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Der Wald in Österreichs Bundesländern
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Die Bundesländer und ihre Waldlandschaften
Österreich ist ein Waldland – aber kein einheitliches. Wer die Wälder der neun Bundesländer kennt, weiß: Zwischen dem pannonischen Eichenwald im Burgenland und dem Lärchen-Zirbenwald hoch über den Tiroler Alpentälern liegen nicht nur Kilometer, sondern ganze Ökosysteme.
Jedes Bundesland hat seinen eigenen Wald-Charakter, seine eigene Geschichte der Waldbewirtschaftung, seine eigenen Schutzgebiete – und seine eigenen Geschichten, die der Wald erzählt. Diese Seite bringt alle Bundesländer-Seiten an einem Ort zusammen und macht den Einstieg leicht, egal wohin die nächste Reise geht.
Burgenland – Vielfalt zwischen Steppe und Höhenzug
Das Burgenland gilt als Land des Weins, der Weite und des Neusiedler Sees. Doch auch hier wächst ein ein vielfältiger, wirtschaftlich bedeutender Wald. Zwischen pannonischer Steppe im Norden und dichten Eichen- und Buchenwäldern im Süden spannt sich ein überraschend kontrastreicher Naturraum – mit einem der artenreichsten Naturparke Österreichs, einem dichten Netz an Schutzgebieten und einer Forstwirtschaft, die jeden 18. Arbeitsplatz sichert.
Wie unterschiedlich der Wald im Burgenland tatsächlich ist, wo er an seine Grenzen stößt und warum er gerade im Klimawandel eine Schlüsselrolle spielt, zeigt dieser Überblick.
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Der Wald in Kärnten: Zwischen Gletschern, Zirben und Wildnis
Kärnten zählt zu den waldreichsten Bundesländern Österreichs und vereint auf engem Raum eine außergewöhnliche landschaftliche Vielfalt: von den Gletscherregionen der Hohen Tauern über die sanften Zirbenwälder der Nockberge bis zu den wilden Karawanken an der Grenze zu Slowenien.
Hier treffen alpine, kontinentale und mediterrane Einflüsse aufeinander und schaffen einen Naturraum mit hoher Biodiversität, großen Schutzgebieten und einer Forstwirtschaft, die tief in der Region verankert ist.
Was den Kärntner Wald so besonders macht, wie er genutzt wird und vor welchen Herausforderungen er steht, zeigt dieser Überblick.
Niederösterreich – Vom Wienerwald bis zum mystischen Waldviertel
Niederösterreich ist mit 774.000 Hektar und einem Waldanteil von 40 Prozent ein ausgesprochenes Waldland. Was das Bundesland besonders macht, ist die Bandbreite: Im Osten dominieren wärmeliebende Eichenwälder und Auwälder entlang der großen Flüsse, im Westen prägen Buchen-Tannen-Fichtenwälder der Randalpen das Bild, im Norden öffnet sich das Waldviertel mit seinen ursprünglichen Wäldern, Mooren und ungewöhnlichen Felsformationen.
Gut ein Drittel der niederösterreichischen Landesfläche ist als Schutzgebiet ausgewiesen – vom UNESCO-Biosphärenpark Wienerwald, der allein 33 verschiedene Waldtypen beherbergt, über den Nationalpark Donau-Auen als eine der größten intakten Aulandschaften Mitteleuropas bis zum Nationalpark Thayatal, in dem gefährdete Tierarten wie die Europäische Wildkatze und der Schwarzstorch ihren Lebensraum haben. Im UNESCO-Weltnaturerbe Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal steht der höchste Baum Mitteleuropas: eine 63 Meter hohe Fichte.
Die Forst- und Holzwirtschaft ist nach dem Tourismus der zweitwichtigste Wirtschaftsfaktor Niederösterreichs: Mehr als 16.000 Menschen arbeiten in diesem Sektor.
Bild: Flusslauf im Nationalpark Donau-Auen
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Der Wald in Oberösterreich: Zwischen Waldwildnis und Wirtschaftsraum
Oberösterreich ist ein Waldland und eines der vielseitigsten zugleich. Vom rauen Böhmerwald im Norden über die sanften Hügel des Alpenvorlands bis in die steilen Kalkalpen spannt sich ein Naturraum, in dem sich auf engem Raum ganz unterschiedliche Waldtypen entwickeln.
Hier liegen Österreichs größte Waldwildnis und eines der bedeutendsten Buchenwaldgebiete Europas. Zugleich ist der Wald ein zentraler Wirtschaftsfaktor mit tausenden Arbeitsplätzen entlang der Holz-Wertschöpfungskette.
Was den oberösterreichischen Wald auszeichnet, wie intensiv er genutzt wird und welche Herausforderungen ihn prägen, zeigt dieser Überblick.
Der Wald in Salzburg: Zwischen Schutzfunktion, Tradition und Holzbau
Salzburgs Wald ist mehr als Kulisse für Berge und Postkartenmotive. Er ist historisch gewachsen, wirtschaftlich bedeutend und in vielen Regionen lebenswichtig als Schutzwald.
Vom Alpenvorland bis in die Hochlagen der Hohen Tauern reicht eine außergewöhnliche Vielfalt an Waldtypen, geprägt von jahrhundertelanger Nutzung, alpinen Herausforderungen und einer Forstwirtschaft, die eng mit Tourismus und Naturschutz verzahnt ist. Gleichzeitig erlebt der Holzbau eine Renaissance, und zwar als Antwort auf Klimafragen und als Rückgriff auf regionale Tradition.
Was den Salzburger Wald prägt, welche Rolle er heute spielt und vor welchen Herausforderungen er steht, zeigt dieser Überblick.
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Steiermark – Das waldreichste Bundesland Österreichs
61,8 Prozent Waldanteil, rund 750 Millionen Bäume, mehr als 55.000 Menschen in der Forst- und Holzwirtschaft beschäftigt: Die Zahlen der Steiermark sind beeindruckend. Noch beeindruckender ist das, was hinter ihnen steckt. In den steirischen Wäldern wächst alle drei bis vier Sekunden ein Kubikmeter Holz nach – in weniger als vier Minuten damit genug, um ein durchschnittliches Einfamilienhaus zu bauen. Durch nachhaltige Bewirtschaftung wächst sogar mehr nach als geerntet wird.
Die steirischen Waldlandschaften reichen vom UNESCO-Biosphärenpark Murauen im Weinbaugürtel des Südens bis zu den Lärchen-Zirbenwäldern auf knapp 2.000 Metern Seehöhe. Den Begriff „Waldheimat” prägte der steirische Dichter Peter Rosegger für die Fischbacher Alpen – ein Name, der bis heute verwendet wird und zeigt, wie tief der Wald in der Identität des Landes verankert ist.
Wissenschaftlich ist die Steiermark Vorreiterin: Mit der „Dynamischen Waldtypisierung” hat das Bundesland ein international einzigartiges Webtool entwickelt, das standortspezifische Empfehlungen für eine klimafitte Waldbewirtschaftung der nächsten 80 Jahre – einer ganzen Waldgeneration – liefert.
Tirol – Gebirgswald, Schutzfunktion und die ältesten Zirben der Ostalpen
Mehr als zwei Drittel des Tiroler Waldes sind als Schutzwald ausgewiesen. Diese Zahl sagt alles über die Rolle des Waldes in einem Land, das zu über 40 Prozent aus steilem Gebirge besteht: Ohne Wald keine Sicherheit für Siedlungen, Straßen und Alpentäler. Das Zusammenspiel der Wurzelsysteme von Fichte, Tanne, Bergahorn und Buche verhindert Erosion, bremst Steinschlag und hält Lawinenhänge stabil.
Tirol hat mit 57,6 Prozent den höchsten Fichtenanteil aller österreichischen Bundesländer – und gleichzeitig den höchsten Zirbenanteil mit 2,5 Prozent. Die Zirbe ist der Charakterbaum der Tiroler Hochlagen: langsam wachsend, bis zu 1.000 Jahre alt, und in keinem anderen Wald Österreichs so präsent wie hier. Der Oberhauser Zirbenwald in Osttirol ist mit über 170 Hektar der größte zusammenhängende Zirbenbestand der gesamten Ostalpen. Hoch über Hall in Tirol steht die älteste lebende Zirbe des Landes – ein Baum, der seit 750 Jahren wächst und seit 1926 als Naturdenkmal ausgezeichnet ist.
Mit der Initiative „Klimafitter Bergwald Tirol” begegnet das Bundesland den wachsenden Herausforderungen des Klimawandels gezielt: Allein 2021 wurden 1,8 Millionen standortangepasste Pflanzen aufgeforstet, um artenreiche Mischwälder zu fördern und die Schutzfunktion des Bergwaldes langfristig zu sichern.
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Der Wald in Vorarlberg: Zwischen Schutzwald, alpiner Vielfalt und nachhaltiger Nutzungen
Vorarlbergs Wald ist mehr als Bergkulisse. Er ist Schutzschild, Wirtschaftsraum und Lebensraum zugleich und existenziell für das Land.
Vom Rheinholz in den Tallagen über die Plenterwälder des Bregenzerwaldes bis in die Hochlagen des Montafon reicht eine außergewöhnliche Vielfalt an Waldtypen. Geprägt von steilen Standorten, einem hohen Schutzwaldanteil und kleinstrukturierten Besitzverhältnissen erfüllt der Wald zentrale Funktionen für Sicherheit, Biodiversität und regionale Wertschöpfung. Gleichzeitig stehen Verjüngung, Wilddruck und Klimaanpassung im Fokus einer Forstwirtschaft, die den Wald der Zukunft aktiv gestalten muss.
Der Wald in Wien: Zwischen Großstadt, Schutzfunktion und Naturvielfalt
Wiens Wald ist mehr als grüne Kulisse einer Millionenstadt. Er ist Klimaregulator, Trinkwasserspeicher, Lebensraum und Naherholungsgebiet zugleich und damit ein zentraler Bestandteil urbaner Lebensqualität.
Vom Wienerwald als UNESCO-Biosphärenpark über die Lobau im Nationalpark Donau-Auen bis zu den alpinen Quellenschutzwäldern am Schneeberg reicht eine außergewöhnliche Bandbreite an Waldtypen. Geprägt von öffentlichem Eigentum, langfristiger Schutzpolitik und naturnaher Bewirtschaftung zeigt sich hier ein Modell, wie Stadt und Wald zusammenwirken können. Gleichzeitig steigen Nutzungsdruck, Klimabelastung und Anforderungen an einen klimafitten Stadtwald. Was den Wiener Wald auszeichnet, welche Funktionen er erfüllt und vor welchen Herausforderungen er steht, zeigt dieser Überblick.
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Österreichs Wälder – Wald in den Bundesländern
So unterschiedlich Österreichs Wälder auch sind: Sie erfüllen überall zentrale Funktionen: Sie schützen vor Naturgefahren, speichern CO₂, sichern Arbeitsplätze und bieten Lebensraum für unzählige Arten. Gerade diese Vielfalt macht sie so wertvoll.
Wer die Wälder der Bundesländer kennt, versteht den Wald in Österreich als Ganzes besser und erkennt, wie entscheidend eine standortangepasste, nachhaltige Bewirtschaftung für ihre Zukunft ist.
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