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Biomasse als Energieträger

Die wichtigsten Fragestellungen zu Biomasse als Energieträger. Standortbestimmung, aktuelle Situation und Tendenzen.

Was sind die Vorteile von Biomasse?

  • Biomasse (bzw. biogene Energieträger = Bioenergie) trägt den Hauptteil zum Portfolio der erneuerbaren Energien in Österreich (ca. 55 %) und in der EU27 (ca. 60 %) bei, weil alle Bereiche des Energiebedarfs damit bedient werden können: Wärme, Mobilität und Strom.
  • Da nur 20 % des Endenergiebedarfs mit elektrischer Energie bedeckt werden und 80 % für Wärme & Mobilität (ohne elektrischer Energie) benötigt werden, steht Biomasse bei den erneuerbaren Energieträgern immer weit vorne. Im Gegensatz zur vielfältig verwertbaren Biomasse können Photovoltaik, Windkraft und Wasserkraft „nur“ Ökostrom liefern. Damit wird auch deutlich, dass wir alle erneuerbaren Energietechnologien ambitioniert ausbauen müssen, um die Klima- & Energieziele für 2030 – 2040 – 2050 erreichen zu können.
  • Ganzjährige bedarfsgerechte Verfügbarkeit rund-um-die-Uhr (365 Tage / 24 Stunden): Während andere erneuerbare Technologien von den Windverhältnissen, Niederschlagsereignissen und Sonnenschein abhängig sind, liefert Biomasse immer nach Bedarf genau steuerbar erneuerbare Energie – auch in krachkalten Winternächten. Im Winterhalbjahr ist das besonders wichtig, da wir in dieser Zeit nach wie vor durch die Winterstromlücke von Atomstrom- & Kohlestromimporten abhängig sind. Nur mit Biomasse kann über die Photosynthese im Sommerhalbjahr gespeicherte Sonnenenergie kostengünstig für das Winterhalbjahr bereitgestellt werden – ein gutes Beispiel für diesen Vorteil ist das im Herbst für die kommende Heizperiode angefüllte Ofenholz- oder Pellets-Lager.
  • Klimaneutralität: Durch die Genialität der Photosynthese verwerten die Pflanzen das CO2 aus der Luft und der Kohlenstoff in der Biomasse bleibt im „lebenden“ Kreislauf. Auf diesem Weg schützt die energetische Biomassenutzung unsere Atmosphäre vor der weiteren Anreicherung mit fossilem CO2 aus der Kohle-, Erdöl- und Erdgasverbrennung.
  • Ein großer Vorteil sind auch die langfristigen Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekte der Biomassenutzung in unserer Region. Die positiven Effekte entstehen einerseits durch die Investitionen in die Anlagentechnik (österreichische Unternehmen sind bei Bioenergietechnik globale Technologieführer) und andererseits durch die Betriebseffekte für den Anlagenbetrieb (Rohstoffversorgung, Maschinenwartung, etc.). Auch bei der gesamten Bereitstellungslogistik für Biomasse haben wir in Österreich internationale Vorzeigeunternehmen.
  • Nicht zuletzt hat die Corona-Pandemie den Vorteil regionaler Versorgungssicherheit. Wir haben in unserem Land eine hervorragende Waldausstattung und engagierte Waldbesitzer:innen, die ihren Wald generationsübergreifend nachhaltig bewirtschaften. Das Prinzip der kurzen Wege kann bei Biomasse gut eingehalten werden, wir müssen nicht fürchten, dass die Versorgung durch Kriege oder Tankerunfälle auf globalen Routen unterbrochen wird.

 

Was hat sich in den letzten Jahren im Bezug auf die Biomasse getan?

  • Die Waldausstattung der EU27 hat sich in den letzten 30 Jahren seit 1990 jährlich (!) um durchschnittlich 500.000 ha Waldflächenzuwachs und 300 Mio. Festmeter Holzvorratsaufbau verbessert (siehe https://efi.int/publications-bank/key-questions-forests-eu)
  • Auch in Österreich hat sich durch die nachhaltige aktive Waldbewirtschaftung der Holzvorrat auf einen Rekordwert von 1.2 Mrd. Festmeter (= m³) erhöht und die Waldfläche nimmt jährlich um ca. 3.400 ha zu – siehe Fakten unter https://www.holzistgenial.at/blog/10-fakten-zum-wald-in-oesterreich/
  • Durch die Vorgaben zum Klimaschutz und die zugehörige „Raus-aus-Öl“-Förderaktion steigen immer mehr Haushalte aus klimaschädlichen Ölheizungen aus und wechseln zu klimafreundlichen Holzheizsystemen.
  • Österreichische Unternehmen sind bei Biomasse-Feuerungsanlagen und bei der Bereitstellungslogistik internationale Technologieführer, mit beeindruckenden Exportzahlen ihrer Produkte in die EU und die ganze Welt. Die Feuerungstechnik und Logistiksysteme werden laufend weiterentwickelt.
  • Widersinniger Weise versuchen verschiedenste Akteure die Erfolge der Biomasse-Branche schlecht zu reden, vor allem auf EU-Ebene wird viel Unfug gegen die energetische Holznutzung verbreitet. Die Branche bemüht sich daher verstärkt, die guten Fakten verstärkt zu kommunizieren (u. a. per Biomasse- und Pelletsverband – siehe  https://www.biomasseverband.at/ & https://www.propellets.at/

 

Entschließen sich vermehrt Menschen dazu, auf Biomasse umzusteigen? Geht der Trend vermehrt hin zur Nachhaltigkeit?

  • Der Pariser Klimaschutzvertrag gibt vor, dass wir bis 2050 komplett aus fossilen Energieträgern aussteigen müssen. Österreichs Bundesregierung hat sich dieses Ziel der Klimaneutralität bereits für 2040 gesteckt – also innerhalb von 19 Jahren Null-Ölheizungen & Null-Gasheizungen in unserem Land.
  • Um diese Klimaschutzziele erfüllen zu können, wird es noch mehr Förderungen und gesetzliche Regelungen für den Umstieg auf klimafreundliche Optionen wie Biomasse geben (müssen).
  • Der Trend geht also eindeutig in Richtung mehr Nachhaltigkeit, die nachhaltige aktive Waldbewirtschaftung in Mitteleuropa ist de-facto der „Erfinder“ des generationsübergreifenden Nachhaltigkeitsprinzips und ein erfolgreiches internationales Musterbeispiel.

 

Wie viel Prozent der Wärmeaufbringung stammen zirka aus Biomasse? Wie viele Menschen in Österreich / Kärnten heizen derzeit mit Biomasse?

 

Warum ist es heutzutage wichtig auf regenerative Energien zu setzen?

  • Die Vorgaben des Pariser Klimaschutzvertrages bedingen einen kompletten Ausstieg der EU27 aus fossilen Energieträgern bis 2050 (Green Deal), Österreich möchte schon 2040 ohne klimaschädliche fossile Energieträger (Kohle, Erdöl & Erdgas) die Energieversorgung bewerkstelligen (Regierungsprogramm, Klimaneutralität 2040).
  • Das bedeutet, dass umgehend alle neu installierten Energiesysteme mit klimafreundlichen regenerativen Energien (wie Biomasse) betrieben werden müssen, um „Lock-in-Effekte“ zu vermeiden (durch Lebensdauer der Investition).

 

Welche Schwerpunkte im Bezug auf die Nachhaltigkeit werden derzeit in Österreich beim Heizen gesetzt?

 

Wohin geht die Reise in Zukunft mit der Biomasse? Wo funktioniert das schon gut, was sollte/muss in den nächsten Jahren noch getan werden?

  • Wie oben erwähnt, gehört Österreich mit den vielfältigen, technischen ausgereiften Biomassesystemen zur Wärmeversorgung aller Verwertungsbereiche (Industrie, Gewerbe, Haushalte) zu den internationalen Vorreitern und Musterbeispielen.
  • Auch bei den Biotreibstoffen (Bioethanol & Biodiesel) haben wir hervorragende Unternehmen (z. B. Agrana, Münzer, etc.)
  • Bei Biomethan gibt es viel Entwicklungspotential (Grünes Gas – siehe für Details https://www.kompost-biogas.info/ )
  • Die wichtigste Herausforderung für die kommenden Monate und Jahre ist die gute Kommunikation der Biomasse-Erfolge, um dem „Störfeuer“ der Biomassegegner zu begegnen.

 

Wie viel Prozent der neu installierten Heizungen sind derzeit Biomasse-Heizungen? Wie hoch ist das Plus im Vergleich zu den Vorjahren? Welches Bundesland liegt hier im Bundesländervergleich vorne?

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