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Der heimische Weihnachtsbaum

Tradition trifft auf Nachhaltigkeit 

Der geschmückte Weihnachtsbaum stellt  alljährlich den symbolischen Mittelpunkt des Weihnachtsfestes dar. 70 % der Österreicher:innen und damit rund 2.8 Millionen Haushalte setzten auf einen Naturbaum zum Fest. Die Anzahl an heimischen Weihnachtsbäumen beträgt davon mit rund 2.5 Millionen mehr als 90 %.

Um den hohen Ansprüchen der Österreicher:innen an die Qualität des Baumes (Form, Farbe, Haltbarkeit) gerecht zu werden, steckt in jedem einzelnen Weihnachtsbaum viel Handarbeit und eine professionelle Pflege der rund 1.000 heimischen Weihnachtsbaumbauern.

In Österreich werden auf einer Fläche von 3.500 ha Weihnachtsbäume nachhaltig angebaut. Diese Kulturlandschaft bietet Raum für einzigartige Ökosysteme für Tiere und Pflanzen und hat zudem positive Auswirkungen auf das Klima.

Wussten sie, dass die Holzforschung Austria Weihnachtsbäume untersucht hat, ob sie vielleicht giftige Dämpfe ausgasen? Das Ergebnis ist, dass bei heimischen Weihnachtsbäumen nichts zu befürchten ist!

 

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Informationen & Zahlen

zum heimischen Weihnachtsbaum 2020

 

  • Anzahl der in Österreichs Haushalten aufgestellten Naturweihnachtsbäume: 2.8 Mio.
  • Anteil heimischer Weihnachtsbäume in Österreichs Wohnzimmern: über 90 % (2.5 Mio)
  • Anzahl der Bäume aus dem eigenen Wald/Garten: 0.1 Mio
  • Anzahl der Zweit- und Drittbäume: 0.1 Mio
  • Die beliebteste Weihnachtsbaumart: Nordmannstanne
  • Durchschnittliche Fahrzeit vom Feld bis zum Verkaufsplatz: 40 km
  • Regionalität erkennbar an der Schleife

Weihnachtsbaum Arten

Nordmannstanne
Die Nordmannstanne ist der Klassiker bei den Weihnachtsbäumen und aufgrund ihres satt grünen Nadelkleides und ihrer guten Haltbarkeit als Familienbaum sehr geschätzt. Mermale: Langes Nadelkleid, weich benadelt, sattes Grün, wenig Duft, beste Haltbarkeit.

Blaufichte
Die Blaufichte überzeugt mit ihrer bläulich grünen Färbung und ihrem wunderbaren Nadelduft alle Naturliebhaber. Merkmale: Bläuliche / grünliche Färbung, ein wenig stachelig, intensiv harziger Duft, gute Haltbarkeit.

Fichte
Die Fichte ist als Baumart der 60er und 70er Jahre den meisten als eine Kindheitserinnerung bekannt. Meist wird diese Baumart im Zuge von Pflegenutzungen aus dem Wald geholt. Merkmale: Grüne Farbe, kurze Nadeln, leicht stachelig, harziger Duft, bedingte Haltbarkeit der Nadeln.

Weißtanne
Die Weißtanne steht mir ihrem starken Duft als Inbegriff von Weihnachten und wird im Wald meist unter alten Bäumen geschnitten. Merkmale: Buschiges Nadelkleid, dunkelgrüne Farbe, weiche Nadeln, sehr starker Duft, gute Haltbarkeit.

Coloradotanne
Die Coloradotanne vereint mit ihrem weichen Nadelkleid und ihrem frischen Tannenduft die Vorzüge von der Blaufichte und Nordmannstanne. Merkmale: Buschiges Nadelkleid, bläuliche Färbung, zitroniger Duft, gute Haltbarkeit.

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Naturnaher Anbau

Rund 4/5 aller heimischen Weihnachtsbäume stammen aus speziell dafür angelegten Kulturen, wobei jeder Weihnachtsbaum einen Platzbedarf von ca. 3 m² hat. Rund 1/5 stammen aus dem Wald und stellen einen wichtigen und notwendigen Beitrag zur Walderhaltung dar.

In Österreich gibt es etwa 1.000 Weihnachtsbaumbauern, die auf einer Fläche von 3.500ha Weihnachtsbäume aufziehen. Die künftigen Weihnachtsbäume werden als Setzlinge mit vier, fünf Jahren am Feld ausgepflanzt. Bis der Baum eine Höhe von ca. zwei Metern erreicht, dauert es mindestens 10 Jahre, in der er von den Bauern regelmäßig beschnitten und professionell gepflegt wird. Denn nur durch regelmäßiges Beschneiden wachsen die Bäume gleichmäßig. Damit Verunkrautungen verhindert werden, die zu asymmetrischen Bäumen und dürren Astreihen führen, muss stetige Kulturpflege betrieben werden. Im Sinne der Nachhaltigkeit wird auch für jeden geernteten Baum ein neuer nachgepflanzt.

54.4 % der österreichischen Anbauflächen für Weihnachtsbäume entfallen auf Niederösterreich mit dem Hauptproduktionsgebiet Jauerling (Bez. Krems). An zweiter Stelle liegt mit 16.9 % die Steiermark, gefolgt von Oberösterreich mit einem Anteil von 10 %. Burgenland hält 7.2%, Kärnten und Salzburg jeweils 3.4 %, Tirol 2.2 %, Vorarlberg 0.8 % und Wien 0.4 %.

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Artenfreundliche Kulturlandschaft

Da Weihnachtsbäume viele Jahre wachsen, bietet diese Kulturlandschaft eine Fläche für einzigartige Ökosysteme für Tiere und Pflanzen. Die Anbaugebiete bieten offene Bereiche mit viel Sonnenlicht, grüne Gassen neben den Bäumen und eine Vielzahl von Versteckmöglichkeiten werden von Tieren als Unterschlupf oder Brutstätte genutzt.

Viele Weihnachtsbaumbauern säen Blühstreifen an den Rändern ihrer Kulturen aus, wo sich gerne Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten tummeln. Studien belegen, dass Weihnachtsbaumkulturen sehr positiven Einfluss auf das Vorkommen bestimmter Vogelarten wie zum Beispiel Neuntöter und Heidelärche haben können. Auch seltene und vom Aussterben bedrohte Vogelarten finden hier Nistmöglichkeiten und ein großes Angebot an Insekten und Kräutersamen als Nahrung.

Schon gewußt?

Heimische Weihnachtsbäume sondern keine gefährlichen Spuren von Bioziden ab.

Heranwachsende Weihnachtsbäume werden unter Umständen ab dem vierten bist fünften Lebensjahr jeweils im Frühjahr mit einer Pflanzenschutzkombination behandelt. Damit werden vorrangig Schädlinge bekämpft. Mit etwa 10 Jahren gelangt der verkaufsreife Weihnachtsbaum in den Handel und kann somit mehrere Schutzmittelbehandlungen hinter sich haben.

Die Holzforschung Austria untersuchte das
& spricht von einer Unbedenklichkeit.

Christina Fürhapper, die Chemikerin von der Holzforschung Austria, hat die Weihnachtsbäume nach frei werdenden Pflanzenschutzmittel untersucht. Die Forschungsarbeit beschäftigte sich damit, ob es für Menschen, die sich mit den Bäumen in einem geschlossenen Raum befinden, durch freigesetzte Chemikalien Beeinträchtigungen gibt. Das Ergebnis der Analysen war, dass keine Pflanzenschutzmittel aus Weihnachtsbäumen in der Luft vorhanden waren.

Holzforschung Austria – Magazin Weihnachtsbaum

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Artenfreundliche Kulturlandschaft

Da Weihnachtsbäume viele Jahre wachsen, bietet diese Kulturlandschaft eine Fläche für einzigartige Ökosysteme für Tiere und Pflanzen. Die Anbaugebiete bieten offene Bereiche mit viel Sonnenlicht, grüne Gassen neben den Bäumen und eine Vielzahl von Versteckmöglichkeiten werden von Tieren als Unterschlupf oder Brutstätte genutzt.

Viele Weihnachtsbaumbauern säen Blühstreifen an den Rändern ihrer Kulturen aus, wo sich gerne Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten tummeln. Studien belegen, dass Weihnachtsbaumkulturen sehr positiven Einfluss auf das Vorkommen bestimmter Vogelarten wie zum Beispiel Neuntöter und Heidelärche haben können. Auch seltene und vom Aussterben bedrohte Vogelarten finden hier Nistmöglichkeiten und ein großes Angebot an Insekten und Kräutersamen als Nahrung.

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Heimische Weihnachtsbäume schützen das Klima

durch CO2-Speicherung

Der Anbau von Weihnachtsbäumen wirkt sich positiv auf das Klima aus. Ein Hektar Christbäume verbraucht während der etwa 10-jährigen Wachstumsphase 95 bis 143 Tonnen CO2 und produziert 70 bis 105 Tonnen Sauerstoff und filtern Staubpartikel und gleichen das Kleinklima aus.

durch kurze Transportwege

Weihnachtsbäume aus Österreich werden möglichst naturnah und nach den strengen Bestimmungen der heimischen Landwirtschaft aufgezogen. Vom Feld bis zum Verkaufsstand beträgt der durchschnittliche Weg rund 40 km. Mit seinen kurzen Transportwegen leistet ein Weihnachtsbaum aus Österreich einen aktiven Beitrag zur Entlastung der Umwelt. Denn: Der Transport verursacht die meisten Emissionen und der durchschnittliche Weg vom Feld bis zum Verkaufsstand beträgt rund 40 Kilometer. Im Vergleich dazu legt ein Baum aus Nordeuropa mehr als 1.000 Kilometer zurück.

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Der Weihnachtsbaum

als Plastikbaum

Plastikbäume habe eine schlechte Ökobilanz und müssen 17 bis 20 Jahre aufgestellt werden, bis sie sich ökologisch amortisiert haben. Zudem kommen die meisten künstlichen Bäume aus Fernost und durch die langen Transportwege ist ihr ökologischer Fußabdruck enorm.

als Lebendbaum

Tannenbäume sind Tiefwurzler, darum bräuchten Topfbäume einen sehr großen Topf, um seinen lebensnotwendigen Wurzeln Platz zu bieten. In vielen Fällen wird jedoch ein radikaler Wurzelschnitt durchgeführt, damit der Baum in kleinere, praktischere Töpfe passt. Das hat zur Folge, dass der Baum nach Weihnachten meist nicht überlebensfähig ist. 

als Mietbaum

Einige Unternehmen bieten mittlerweile den Weihnachtsbaum als Mietbaum ab und liefern ihn im Sinne der Nachhaltigkeit mit E-Autos an und holen ihn nach den Festtagen wieder ab. Worauf hin er im Anschluss in der Baumschule wieder weiterleben kann.

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Heimisch regionale Wertschöpfung

Der Kauf eines Baumes aus der Region bedeutet heimische Wertschöpfung. Die Weihnachtsbaumproduktion sichert Einkommen und Arbeitsplätze der Österreichischen Landwirte.

Alleine in NÖ sind rund 1.000 Personen bei Ernte und Verkauf in den Christbaumkulturen tätig und die Christbaumbauern in NÖ verkaufen etwa 1,1 Million Christbäume. Das sind rund 22 Millionen Euro für die Landwirtschaft und damit für die Region. In der Steiermark beispielsweise gibt es rund 350 Betriebe, die ihr Einkommen zu einem mehr oder weniger großen Anteil aus dem Verkauf von Weihnachtsbäumen erwirtschaften.

Gütesiegel Weihnachtsbaumschleife

Ob der Weihnachtsbaum aus Österreich stammt ist an der Schleife ersichtlich. Diese Schleifen sind Gütesiegel für österreichische Qualität. Jedes Bundesland hat seine eigene Weihnachtsbaumschleife oder Banderole, anhand derer nachvollzogen werden kann, von welchem Weihnachtsbaumbauern der Baum stammt. 

Eine umfassende Auflistung von Weihnachtsbaumverkaufsstellen in ganz Österreich sind unter www.weihnachtsbaum.at zu finden.

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Rechte & Produktion

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