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Es ist frostig, es ist zapfig, noch immer wirken die Wälder wie erstarrt. Und doch beginnt sich im Wald etwas zu regen; leise, kaum wahrnehmbar, aber ökologisch bedeutsam. Der Februar ist ein Monat der kraftvollen Vorbereitung.
Mehr Licht im Februar: Wie längere Tage den Waldboden verändern
Im Februar verändert sich vor allem eines: das Licht. Die Tage werden spürbar länger, die Sonne gewinnt an Kraft. Die Laubbäume sind noch kahl, und so kann das Licht auch bei tiefen Temperaturen leicht den Waldboden erreichen. Während der Jänner oft von gleichmäßiger Kälte geprägt ist, bringt der Februar mehr Wechsel: Frostnächte, sonnige Tage, häufig gibt es erste Tauphasen. Und diese erste Durchlässigkeit signalisiert Pflanzen und Tieren, dass der Winter seinen Höhepunkt überschritten hat, auch wenn der Frühling noch fern ist.
Biologische Prozesse im Spätwinter: Warum der Februar im Wald kein Stillstand ist
Bäume befinden sich weiterhin in Winterruhe, doch biologisch beginnt im Februar eine neue Phase. Die reine Erhaltungsstrategie des Jänners weicht einer sensiblen Balance: Knospen reagieren bereits auf Tageslänge und Temperaturverläufe, ohne sich sichtbar zu verändern. Im Boden laufen Prozesse an, die auf den Frühling vorbereiten: Mikroorganismen werden aktiver, Nährstoffe langsam mobilisiert.
Der Unterschied zum Jänner liegt im Zweck: Während dort Energie strikt gespart wird, beginnt im Februar das vorsichtige Hochfahren der biologischen Systeme.
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Wildtiere im Februar: Kritische Übergangszeit
Im Februar wechseln sich oft Tauphasen, Frost und Neuschnee ab. Das hat konkrete Folgen: Bei Tauwetter bildet sich nachts häufig Harsch, eine harte, vereiste Schneekruste. Für Rehe und Hirsche wird die Fortbewegung dadurch anstrengender, weil sie mit ihren schlanken Läufen einbrechen und sich verletzen können. Gleichzeitig verändert sich die Erreichbarkeit von Nahrung ständig: Was gestern noch unter lockerem Schnee lag, kann heute unter einer Eisschicht verschwunden sein. Die Tiere müssen also häufiger ihre Einstandsgebiete wechseln oder weiter nach Äsung suchen, genau dann, wenn ihre Fettreserven am knappsten sind.
Füchse wiederum müssen ihre Jagdstrategie anpassen, weil sie ihre Beute wie z.B. Mäuse bei wechselnden Schneeverhältnissen schwerer orten können.
Das Leben der Kleinsäuger unter der Schneedecke
Unter einer stabilen Schneedecke entsteht ein erstaunlich lebensfreundlicher Bereich: der sogenannte subnivale Raum. Die Schneedecke isoliert wie eine Dämmschicht und hält die Temperatur dort relativ konstant bei knapp unter null Grad, selbst wenn es oberhalb minus 20 Grad hat. Mäuse und Spitzmäuse legen dort Tunnelsysteme an, suchen nach Samen, Wurzeln und Rinde und sind vor Greifvögeln geschützt.
Schmilzt die Schneedecke zu früh oder wird sie durch Tauwetter instabil, verlieren sie beides: die Wärmeisolation und den Schutz vor Fressfeinden. Der Energieaufwand steigt dann massiv.
Holzernte im Februar: Warum gerade jetzt?
Der Februar fällt mitten in die arbeitsreichste Zeit im Forst. Besonders Laubholz wird im Herbst und Winter geerntet. Je kälter und trockener, desto besser. Der gefrorene Boden trägt die schweren Maschinen, ohne Schaden zu nehmen und ohne Laub lassen sich Gefahren in den Kronen besser erkennen.
Auch die Holzqualität profitiert: Der Wasseranteil im Baum ist geringer, Pilze und Insekten haben in der Kälte keine Chance. Dazu kommt die Aufarbeitung von Schadholz – Schneedruck, Eisbrüche und Windwurf erfordern oft raschen Abtransport, um Borkenkäferbefall zu verhindern.
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Waldbesuch im Februar: Was Erholungssuchende jetzt beachten sollten
Im Februarwald erzählen Spuren Geschichten, Licht schafft Kontraste. Gleichzeitig ist im dieser Stille Rücksicht besonders wichtig: Waldtiere reagieren empfindlich auf Störungen, weil ihre Energiereserven begrenzt sind. Auf den Wegen bleiben, Abstand halten, Hunde anleinen und sich ruhig verhalten ist der größte Gefallen, den man den Tieren im Wald zu diesem Zeitpunkt machen kann.
Besonders schöne österreichische Wald-Ausflugsziele im Februar
Biosphärenpark Wienerwald: Im Februar zeigt sich der Wienerwald besonders licht und strukturiert. Ohne Blätterdach fallen Sonnenstrahlen bis auf den Boden. Ideal für stille Spaziergänge durch den Buchenwald, wenn die klare Winterluft Weitsicht und Ruhe bringt.
Bregenzerwald: Der Bregenzerwald verbindet dichte Nadelwälder mit offenen Weideflächen und traditionell bewirtschafteten Lichtungen. Im Februar prägt tiefe Winterruhe die Region, während zunehmendes Licht erste Akzente setzt. Winterwanderwege führen durch strukturreiche Waldlandschaften abseits großer Skigebiete.
Nationalpark Gesäuse: Steile Hänge, strukturreiche Bergwälder und viel Ruhe prägen den Februar im Gesäuse, das sich besonders wild und alpin präsentiert. Im Februar ist der Winter ist präsent, doch das zunehmende Licht verändert die Wahrnehmung. Besonders eindrucksvoll sind Waldwege in tieferen Lagen entlang der Enns.
Nockberge: Sanfte Höhen, weite Zirben- und Lärchenwälder und offene Almlandschaften machen die Nockberge zu einem besonderen Februar-Ziel. Das zunehmende Licht des Spätwinters bringt Weite und Stille in die verschneite Landschaft.
Mostviertel: In den hügeligen Waldlandschaften des Mostviertels zeigt sich der Februar unterschiedlich: Während tiefere Lagen oft schneearm oder schneefrei sind, prägt in höheren Bereichen noch Winterstimmung das Bild. Teils prägt Nebel das Bild, die klaren Tage machen Lust auf Naturbeobachtungen.
Gailtaler Alpen: Abseits der großen Tourismusströme bieten die Gailtaler Alpen stille Schutzwälder und strukturreiche Berglandschaften. Im Februar lässt sich hier in tiefe Winterruhe eintauchen. Wer kann in der Stille erkennen, welches Tier seine Spuren hinterlassen hat?
Der Februar ist für Wildtiere eine sensible Übergangszeit. Besonders wichtig: auf den Wegen bleiben, Hunde anleinen und Dämmerungszeiten meiden.
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