: Sie ist speicherbar, regional verfügbar und unabhängig von Wetter oder Tageszeit nutzbar. Der Ersatz fossiler Energieträger durch Holz spart jährlich Millionen Tonnen CO₂ ein – ein Raummeter Buchenholz ersetzt dabei in der Heizleistung rund 200 Liter Heizöl*.

Was Holzenergie von anderen erneuerbaren Energieformen unterscheidet: Verfügbarkeit und Verbrauch klaffen nicht auseinander. Holz ist speicherbar und unabhängig von Wetterlage, Wind und Sonne. Holz wächst regional, muss nicht importiert werden und stärkt die Wertschöpfung im ländlichen Raum.

Darüber hinaus schlummert in Österreichs Wäldern noch erhebliches Potenzial: Millionen Festmeter Holz stehen zur Verfügung, das für eine stoffliche Nutzung nicht geeignet ist und stattdessen zur Wärme- und Stromversorgung genutzt werden könnte.

* Quelle: Wärme aus Holz

 

Holzverwendung als Beitrag zum Klimaschutz – Vier Wege, wie Holz das Klima schützt

 

Holz schützt das Klima auf vier konkreten Wegen – und das macht es zu einem der wirkungsvollsten Instrumente der Klimaneutralität.

CO₂-Speicherung: Holz besteht zu rund 50 Prozent aus Kohlenstoff. Ein Kubikmeter Holz speichert rund eine Tonne CO₂. Wird dieses Holz in langlebigen Produkten verbaut, bleibt der Kohlenstoff dauerhaft der Atmosphäre entzogen. Ein verbauter Kubikmeter Holz erspart der Atmosphäre sogar rund zwei Tonnen CO₂ – weil er gleichzeitig emissionsintensive Materialien wie Beton oder Stahl ersetzt.
CO₂-Substitution: Eine Hauswand in Holzrahmen-Konstruktion spart bei ihrer Herstellung bis zu 50 Prozent des Primärenergiebedarfs im Vergleich zu einer Ziegel- oder Betonwand. In Österreich werden jährlich 2,78 Millionen Kubikmeter Holz als Bauprodukte verarbeitet – das entspricht einer jährlichen CO₂-Einsparung von 2,4 Milliarden Tonnen, was den Emissionen von 1,6 Millionen PKW entspricht.
Recycling: Holz kann nach seiner ersten Nutzungsphase weiterverwendet werden, z.B. als Altholz in neuen Konstruktionen, als Rohstoff für Span- und Faserplatten oder für Papier. Das gespeicherte CO₂ bleibt dabei weiterhin gebunden.
Klimaneutrale Verbrennung: Am Ende des Lebenszyklus kann Holz CO₂-neutral verbrannt werden. Es wird dabei nur jene Menge CO₂ freigesetzt, die der Baum zuvor aus der Atmosphäre aufgenommen hat. Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen entsteht kein zusätzliches CO₂.

Quellen: proHolz, proHolz – edition Holz

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Recycling und Upcycling mit Holz – Ein Rohstoff mit mehreren Leben

 

Altes Holz leuchtet in Braun-, Gelb- und Grautönen und genau diese Patina ist heute begehrt. Was früher entsorgt oder verbrannt wurde, hat längst seinen Weg in modernes Design, nachhaltige Architektur und kreative Handwerksbetriebe gefunden.

Beim Abbruch von Gebäuden anfallende Balken und Bretter können direkt wiederverwendet, zu neuem Schnittholz verarbeitet oder als Dekorholz eingesetzt werden. Weniger hochwertige Stücke fließen in die Plattenindustrie, werden zu Span- oder Faserplatten und landen erneut im Bau oder Möbelbau. Erst wenn eine weitere stoffliche Verwertung nicht mehr möglich oder sinnvoll ist, wird Holz CO₂-neutral zur Energiegewinnung verbrannt.

Dieser Kreislauf hat eine wichtige Klimaschutzwirkung: Je länger das Holz in Produkten verbleibt, desto länger bleibt das gespeicherte CO₂ der Atmosphäre entzogen. Upcycling verlängert diesen Zyklus und verwandelt altes Bauholz in neue Möbel, altes Parkett in Wandverkleidungen, alte Balken in Dekorelemente. Dabei gewinnt das Material oft an Wert, nicht an Verlust.

Holz: Erstaunliche Fakten eines Rohstoffs, den wir kaum kennen

 

In Holz steckt in weit mehr Produkten des Alltags, als die meisten Menschen vermuten:

  • Vanillinzucker enthält Vanillin, das aus Lignin gewonnen wird – einem Nebenprodukt der Zellstoffherstellung aus Holz.
  • Im Orangensaft sorgt Mikrocellulose aus Holz dafür, dass das Fruchtmark gleichmäßig verteilt bleibt.
  • Kaugummi enthält Xylose, einen Holzzucker, der ebenfalls bei der Zellstoffgewinnung anfällt.
  • Nagellack besteht zu wesentlichen Teilen aus Zellulosenitrat – gewonnen aus Holz.
  • Und Textilien aus Holzfasern wie Viskose oder Lyocell erfordern für ihre Herstellung einen Bruchteil des Wassers, den echter Baumwollanbau verbraucht – bis zu 11.000 Liter pro Kilogramm Baumwolle gegenüber nahezu keiner externen Bewässerung beim Wald.

Holz ist dabei nicht nur allgegenwärtig, sondern hat Eigenschaften, die synthetische Materialien nicht replizieren können: Zirbenholz wirkt nachweislich antibakteriell, in einer Zirbenbrotdose bleibt Brot länger frisch. Holzspielzeug ist langlebiger als Plastikspielzeug und vergraut, bricht aber nicht. Holz im Bauwesen bildet bei Feuer eine schützende Holzkohleschicht, die den tragenden Kern schützen kann.

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Holz nutzen & verstehen – Vom Baum zum Schlüsselrohstoff

 

Österreichs Wälder sind nicht nur Naturraum, sondern Ausgangspunkt einer hochentwickelten Wertschöpfungskette: 80 Prozent des bereitgestellten Frischholzes gehen direkt in die Industrie und werden zu Bauprodukten, Möbeln, Papier, Werkstoffen und chemischen Grundstoffen weiterverarbeitet. Nur 20 Prozent fließen direkt in die energetische Verwertung – und selbst dabei handelt es sich meist um Holzqualitäten und Baumteile, die für eine stoffliche Nutzung nicht geeignet wären.*

Jede Baumart hat dabei ihre eigenen Eigenschaften und ihren eigenen Verwendungsbereich: Fichte trägt Dachstühle, Lärche schützt Fassaden, Buche hält Böden und Treppen aus, Zirbe prägt Räume mit Duft und Wärme. Wer versteht, wie sich Hölzer unterscheiden, trifft bessere Entscheidungen beim Bauen, Einrichten und Sanieren.

Der moderne Holzbau zeigt, was möglich ist: Holzrahmen-Konstruktionen, Brettsperrholz, Hybridbauweisen … Häuser entstehen in Rekordzeiten, mit minimalem CO₂-Fußabdruck und maximaler Energieeffizienz. Selbst Hochhäuser werden heute mit Holz gebaut.

*Quellen: Österreichische Energieagentur/klimaaktiv für Gemeinden, Waldverband

Wald & Zertifizierung – Wie man nachhaltiges Holz erkennt

 

Nicht jedes Holz ist gleich nachhaltig. Die Herkunft entscheidet darüber, ob die Nutzung eines der wichtigsten Klimaschutzinstrumente tatsächlich zum Klimaschutz beiträgt – oder ihn untergräbt. Die massive Abholzung tropischer Wälder zeigt, was passiert, wenn Waldnutzung ohne Kontrolle und Nachhaltigkeit stattfindet.

Waldzertifizierungen sind die Antwort darauf. Sie schaffen Transparenz für Konsument:innen, Waldbesitzer:innen und die Holzwirtschaft gleichermaßen. Und sie gehen in ihren Anforderungen weit über das gesetzlich Vorgeschriebene hinaus. In Österreich sind mehr als 80 Prozent der bewirtschafteten Waldflächen nach PEFC zertifiziert. Dies ist ein internationaler Standard, der in Österreich mitentwickelt wurde und sich besonders für die kleinstrukturierten Eigentumsverhältnisse des heimischen Waldes eignet. Regelmäßige Audits stellen sicher, dass die Kriterien für Nachhaltigkeit, Naturschutz und Artenvielfalt eingehalten und laufend weiterentwickelt werden.

Für Konsument:innen gilt eine einfache Faustregel: Holz ist eine gute Wahl – zertifiziertes Holz ist die bessere. Beginnt die Nummer unter dem PEFC-Siegel mit 06, stammt der Betrieb aus Österreich. 

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Rechte & Produktion

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