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Biodiversität – mehr als Artenvielfalt

Die Herausforderungen und Ansprüche an unsere Wälder steigen. Eine gezielte Förderung der Biodiversität kann dazu beitragen, die Wälder anpassungsfähig oder resilient gegen Umweltveränderungen zu gestalten.

Seit der Renaissance wollen Forscher wie Conrad Gessner einen Überblick über die natürliche Vielfalt gewinnen. Jedoch erst zweihundert Jahre später wird von Carl von Linné (1707 – 1778) das nomenklatorische System der Arten etabliert. Erst um 1980 beinhaltet der wissenschaftliche Diversitätsbegriff zusätzlich zur Artenvielfalt jene von Landschaften und Ökosystemen. Im Rahmen einer Tagung werden 1986 erstmals die englischen Begriffe „Biological Diversity“ zu „BioDiversity“ zusammengezogen. Seit der UN-Biodiversitätskonvention (1992) bekommt „Biodiversität“ auf internationaler Ebene als Wissenschaftskonzept sowie umweltpolitisches Schlagwort Bedeutung (BEIERKUHNLEIN, 1998). Im heutigen Verständnis ergeben sich drei gleichwertige Dimensionen des Begriffes: die Vielfalt von Arten, Ökosystemen sowie die genetische Diversität.

 

BIODIVERSITÄT BEDEUTET STABILITÄT

Die Bedeutung der Biodiversität ergibt sich aus der Ecological Insurance-Hypothese. Diese sagt aus, dass eine erhöhte Diversität in der Pflanzenarten- und genetischen Zusammensetzung von Populationen zur Stabilisierung von Ökosystemen beiträgt (YACHI U. LOREAU, 1999). Daraus resultiert eine funktionale Redundanz der Ökosysteme (DEN BOER, 1968). Dies bedeutet, dass eine erhöhte Artendiversität die Wahrscheinlichkeit des Verlustes von Ökosystemleistungen bei Umweltveränderungen senkt. Die Wissenschaft begründet dies damit, dass in artenreichen Lebensgemeinschaften mehrere Arten dieselbe Funktion erfüllen können. Fällt eine Art durch Umweltveränderungen aus, brechen Ökosysteme somit trotzdem nicht zusammen.

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