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Der Wald kommt zur Ruhe
Im Jänner hat der Wald seine Oberfläche sortiert. Schnee liegt – zumindest in höheren Lagen – stabiler, die Temperaturen sind konstanter, die Tage spürbar kurz. Wo der Dezember noch Schwankungen brachte, mit Tauphasen, Regen, Wind und wechselnden Schneedecken, herrscht nun eine ruhigere, gleichmäßigere Kälte.
Diese Stabilität ist entscheidend. Viele ökologische Prozesse im Winter sind auf Verlässlichkeit angewiesen: Schneedecken wirken isolierend, schützen Bodenorganismen und Wurzeln vor tiefem Frost. Unter der weißen Decke bleibt der Boden vergleichsweise warm und biologisch aktiv – ein Unterschied, der im oft schneearmen oder wechselhaften Dezember nicht immer gegeben ist.
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Alles andere als Stillstand
Der Wald im Januar wirkt reglos, doch biologisch ist er es nicht. Bäume und einige Tiere befinden sich in tiefer Winterruhe, der Stoffwechsel ist auf ein Minimum reduziert. Laubbäume haben ihre Reserven eingelagert, Nadelbäume regulieren ihren Wasserhaushalt extrem präzise, um Frostschäden zu vermeiden.
Pilze, Mikroorganismen und Bodenlebewesen arbeiten weiter – langsam, aber kontinuierlich. Gerade diese unsichtbaren Prozesse unterscheiden den Januar vom Dezember: Während im Dezember noch viel „abgebaut“ wird, was der Herbst hinterlassen hat, ist der Januar eine Phase der Erhaltung. Energie wird gespart, Systeme werden stabil gehalten.
Tiere: Rückzug und Spezialisierung
Auch für Tiere ist der Januar anspruchsvoller als der Dezember. Nahrungsangebote sind knapper, Wasserflächen oft gefroren, Bewegungen kosten mehr Energie. Viele Arten haben ihre Strategien nun vollständig umgestellt:
- Säugetiere wie Reh oder Hirsch reduzieren ihre Aktivität stark und halten sich bevorzugt in deckungsreichen Bereichen auf.
- Kleinsäuger nutzen Schneegänge unter der Oberfläche – ein Schutz, der nur bei geschlossener Schneedecke funktioniert.
- Vögel, die geblieben sind, haben sich auf wenige, verlässliche Nahrungsquellen spezialisiert.
Im Dezember ist noch Anpassung möglich. Im Januar entscheidet Effizienz über das Durchkommen.
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Forst: Planung statt Eingriff
Der Jänner ist in der Forstwirtschaft sowohl Arbeits- als auch Orientierungszeit. Aufgrund kalter Witterung, Bodenfrost und ruhender Feldarbeit ist er traditionell ein wichtiger Monat für die Holzernte. Gleichzeitig nutzen viele Betriebe diese Phase für Kontrolle, Planung und Beobachtung.
Gerade im Winter ist umsichtiges Vorgehen entscheidend: Wildtiere sollen in ihrer Winterruhe nicht unnötig gestört werden, Rückegassen müssen tragfähig bleiben. In Schutzwäldern stehen besonders die Erhaltung der Schutzfunktion für Siedlungen, Infrastruktur und Böden im Vordergrund. Eingriffe erfolgen dort nur sehr gezielt.
Die schönsten Wald-Ausflugstipps für Jänner
Stille Beobachtungen, Spurenlesen im Schnee und tief Atem holen in winterlicher Landschaft: Diese Ausflugsziele in Österreich zeigen den Januar von seiner schönsten Seite:
- Zell am See-Kaprun (Salzburg): Ein zauberhaftes Winterwaldland mit Wander- und Schneeschuhrouten durch verschneite Wälder und sanfte Täler. Besonders abseits der Pisten kann man hier tief in die Winterruhe der Natur eintauchen.
- Winterwanderdorf Kartitsch (Tirol): Das erste zertifizierte Winterwanderdorf Österreichs bietet zahlreiche Pfade durch stille, verschneite Wälder. Hier wirkt der Wald im Januar besonders meditative und abgeschieden.
- Rauris (Salzburg): Schneeschuhtrails und Winterwaldpfade führen durch das schneebedeckte Raurisertal – ideal für gemütliche Winterspaziergänge im Wald mit Bergblick und am schönsten geht’s mit dem Rodel wieder runter!
- Nationalpark Kalkalpen (Oberösterreich): Hier verstecken sich tief verschneite Bergwälder, die mit Schneeschuhen erkundet werden können – ein Naturreservat, das im Januar ganz in Weiß getaucht ist.
- Tiroler Winterwanderregionen: Von Seefeld über das PillerseeTal bis ins Reutte Nature Park Gebiet führen bestens präparierte Winterwege durch schneebedeckte Wälder und zu Aussichtspunkten mit Blick in stille Täler.
- Fuschlsee & Hintersee Region (Salzburg): Rund um diese Seen findest du Panoramawinterwege durch Lichtungen und Wald, die im Januar besonders ruhig und schön sind, wenn Schnee und Sonne zusammenwirken.
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