Schutzwälder in Österreich: Rückgrat des alpinen Bevölkerungsschutzes

Aug. 21, 2025 | Allgemein, Fakten und Wissen

 

Sie sind ein zentrales Sicherheitsnetz für den alpinen Raum: Rund 42 % der österreichischen Waldflächen schützen Siedlungen, Straßen und Infrastruktur vor Lawinen, Steinschlag, Muren und Erosion. Doch dieses natürliche Bollwerk steht unter Druck: Klimawandel, Stürme, Borkenkäfer und hoher Wilddruck setzen ihm zu. Für Waldbesitzer:innen und Forstfachleute heißt das: strategisch denken, schnell handeln, langfristig pflegen.

 

In Regionen wie Osttirol haben Borkenkäferschäden zuletzt historische Ausmaße erreicht. Hinzu kommen Sturm- und Schneebruchflächen, die rasch bearbeitet werden müssen, um die Ausbreitung von Schädlingen zu verhindern und die Stabilität der Hänge zu sichern.

Rasche Schadholz-Aufarbeitung, standortgerechte Wiederaufforstung mit klimafitten Baumarten und enge Zusammenarbeit mit Behörden sind die Eckpfeiler einer wirksamen Schutzwaldbewirtschaftung. Der Waldfonds unterstützt dabei gezielt, z.B. mit Förderungen von bis zu 80 % für die mechanische Entrindung von Schadholz oder für Kultur- und Jungwaldpflege. Auch Landesprogramme helfen beim klimaresilienten Waldumbau.

 

Digitale Werkzeuge für Planung und Pflege

 

  • Moderne Forstwirtschaft setzt auf Daten: waldatlas.at beispielsweise liefert kostenlose Geodaten zu Schutzwaldflächen, Gefahrenzonen und Planungswerkzeuge.
  • Die Baumartenampel des BFW bewertet Baumarten nach Standort- und Klimaeignung – eine wichtige Entscheidungshilfe für zukunftssichere Mischbestände.
  • In der Steiermark unterstützt die dynamische Waldtypisierung Waldbewirtschafter:innen bei der Auswahl standortgerechter Baumarten bis ins Jahr 2100.

 

Technische Sicherung ergänzt den Waldschutz

 

Dort, wo Wälder ihre Funktion (noch) nicht erfüllen können, kommen technische Maßnahmen ins Spiel, zum Beispiel Steinschlagschutznetze oder Lawinenverbauungen. Sie sichern Hänge temporär, bis der biologische Schutz wiederhergestellt ist. Dieser entsteht nicht über Nacht. Nötig sind eine durchdachte Baumartenwahl, gezielte Pflege über Jahrzehnte und, falls nötig, technische Unterstützung.

 

 

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