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Der August trägt den Hochsommer noch in den Kronen, doch im Verborgenen bereitet sich der österreichische Wald bereits auf das kommende Jahr vor. Früchte und Samen reifen, junge Triebe verholzen und die Bäume legen Energiereserven an. Zugleich zeigt sich, welche Spuren Hitze, Trockenheit und Unwetter hinterlassen haben. Für die Forstwirtschaft bleiben Borkenkäferkontrolle, Waldbrandvorsorge und die Aufarbeitung von Schadholz besonders wichtig.
Der Wald im August: Hochsommer mit ersten Zeichen des Wandels
In den meisten Regionen Österreichs liegt der Wald im August noch unter einem geschlossenen grünen Blätterdach. Die Kronen spenden Schatten, die Luft ist häufig kühler als auf offenen Flächen, und gut entwickelte Waldböden können Feuchtigkeit länger speichern. Trotzdem kündigt sich allmählich ein Wandel an: Die Tage werden kürzer, die Sonne steht tiefer, und in manchen Regionen beginnen die Morgen bereits kühler und feuchter.
Auf Lichtungen und an Waldrändern reifen je nach Standort und Höhenlage Brombeeren, Heidelbeeren, Holunderbeeren, Vogelbeeren und Haselnüsse. Bucheckern, Eicheln, Ahornfrüchte und andere Baumsamen entwickeln sich weiter, auch wenn viele von ihnen erst im Herbst vollständig reif werden. Spätblühende Kräuter und Stauden bieten Wildbienen, Hummeln, Schmetterlingen, Käfern und Schwebfliegen weiterhin Nahrung.
Wie unterschiedlich der August im österreichischen Wald ausfällt, hängt stark von Region, Höhenlage und Witterung ab. In trockenen, tieferen Lagen kann die sommerliche Hitze anhalten. Im Bergwald werden die Nächte dagegen bereits deutlich kühler. Auch ein trockener Südhang reagiert anders als ein schattiger Schluchtwald oder ein gut mit Wasser versorgter Auwald.
Erste gelbe oder braune Blätter sind im August nicht zwangsläufig ein Vorzeichen des normalen Herbstes. Frühzeitige Verfärbungen, vertrocknete Triebspitzen oder vorzeitiger Blattfall können auch auf Hitze, Trockenheit, Krankheiten oder Schädlingsbefall hinweisen. Der August zeigt damit bereits, welche Bäume den bisherigen Sommer gut überstanden haben und wo Belastungen sichtbar werden.
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Biologische Prozesse im August: Der Wald arbeitet am nächsten Jahr
Bei vielen Bäumen ist das starke Wachstum der Triebe im August abgeschlossen. Das junge Holz verfestigt sich, die Triebe verholzen und werden widerstandsfähiger gegen die Kälte des kommenden Winters. Gleichzeitig sind die Knospen für das nächste Frühjahr bereits angelegt. In ihnen befinden sich, geschützt von Knospenschuppen, die Anlagen für neue Blätter und Triebe.
Solange die Blätter grün und ausreichend mit Wasser versorgt sind, läuft die Photosynthese weiter. Ein Teil der gewonnenen Energie wird nun verstärkt als Reservestoff in Stamm, Ästen und Wurzeln gespeichert. Diese Vorräte braucht der Baum im Frühjahr für den Austrieb, noch bevor die neuen Blätter selbst genügend Energie erzeugen können. Wie gut diese Vorsorge gelingt, hängt wesentlich vom Wasserangebot ab. Nach einem niederschlagsreichen Sommer können Bäume ihre Reserven weiter aufbauen. Bei anhaltender Trockenheit schließen sie dagegen ihre Spaltöffnungen, um Wasser zu sparen. Dadurch nehmen sie weniger Kohlendioxid auf, die Photosyntheseleistung sinkt.
Im August summieren sich die Belastungen der vergangenen Monate. Ein einzelner heißer Tag ist für viele Bäume weniger problematisch als eine lange Folge trockener Wochen. Besonders gefährdet sind Jungpflanzen, frisch begründete Kulturen sowie Bäume auf flachgründigen, steinigen oder stark sonnenexponierten Standorten. Geschwächte Bäume können zudem anfälliger für Insekten und Krankheiten werden. Auch die Samenbildung verlangt Energie.
In sogenannten Mastjahren tragen Baumarten wie Buche, Eiche oder Fichte besonders viele Früchte beziehungsweise Samen. Diese Jahre sind für die natürliche Waldverjüngung bedeutsam: Wo geeignete Bedingungen herrschen, können aus den Samen neue Bäume entstehen. Gleichzeitig bieten sie Mäusen, Eichhörnchen, Vögeln, Wildschweinen und anderen Waldtieren ein reiches Nahrungsangebot.
Pilze im August: Das verborgene Netzwerk wird sichtbar
Nach warmen Regenfällen erscheinen im August häufig vermehrt Pilzfruchtkörper. Ob tatsächlich viele Pilze wachsen, hängt jedoch nicht allein vom Regen eines einzelnen Tages ab. Entscheidend sind auch Bodentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Standort und der Witterungsverlauf der vorangegangenen Wochen. Was wir als Pilz sehen, ist nur der Fruchtkörper. Der weitaus größere Teil lebt als feines Geflecht, das sogenannte Myzel, im Boden oder im Holz. Dieses Netzwerk ist nicht nur während der Schwammerlsaison aktiv, sondern grundsätzlich das ganze Jahr über.
Viele Waldpilze bilden mit Baumwurzeln eine enge Lebensgemeinschaft, die Mykorrhiza. Dabei unterstützt der Pilz den Baum bei der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Im Gegenzug erhält er Zucker, den der Baum durch Photosynthese produziert. Andere Pilze zersetzen abgestorbenes Holz, Laub und Nadeln. So setzen sie Nährstoffe frei und führen sie dem natürlichen Kreislauf wieder zu.
Pilze sind daher weit mehr als eine spätsommerliche Delikatesse. Sie versorgen Bäume, bauen organisches Material ab, schaffen Lebensräume und bilden eine wichtige Nahrungsgrundlage für zahlreiche Tiere. Ohne sie würde der Nährstoffkreislauf des Waldes nicht funktionieren.
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Wildtiere im August: Der Wald wird leiser
Viele Jungtiere sind im August bereits weitgehend selbstständig. Junge Füchse, Dachse, Hasen und andere Säugetiere erweitern ihre Streifgebiete. Auch zahlreiche Jungvögel können inzwischen selbst Nahrung suchen. Trotzdem bleiben ungestörte Rückzugsräume, Deckung und ein ausreichendes Nahrungsangebot wichtig.
Bis etwa Mitte, Ende August dauert – je nach Region und Höhenlage – die Rehbrunft. Böcke verfolgen die Geißen teilweise über längere Strecken und sind dabei auch tagsüber unterwegs. Dadurch kommt es häufiger zu Wildwechseln. Wer mit dem Auto an Wäldern und Feldern vorbeifährt, sollte besonders aufmerksam sein. Taucht ein Reh auf, können weitere Tiere folgen.
Akustisch verändert sich der Wald nun deutlich. Der intensive Vogelgesang des Frühjahrs und Frühsommers ist weitgehend verstummt. Viele Vögel befinden sich in der Mauser, während sich erste Zugvögel sammeln oder bereits in Richtung ihrer Winterquartiere aufbrechen. Dafür prägen an warmen Tagen Heuschrecken, Grillen und andere Insekten die spätsommerliche Geräuschkulisse.
Fledermäuse nutzen die warmen Abend- und Nachtstunden zur Jagd. Ihre im Frühsommer geborenen Jungtiere können nun selbst fliegen und Insekten erbeuten. Strukturreiche Waldränder, Lichtungen, Gewässer, Baumhöhlen und Spalten in alten Bäumen bieten ihnen Nahrung und Quartiere.
Siebenschläfer und andere Bilche beginnen, Energiereserven für den späteren Winterschlaf aufzubauen. Beeren, Früchte, Samen, Nüsse, Pilze und Insekten bilden dafür eine wichtige Nahrungsgrundlage. Wie viel Nahrung verfügbar ist, hängt auch davon ab, wie reich Bäume und Sträucher in diesem Jahr tragen.
Bild: Der Gartenschläfer lebt in strukturreichen Nadel- und Mischwäldern in Bergregionen, in Österreich vor allem in Vorarlberg und Tirol.
Forstwirtschaft im August: Die Sommerbilanz des Waldes lesen
Für Waldbesitzer:innen ist der August ein wichtiger Beobachtungsmonat: Jetzt sehen sie sichtbar, wo Bäume unter Trockenstress leiden, welche Kulturen ausreichend angewachsen sind und wo Stürme, Hagel oder Starkregen Schäden hinterlassen haben. Auffällige Kronen, absterbende Triebe, Rindenschäden und vorzeitiger Blattfall sollten genauer kontrolliert werden.
In jungen Beständen geht es weiterhin um Pflege. Wo Gräser, Brombeeren oder andere Pflanzen junge Bäume stark bedrängen, kann ein gezieltes Lichten notwendig sein. Dabei ist entscheidend, dass die gewünschten Baumarten genügend Licht, Wasser und Raum erhalten.
Naturverjüngung spielt im Spätsommer ebenfalls eine wichtige Rolle. Samenbäume, ein geeigneter Waldboden und ausreichend Feuchtigkeit schaffen die Voraussetzungen dafür, dass eine neue Waldgeneration entstehen kann. Ob Samen tatsächlich keimen und junge Bäume überleben, hängt jedoch von vielen Faktoren ab – darunter Licht, Konkurrenzvegetation, Trockenheit und Wildverbiss.
Besondere Aufmerksamkeit verlangt weiterhin der Borkenkäfer. In warmen Sommern können sich Buchdrucker und Kupferstecher rasch entwickeln. Frisch befallene Fichten sind nicht immer sofort an roten oder braunen Kronen zu erkennen. Frühe Hinweise sind Bohrmehl in Rindenschuppen oder am Stammfuß, Harztröpfchen, Einbohrlöcher und Spechtabschläge. Später können sich die Kronen verfärben und Rindenstücke ablösen. Befallene Bäume und geeignetes Brutmaterial müssen rasch erkannt und fachgerecht behandelt oder aus dem Wald gebracht werden. Besonders nach Gewittern und Stürmen ist eine Kontrolle wichtig. Gebrochene oder geschwächte Fichten bieten den Käfern günstige Brutbedingungen. Warme Temperaturen können ihre Schwärm- und Fortpflanzungsperiode bis in den Herbst hinein verlängern.
Nach Starkregen werden außerdem Forststraßen, Gräben, Durchlässe und Böschungen kontrolliert. Verlegte Wasserabläufe können dazu führen, dass Niederschlagswasser unkontrolliert über Wege oder Hänge abfließt, Boden abträgt und weitere Schäden verursacht.
Auch die Waldbrandgefahr bleibt bestehen. Nach längeren Trockenphasen können dürres Gras, Nadeln, Laub und Astmaterial leicht entzündlich sein. Offenes Feuer, weggeworfene Zigaretten und Fahrzeuge auf trockenem Gras stellen dann ein erhebliches Risiko dar. Regionale Warnungen und behördliche Verbote sind unbedingt zu beachten.
Bild: Fichtenholz mit Borkenkäferspuren
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Waldbesuch im August: Pilze, Gewitter und spätsommerliche Hitze
Der August ist ein beliebter Monat für Wanderungen, Ausflüge und die Suche nach Beeren oder Pilzen. Der Wald bietet Schatten und Abkühlung, doch auch im Spätsommer ist besondere Aufmerksamkeit nötig.
Wer im August in den Wald geht, beachtet besonders:
- Hitze: Touren früh beginnen, ausreichend trinken und körperliche Belastungen an die Temperaturen anpassen.
- Gewitter: Wetterprognosen prüfen und bei aufziehenden Gewittern exponierte Grate, Gipfel, Waldränder, einzelne Bäume und Gewässer verlassen.
- Sturmschäden: Nach Unwettern auf angebrochene Äste, entwurzelte Bäume und beschädigte Wege achten.
- Waldbrand: Nicht rauchen, kein Feuer entzünden, keine Zufahrten blockieren und Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras abstellen.
- Wildtiere: Hunde unter Kontrolle halten, Tiere nicht verfolgen und besonders in den Morgen- und Abendstunden Rücksicht nehmen.
- Forstarbeiten: Absperrungen, Hinweisschilder und Anweisungen des Forstpersonals unbedingt beachten.
- Pilze und Beeren: Nur dort sammeln, wo es erlaubt ist, und regionale Bestimmungen sowie Schutzgebietsregeln berücksichtigen.
- Artenkenntnis: Pilze nur mitnehmen, wenn sie zweifelsfrei bestimmt werden können. Im Zweifelsfall helfen Pilzberatungsstellen.
- Zecken: Nach dem Waldbesuch Kleidung und Körper sorgfältig kontrollieren.
Pilze und Waldfrüchte gehören grundsätzlich den Waldeigentümer:innen. Das Sammeln kann daher verboten oder beschränkt werden. Ohne ein solches Verbot gilt nach dem Forstgesetz für Pilze eine Höchstmenge von zwei Kilogramm pro Person und Tag. Landesnaturschutzgesetze und Schutzgebietsbestimmungen können strengere Regeln vorsehen.
Nach warmen Regenfällen lohnt sich ein aufmerksamer Blick auf den Waldboden: Pilze erscheinen, Moose leuchten kräftiger, und der typische Duft feuchter Erde erfüllt den Wald. Gleichzeitig können Wurzeln, Steine, Holzstege und steile Wege rutschig sein.
Die schönsten Wald-Ausflugsziele in Österreich im August
Rauriser Urwald im Nationalpark Hohe Tauern: Der Rauriser Urwald liegt im Talschluss Kolm Saigurn und führt durch einen jahrhundertealten, naturbelassenen Bergsturzwald. Sturzfichten, Zirben, Moose, Lichtungen und mehr als 80 kleine Moortümpel prägen das Gebiet. Im August bietet die Höhenlage angenehme Bedingungen, während Moose und Pilze nach Regenfällen die besondere Atmosphäre des Waldes verstärken. Ein Themenweg und ein kleines Waldmuseum vermitteln Wissen über seine Entstehung sowie die Tier- und Pflanzenwelt.
Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal: Das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal bewahrt mit dem Rothwald den größten Urwaldrest des Alpenbogens. Im Spätsommer lässt sich besonders gut beobachten, wie unterschiedlich alte Bäume, Totholz, Pilze und die nächste Waldgeneration zusammenspielen. Das streng geschützte Gebiet darf nur im Rahmen geführter Exkursionen und auf dafür vorgesehenen Wegen betreten werden. Das Haus der Wildnis in Lunz am See ermöglicht zusätzliche Einblicke in natürliche Waldentwicklung, Artenvielfalt und Forschung.
UNESCO-Biosphärenpark Kärntner Nockberge: Die Nockberge verbinden alpine Lebensräume mit Lärchen-, Fichten- und Zirbenwäldern, Mooren und traditionsreichen Kulturlandschaften. Die Höhenlagen bieten im August eine angenehme Alternative zu heißen Tälern. Kurze Themenwege wie „Silva Magica“ oder der Naturlehrpfad Windebensee machen Wald, Wasser, Moor und alpine Vegetation auch für Familien erlebbar.
Naturpark Karwendel und Großer Ahornboden: Am Großen Ahornboden stehen mehr als 2.000 alte Bergahorne vor der eindrucksvollen Kulisse des Karwendelgebirges. Die Verbindung aus Wald, Almwirtschaft und jahrhundertealten Bäumen macht das Gebiet zu einer besonderen Kulturlandschaft. Im August zeigen sich die Bergahorne noch im sommerlichen Grün, während Früchte und Samen bereits heranreifen. Wanderungen durch das Engtal lassen sich mit einem Besuch des Naturparkhauses und der Themenwege verbinden.
Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen: Naturnahe Bergwälder, Moore, Teiche, Schluchten und Wasserfälle prägen den Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen. An heißen Augusttagen bieten bewaldete Wege und die Graggerschlucht Abkühlung, während höher gelegene Touren weite Ausblicke ermöglichen. Nach Regenfällen lassen sich Moose und Pilze besonders gut beobachten. Themenwege und Naturvermittlungsangebote zeigen, wie eng Wald, Wasser, Kulturlandschaft und Artenvielfalt miteinander verbunden sind.
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