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Kärnten ist nach der Steiermark das waldreichste Bundesland Österreichs: 584.000 Hektar Wald bedecken rund 61 Prozent der Landesfläche. Damit kommt auf jede Kärntnerin und jeden Kärntner statistisch etwa ein Hektar Wald. Kein anderes Bundesland weist ein höheres Mensch-Wald-Verhältnis auf.
Was den Kärntner Wald prägt, ist seine ungewöhnliche landschaftliche Bandbreite auf engem Raum. Im Nordwesten reichen die Wälder bis in die Gletscherregionen der Hohen Tauern, wo Lärchen-, Fichten- und Zirbenbestände bis an die Baumgrenze wachsen. Die sanft gerundeten Nockberge im Norden tragen ausgedehnte Zirbenwälder auf ältestem Urgestein, während im Klagenfurter Becken Buchen- und Mischwälder dominieren. Im Süden, an den Karawanken und Karnischen Alpen, mischen sich dagegen subkontinentale und illyrisch-mediterrane Einflüsse – hier wachsen wärmeliebende Eichen- und Hopfenbuchenwälder, die in dieser Form nur an der Südflanke der Alpen vorkommen.
Quelle: Land Kärnten
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Österreichs größter Nationalpark
Im Nordwesten des Landes hat Kärnten Anteil am Nationalpark Hohe Tauern, dem größten Nationalpark Österreichs und der gesamten Alpen. Auf mehr als 1.800 Quadratkilometern erstreckt sich das Schutzgebiet über die Bundesländer Kärnten, Salzburg und Tirol, wobei rund 53 Prozent der ursprünglich vorgesehenen Parkfläche auf Kärntner Boden liegen.
Charakteristisch sind die ausgedehnten Gletscherfelder, eiszeitlich geformten Täler und mächtigen Schwemmkegel – und darunter, in den Tal- und Mittelgebirgslagen, weitläufige Bergwälder aus Lärchen, Fichten und Zirbelkiefern. Der 1981 errichtete Nationalpark ist der älteste Österreichs und schützt Lebensräume vom Tal bis in die Gipfelregionen der Dreitausender. Seine Außenzone prägt eine jahrhundertelang gepflegte alpine Kulturlandschaft mit Almen, Sennhütten und traditionellen Holzzäunen.
UNESCO Biosphärenpark Kärntner Nockberge
Zwischen Liesertal und Turracher Höhe liegt einer der großen Naturschätze Kärntens: die Nockberge, geologisch eine der ältesten Mittelgebirgsformationen Europas. Seit 2012 bildet das Gebiet gemeinsam mit dem Salzburger Lungau den größten UNESCO Biosphärenpark Österreichs – eine Modellregion für nachhaltige Entwicklung und besonders wertvollen Lebensraum für Mensch und Natur.
Die sanft gerundeten „Nocken” sind von ausgedehnten Zirbenwäldern überzogen; Zirbenholz senkt nachweislich die menschliche Herzfrequenz senkt. Auch der Speik, eine seltene Baldrianart mit ausschließlichem Vorkommen in dieser Region, wächst auf den Almen und Hängen der Nockberge. 125 Vogelarten, darunter der Auerhahn als Wappentier des Biosphärenparks, und eine außergewöhnliche Biodiversität (bei einem GEO-Tag der Natur wurden 2021 allein im Umkreis von einem Quadratkilometer 1.250 Arten dokumentiert) machen das Gebiet zu einem einzigartigen Naturraum.
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Die Karawanken – grenzüberschreitende Wildnis mit Bären
Im Süden bilden die Karawanken auf 120 Kilometern die natürliche Grenze zu Slowenien, ein wildes, weithin unberührtes Gebirge mit felsigen Südflanken, tief eingeschnittenen Tälern und ausgedehnten Wäldern. Sie sind Heimat von Luchs und Braunbär: Geschätzt acht bis zehn Bären leben im österreichisch-slowenisch-italienischen Dreiländereck, fast ausschließlich junge Männchen auf Reviersuche, die aus der rund 950 Individuen starken slowenischen Population einwandern. Namen wie „Bärental” bei Feistritz im Rosental erinnern an diese uralte Verbindung zwischen Mensch, Wald und Raubtier.
Der UNESCO Global Geopark Karawanken umfasst rund 1.067 Quadratkilometer und vereint neun österreichische und fünf slowenische Gemeinden. Sie ist eine der wenigen grenzüberschreitenden Schutzgebiets-Regionen ihrer Art in Europa.
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Die Bedeutung des Waldes in Kärnten
Kärnten ist nach der Steiermark das waldreichste Bundesland Österreichs: Mehr als 60 Prozent der Landesfläche sind bewaldet. Tausende Menschen arbeiten entlang der Wertschöpfungskette Wald-Holz-Papier, der Großteil des Waldes befindet sich in Privatbesitz.
Der Kärntner Wald wächst stetig: Genutzt werden nur rund 71 Prozent des jährlichen Holzzuwachses, der Vorrat nimmt also von Jahr zu Jahr zu. Quelle: proHolz
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Wem gehört der Kärntner Wald?
Rund 70 Prozent der Waldfläche Kärntens sind Kleinwald unter 200 Hektar, überwiegend in privatem Besitz. Rund 23.000 Waldbesitzer:innen bewirtschaften ihre Flächen, wobei die durchschnittliche Waldausstattung im bäuerlichen Kleinwald bei rund 18 Hektar liegt. Mit 17,6 Prozent Schutzwaldanteil liegt Kärnten im österreichischen Spitzenfeld – kein Wunder bei den steilen Hängen in den Hohen Tauern, Nockbergen und Karawanken.
Besondere Herausforderungen für den Wald in Kärnten
Die vergangenen Jahre haben Kärntens Wäldern stark zugesetzt. Unwetter, Schneebrüche und die massive Borkenkäfer-Vermehrung verursachten allein im Jahr 2023 laut LK Kärnten rund 1,8 Millionen Festmeter Schadholz – der dritthöchste Wert seit 2007. Besonders Oberkärnten und die Schutzwälder in den Bezirken Spittal und Hermagor waren betroffen. Trockenheit und hohe Sommertemperaturen setzen die Fichtenbestände zusätzlich unter Druck.
Die Antworten darauf sind langfristig angelegt: 2025 werden in Kärnten rund eine Million Jungpflanzen gesetzt, etwa 700 Hektar Schadflächen werden aufgeforstet, vorrangig mit klimafitten Mischbaumarten wie Birke, Erle, Lärche und Vogelbeere. Der Umbau vom Fichtenreinbestand hin zum Mischwald ist erklärtes Ziel der Kärntner Forstpolitik.
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Ausflugsziele in den Kärntner Wäldern
Einigen Empfehlungen für Waldausflüge in Kärnten:
Nationalpark Hohe Tauern: Österreichs größter Nationalpark mit Ranger-Führungen, Bergwäldern und Gletscherlandschaften.
UNESCO Biosphärenpark Kärntner Nockberge: Zirbenwälder, Speikblüte, die 35 Kilometer lange Nockalmstraße mit 52 Kehren und barrierefreie Themenwege.
Naturpark Dobratsch: Kärntens ältester Naturpark (seit 2002), Villachs Hausberg mit dem größten Bergsturzgebiet der Ostalpen und über 1.400 nachgewiesenen Schmetterlingsarten.
Dobratsch Runde: 5 Etappen, 85 Kilometer, 2.400 Höhenmeter rund um den Dobratsch mit neuer Etappe über das Dreiländereck.
Bärental bei Feistritz im Rosental: – Wanderung durch die Karawanken zur Klagenfurter Hütte, mit Blick auf Hochstuhl und Kosiak.
Geopark Karawanken: Grenzüberschreitender UNESCO Global Geopark mit Obir-Tropfsteinhöhlen, Petzen und dem Hemmaberg.
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Schon gewusst?
Speik und Zirbe: Die Nockberge als Schatzkammer der Natur
In den Nockbergen wächst der Speik, eine seltene Baldrianart, die in dieser Form nur hier vorkommt. Aus ihren Wurzeln gewinnen lokale Betriebe bis heute Heil- und Pflegemittel, die weltweit geschätzt werden. Gemeinsam mit dem ebenfalls typischen Zirbenholz, dessen beruhigende Wirkung wissenschaftlich belegt ist, macht das die Nockberge zu einer der duftintensivsten Waldregionen Österreichs.
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