Forstwirt
„Das ist ja makaber, da liegt ein Kadaver.“ So eine Zeile eines bekannten Austropop-Songs. Im Wald sind sehr oft Kadaver anzufinden, meist jedoch Baumkadaver oder auch Totholz genannt.
Auf solchen Tothölzern wachsen oft auch junge Bäumchen, weswegen das im Fachjargon auch Kadaververjüngung heißt. Der Vorteil für die jungen Bäumchen ist, dass das Totholz viel Wasser speichern kann, wovon die Verjüngung auch in trockneren Zeiten zehren kann. In schneereichen Region bietet der Kadaver den Vorteil, dass durch das erhöhte Wachstum, die Bäume außerhalb der Schneedecke sind und somit auch vom Schneeschub (die talwärtige Fließbewegung der Schneedecke, die junge Bäume aus verbiegt und krummen Wuchs hervorruft, oder Bäumchen aus dem Boden hebelt) geschützt werden.
Waldverjüngung auf dem Baumkadaver
Waldverjüngung auf Baumkadavern ist ein faszinierendes Naturphänomen, das zur Erneuerung und Erhaltung gesunder Waldökosysteme beiträgt. Baumkadaver, also umgestürzte oder abgestorbene Bäume, bieten ideale Bedingungen für das Keimen und Wachsen neuer Pflanzen. Die zersetzende Rinde und das Holz des toten Baumes schaffen eine nährstoffreiche Umgebung, die junge Setzlinge unterstützt. Moose, Pilze und Mikroorganismen besiedeln den Baumkadaver und fördern durch ihre Zersetzungsarbeit die Bodenbildung, indem sie organisches Material in Humus verwandeln. Dies bildet eine fruchtbare Grundlage, auf der sich junge Bäume und andere Pflanzen etablieren können.
Besonders in dicht bewaldeten Gebieten, wo der Boden oft wenig Licht und viele Konkurrenten bietet, kann der erhöhte Standort eines Baumkadavers einen entscheidenden Vorteil bieten. Hier finden Keimlinge genügend Licht, Luft und Raum, um zu gedeihen. Solche natürlichen Prozesse der Waldverjüngung sind entscheidend für die langfristige Stabilität und Vielfalt der Wälder. Sie unterstützen nicht nur das Wachstum neuer Bäume, sondern fördern auch die Artenvielfalt, indem sie unterschiedlichen Organismen Lebensraum bieten.
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