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Wald in den Bundesländern

Österreichs Wälder von Ost bis West

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Wald in den Bundesländern – Österreichs Wälder von Ost bis West

 

Österreich ist ein Waldland – aber kein einheitliches. Wer die Wälder der neun Bundesländer kennt, weiß: Zwischen dem pannonischen Eichenwald im Burgenland und dem Lärchen-Zirbenwald hoch über den Tiroler Alpentälern liegen nicht nur Kilometer, sondern ganze Ökosysteme.

Jedes Bundesland hat seinen eigenen Wald-Charakter, seine eigene Geschichte der Waldbewirtschaftung, seine eigenen Schutzgebiete – und seine eigenen Geschichten, die der Wald erzählt. Diese Seite bringt alle Bundesländer-Seiten an einem Ort zusammen und macht den Einstieg leicht, egal wohin die nächste Reise geht.

Niederösterreich – Vom Wienerwald bis zum mystischen Waldviertel

 

Niederösterreich ist mit 774.000 Hektar und einem Waldanteil von 40 Prozent ein ausgesprochenes Waldland. Was das Bundesland besonders macht, ist die Bandbreite: Im Osten dominieren wärmeliebende Eichenwälder und Auwälder entlang der großen Flüsse, im Westen prägen Buchen-Tannen-Fichtenwälder der Randalpen das Bild, im Norden öffnet sich das Waldviertel mit seinen ursprünglichen Wäldern, Mooren und ungewöhnlichen Felsformationen.

Gut ein Drittel der niederösterreichischen Landesfläche ist als Schutzgebiet ausgewiesen – vom UNESCO-Biosphärenpark Wienerwald, der allein 33 verschiedene Waldtypen beherbergt, über den Nationalpark Donau-Auen als eine der größten intakten Aulandschaften Mitteleuropas bis zum Nationalpark Thayatal, in dem gefährdete Tierarten wie die Europäische Wildkatze und der Schwarzstorch ihren Lebensraum haben. Im UNESCO-Weltnaturerbe Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal steht der höchste Baum Mitteleuropas: eine 63 Meter hohe Fichte.

Die Forst- und Holzwirtschaft ist nach dem Tourismus der zweitwichtigste Wirtschaftsfaktor Niederösterreichs: Mehr als 16.000 Menschen arbeiten in diesem Sektor.

Bild: Flusslauf im Nationalpark Donau-Auen

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Salzburg – Schutzwald, Holzbau und die Hohen Tauern

 

In Salzburg bedeckt der Wald mit 52 Prozent mehr als die Hälfte der Landesfläche. Rund ein Drittel davon ist Schutzwald – ein Wert, der die gebirgige Prägung des Landes widerspiegelt und gleichzeitig zeigt, wie existenziell der Wald als natürlicher Schutzschild vor Lawinen, Steinschlag und Muren ist.

Die Geschichte des Salzburger Waldes ist eng mit dem Salzbergbau verknüpft: Der enorme Holzbedarf der Bergwerke war ein wesentlicher Grund für das seit Mitte des 19. Jahrhunderts bestehende Forstgesetz, das nachhaltige Waldbewirtschaftung als Pflicht verankerte. Heute ist Salzburg Vorreiter in einer anderen Holzdisziplin: Der Holzbauanteil im Hausbau hat sich innerhalb von 20 Jahren von 17 auf 33 Prozent verdoppelt – ein klimapolitisch bedeutsamer Trend, der international als Modell gilt.

Der Salzburger Wald reicht von Eichenwäldern im nördlichen Alpenvorland bis zu Fichten-Lärchen-Zirbengesellschaften in den Hochlagen der Zentralalpen. Der Nationalpark Hohe Tauern und der Biosphärenpark Lungau sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Schutzgebiete und gleichzeitig Regionen, in denen Forstwirtschaft, Tourismus und Naturschutz beispielhaft zusammenwirken.

Bild: Wald am Prebersee

Steiermark – Das waldreichste Bundesland Österreichs

 

61,8 Prozent Waldanteil, rund 750 Millionen Bäume, mehr als 55.000 Menschen in der Forst- und Holzwirtschaft beschäftigt: Die Zahlen der Steiermark sind beeindruckend. Noch beeindruckender ist das, was hinter ihnen steckt. In den steirischen Wäldern wächst alle drei bis vier Sekunden ein Kubikmeter Holz nach – in weniger als vier Minuten damit genug, um ein durchschnittliches Einfamilienhaus zu bauen. Durch nachhaltige Bewirtschaftung wächst sogar mehr nach als geerntet wird.

Die steirischen Waldlandschaften reichen vom UNESCO-Biosphärenpark Murauen im Weinbaugürtel des Südens bis zu den Lärchen-Zirbenwäldern auf knapp 2.000 Metern Seehöhe. Den Begriff „Waldheimat” prägte der steirische Dichter Peter Rosegger für die Fischbacher Alpen – ein Name, der bis heute verwendet wird und zeigt, wie tief der Wald in der Identität des Landes verankert ist.

Wissenschaftlich ist die Steiermark Vorreiterin: Mit der „Dynamischen Waldtypisierung” hat das Bundesland ein international einzigartiges Webtool entwickelt, das standortspezifische Empfehlungen für eine klimafitte Waldbewirtschaftung der nächsten 80 Jahre – einer ganzen Waldgeneration – liefert.

Bild: Nationalpark Gesäuse

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Tirol – Gebirgswald, Schutzfunktion und die ältesten Zirben der Ostalpen

 

Mehr als zwei Drittel des Tiroler Waldes sind als Schutzwald ausgewiesen. Diese Zahl sagt alles über die Rolle des Waldes in einem Land, das zu über 40 Prozent aus steilem Gebirge besteht: Ohne Wald keine Sicherheit für Siedlungen, Straßen und Alpentäler. Das Zusammenspiel der Wurzelsysteme von Fichte, Tanne, Bergahorn und Buche verhindert Erosion, bremst Steinschlag und hält Lawinenhänge stabil.

Tirol hat mit 57,6 Prozent den höchsten Fichtenanteil aller österreichischen Bundesländer – und gleichzeitig den höchsten Zirbenanteil mit 2,5 Prozent. Die Zirbe ist der Charakterbaum der Tiroler Hochlagen: langsam wachsend, bis zu 1.000 Jahre alt, und in keinem anderen Wald Österreichs so präsent wie hier. Der Oberhauser Zirbenwald in Osttirol ist mit über 170 Hektar der größte zusammenhängende Zirbenbestand der gesamten Ostalpen. Hoch über Hall in Tirol steht die älteste lebende Zirbe des Landes – ein Baum, der seit 750 Jahren wächst und seit 1926 als Naturdenkmal ausgezeichnet ist.

Mit der Initiative „Klimafitter Bergwald Tirol” begegnet das Bundesland den wachsenden Herausforderungen des Klimawandels gezielt: Allein 2021 wurden 1,8 Millionen standortangepasste Pflanzen aufgeforstet, um artenreiche Mischwälder zu fördern und die Schutzfunktion des Bergwaldes langfristig zu sichern.

Österreichs Wälder – Wald in den Bundesländern

 

So unterschiedlich Österreichs Wälder auch sind: Sie erfüllen überall zentrale Funktionen: Sie schützen vor Naturgefahren, speichern CO₂, sichern Arbeitsplätze und bieten Lebensraum für unzählige Arten. Gerade diese Vielfalt macht sie so wertvoll.

Wer die Wälder der Bundesländer kennt, versteht den Wald in Österreich als Ganzes besser und erkennt, wie entscheidend eine standortangepasste, nachhaltige Bewirtschaftung für ihre Zukunft ist.

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