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Für Waldbesitzer:innen ist die Submission eine besondere Vermarktungsform. Sie lebt nicht von Masse, sondern von außergewöhnlicher Qualität.
Das Verfahren der Gebote pro Los schafft Wettbewerb und Transparenz, vor allem bei außergewöhnlichen Qualitäten, die schwer vergleichbar sind. Das Ziel: den Marktpreis für besonders hochwertige Stämme möglichst objektiv zu ermitteln.
Es werden Laubhölzer angeboten,wie
- Eiche,
- Schwarznuss,
- Esche, aber auch
- Ahorn,
- Walnuss,
- Elsbeere und andere Raritäten.
Wertholzsubmission
Bei einer Wertholzsubmission werden ausgewählte hochwertige Einzelstämme an einem zentralen Submissionsplatz aufgelegt und im Rahmen eines schriftlichen Gebotsverfahrens verkauft. Kaufinteressenten besichtigen die Stämme vorab und geben verdeckte Gebote pro Los ab.
In Österreich organisieren unter anderem die Waldverbände in der Steiermark, Niederösterreich, Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg jährlich solche Submissionen.
© 2026 Johanna Köck, LK OÖ
Der Weg zur Submission – Schritt für Schritt
1. Auswahl im Bestand
Die Entscheidung beginnt meist im Herbst. Gemeinsam mit einem Forstberater prüfen Waldbäuerinnen und Waldbauern, ob ein Stamm submissionsfähig ist.
Die Kriterien sind unter anderem:
- Ausreichender Durchmesser.
- Gerade, astfreie Schaftlänge.
- Geringe Wuchsfehler.
- Gute Holzgesundheit.
- Geeignete Standortentwicklung.
Wird ein Stamm als ungeeignet eingestuft, ist das keine Niederlage. Mithilfe der Forstberater:innen lassen sich oft alternative Vermarktungswege finden.
2. Fällung und Aufarbeitung
Das Fällen erfolgt mit besonderer Sorgfalt. Beschädigungen am Stamm führen unmittelbar zu Preisabschlägen.
Entscheidend sind:
- Kontrollierter Fällschnitt.
- Saubere Keilarbeit.
- Schadensfreies Fällen.
- Exaktes Ablängen des submissionsrelevanten Stammteils.
- Sauber geschnittene Stirnflächen.
Handwerkliche Präzision kann hier über mehrere hundert Euro Unterschied entscheiden.
3. Transport und Auflage am Submissionsplatz
Nach positiver Beurteilung wird der Transport organisiert.
Am Submissionsplatz werden die Stämme
- mit dem Kran ausgelegt,
- nummeriert (Losnummer),
- vermessen und
- dokumentiert.
Kaufinteressenten können die Stämme im Vorfeld besichtigen. Anschließend geben sie ihre Gebote innerhalb einer Frist ab.
Wer kauft Wertholz?
Die Nachfrage ist international. Abnehmer sind unter anderem:
- Furnierhersteller.
- Möbelmanufakturen.
- Instrumentenbauer.
- Spezialzulieferer für Innenausbau oder Automobilindustrie.
Qualität erzielt hier hohe Preise, da sie ästhetisch anspruchsvolle Anwendungen bedient. Struktur, Farbe, Jahrringbild und Fehlerfreiheit spielen eine zentrale Rolle.
Kosten und Rahmenbedingungen
Neben dem möglichen Erlös sollten Waldbesitzer die Rahmenbedingungen berücksichtigen:
- Lagergebühren am Submissionsplatz.
- Holzwerbebeiträge (branchenübliche Pflichtabgabe zur Förderung des Holzabsatzes).
- Zahlungsfristen.
- Abholverpflichtungen.
© 2023 LK Niederösterreich
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Nachhaltige Waldbewirtschaftung als Voraussetzung
Ein submissionsfähiger Stamm ist das Ergebnis
- gezielter Einzelbaumförderung,
- regelmäßiger Durchforstung,
- langfristiger Pflege und
- standortangepasster Baumartenwahl.
Bei Eiche oder Nussbaum sprechen wir von Entwicklungszeiträumen über mehrere Jahrzehnte. Wertholz ist daher immer auch Ausdruck nachhaltiger Waldbewirtschaftung.
Die Submission macht diesen langfristig aufgebauten Wert nicht nur sichtbar, sondern auch marktfähig.
Wann lohnt sich die Teilnahme bei einer Wertholzsubmission?
Eine Submission lohnt sich insbesondere:
- bei außergewöhnlicher Qualität,
- bei ausreichendem Durchmesser und
- mit optimaler fachlicher Beratung und Abwicklung (richtige Einschätzung, optimaler Schnitt, keine Transportschäden).
Eine Submission eignet sich für Waldbesitzer:innen, die einen qualitativ herausragenden Einzelstamm anbieten können und die Entscheidung ohne Zeitdruck treffen. Denn: Die Wertholzsubmission bietet die Chance auf überdurchschnittliche Erlöse. Sie erfordert jedoch sorgfältige Auswahl, präzise Aufarbeitung und professionelle Begleitung.
Für Waldbesitzer:innen, die langfristig denken und auf Qualität setzen, ist sie ein wirkungsvolles Instrument, um jahrzehntelange Pflegearbeit sichtbar zu machen und dafür einen transparent ermittelten Marktpreis zu erzielen. Denn Wertholz entsteht nicht zufällig. Es ist das Ergebnis von Geduld, Fachwissen und nachhaltiger Bewirtschaftung.
Foto: Markus Raschhofer, Sieger der Laubholzsubmission 2026 in Niederösterreich
© 2023 Johanna Köck, LK Niederösterreich
Zum Weiterlesen
Zum Nachlesen
Quellen
- Bundeforschungszentrum für Wald – BFW
- Quelle: Naturschutz – Rund ein Drittel der Waldfläche Österreichs unter Schutz
Rechte & Produktion
© 2022 BFW und waldgeschichten.com – Die österreichischen Familienwaldbetriebe & Österreichischer Forstverein – Unterstützt durch den Holzinformationsfonds der Landwirtschaftskammer Österreich
Redaktion
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