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Sind Holzkraftwerke wichtig für Klima- und Forstschutz?

  • Fakten und Zahlen

Fast 92 % der globalen CO2 Emissionen stammen aus der Nutzung fossiler Energieträger. Durch die Verbrennung dieser problembehafteten Energieträger wird der Klimawandel weiter angefeuert. Immer neue Naturkatastrophen und „Klima-Rekordwerte“ halten uns diese besorgniserregende Entwicklung deutlich vor Augen. Der Wald bekommt die zunehmenden Klimaextreme mit aller Brutalität zu spüren. In immer kürzeren Abständen treten Waldschäden auf, bei denen rasch gehandelt werden muss, um schlimmeres zu vermeiden. Beim Anfall von großen Schadholzmengen durch Stürme, Eisbruch und Borkenkäfer tragen die Holzkraftwerke zur zügigen Aufarbeitung der Schadhölzer bei. Sie leisten damit einen Beitrag zum Forstschutz, indem brutfähiges bzw. befallenes Material unschädlich gemacht und zu sauberer Energie umgewandelt wird. Zur Stärkung der Versorgungssicherheit in Österreich muss die bestmögliche Nutzung der verfügbaren Bioenergietechnologien und Biomassepotenziale weiter forciert und der Rechtsrahmen für die notwendigen Investitionen verbessert werden. Nur so kann der Weiterbetrieb dieser Holzkraftwerke nicht nur als Lieferant sauberer Energie, sondern auch zum Schutz der Wälder, sichergestellt werden.

Fakten und Details

Holz ist der wichtigsten erneuerbare Energieträger in Österreich. Im Jahr 2024 stammt ca. 52 % der erneuerbaren Endenergie aus Bioenergie, davon sind ca. 82 % auf holzbasierte Energieträger, ca. 15 % auf Biotreibstoffe, Biogas und sonstige Biomasse und ca. 3 % auf erneuerbare Abfällen zurückzuführen. Die restlichen Anteile der erneuerbaren Endenergie setzen sich aus ca. 30 % Wasserkraft, ca. 6 % Windkraft, ca. 6 % PV und Solarthermie und ca. 6 % Geothermie und Wärmepumpe zusammen. 

Ein wichtiger Teil des österreichischen Erfolges bei erneuerbarer Energie sind die 180 Holzkraftwerke (KWK-Anlagen). Unabhängig von Dürre, Flaute oder Dunkelheit sorgen sie rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr für sauberen, erneuerbaren und umweltfreundlichen Strom und Wärme in unserem Land. Die dezentralen Anlagen entlasten mit jährlich 2 Mrd. Kilowattstunden eingespeistem Ökostrom das öffentliche Stromnetz, das entspricht dem Jahresstrombedarf von ca. 600.000 Haushalten. Mit der Nutzung von zusätzlich anfallenden 4.5 Mrd. Kilowattstunden Abwärme wird nicht nur die Wärmeversorgung in der Region sichergestellt. Es werden auch 450 Mio. l Heizöl ersetzt, die andernfalls aus fragwürdigen Quellen importiert werden müssten und unser Klima sowie die Handelsbilanz zusätzlich belasten würden.

 

Praxistaugliche Anpassungen des EAG-Förderregimes zur Steigerung der Versorgungssicherheit

Im Gegensatz zur Abhängigkeit von riskanten Erdöl- und Erdgas-Importen verfügt Österreich durch eine gute Waldausstattung über einen Selbstversorgungsgrad von 90 bis 100 % bei biogenen Energieträgern. Biogene Energieträger sind unsere wichtigste inländische Energie-ressource und für die Energieversorgungssicherheit in Österreich unverzichtbar. Durch jahrzehntelangen Ausbau der Biomassenutzung und konsequente Weiterentwicklung der Bioenergiesysteme verfügt Österreich bei der Biomassenutzung über internationale Technologieführerschaft. Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern und anderen erneuerbaren Technologien (PV-Anlagen, Batterietechnik, etc.) ist Österreich bei Bioenergiesystemen weder von Russland noch von China abhängig. Zur Stärkung der Versorgungssicherheit in Österreich muss die bestmögliche Nutzung der verfügbaren Bioenergietechnologien und Biomassepotenziale weiter forciert und der Rechtsrahmen für die notwendigen Investitionen verbessert werden. Um die verfügbaren Fördermittel für die Realisierung von Biomasseprojekten auch tatsächlich einsetzen zu können, müssen daher dringend die Rahmenbedingungen des EAG-Förderregimes für Investitionen in Biomassetechnologien verbessert werden. Ohne praxistaugliche Anpassungen des EAG-Förderregimes können zur Steigerung der Versorgungssicherheit dringend benötigte Biomasseprojekte weiterhin nicht bzw. nicht in ausreichendem Ausmaß umgesetzt werden. 

 

Vorteil für alle Sektoren der Wertschöpfungskette

Viele Holzkraftwerke stehen an den Standorten der Säge- und Plattenindustrie und sind optimal in die Holz- und Energieflüsse der Betriebe integriert. Sie stärken damit die österreichischen Standorte unserer exportorientierten Unternehmen und stellen einen wichtigen Baustein im komplexen Gefüge unseres Holzmarktes dar. Für Waldbesitzer und Sägewerksbetreiber ist es von großer Bedeutung, dass es einen sinnvollen Absatzmarkt für alle Haupt- und Nebenprodukte gibt. Gute Kapazitätsauslastung beim Sägerundholzeinschnitt bedeutet gleichzeitig mehr Industrierundholz und Nebenprodukte für die Papier- und Plattenindustrie. Die Holzkraftwerke tragen zum Vorteil der gesamten Wertschöpfungskette Holz zum guten Funktionieren unseres Holzmarktes bei. Daher muss die Absicherung des Anlagenbestandes auch ein gemeinsam getragenes Anliegen sein.

Zum Weiterlesen

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Quellen

  • Ein Fachbreitrag von Franz Titschenbacher und DI Kasimir Nemestothy

Franz Titschenbacher ist Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark und Vorsitzender des Ausschusses für Forst- und Holzwirtschaft der LK Österreich.

DI Kasimir Nemestothy ist Fachreferent für Energie der LK Österreich Abt. Forst- und Holzwirtschaft, Energie.

Rechte & Produktion

© 2021 Franz Titschenbacher, DI Kasimir Nemestothy, waldgeschichten.com  –  Die österreichischen Familienwaldbetriebe & Österreichischer Forstverein  –  Unterstützt durch den Holzinformationsfonds der Landwirtschafskammer Österreich.

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