Problematisch wird es dort, wo Hitze und Trockenheit zusammenkommen. Genau dieser Zusammenhang beschäftigt derzeit die Forschung. Eine aktuelle Studie der WSL und der École polytechnique fédérale de Lausanne zeigt nun genauer, warum Bäume unter anhaltender Dürre buchstäblich „überhitzen“ können.
Warum Buchen unter Hitze und Trockenheit besonders leiden
Besonders betroffen scheint dabei die Buche zu sein, eine Baumart, die viele Wälder Mitteleuropas prägt. Während Hitze allein von jungen Buchen und Flaumeichen im Versuch noch vergleichsweise gut verkraftet wurde, führte die Kombination aus hohen Temperaturen und trockenem Boden zu sichtbaren Schäden an den Blättern. Die Forschenden beobachteten sogenannte Versengungen: braune, verbrannte Stellen, die entstehen, wenn die natürliche Kühlung der Blätter ausfällt.
Denn Bäume besitzen eine Art eigenes Kühlsystem. Über ihre Blätter verdunsten sie Wasser und senken dadurch ihre Temperatur. Dies ist ähnlich wie der menschliche Körper beim Schwitzen. Wird Wasser jedoch knapp, schließen die Bäume ihre Spaltöffnungen, um weitere Verluste zu vermeiden. Genau dadurch stoppt aber auch die Verdunstungskühlung. Die Blätter heizen sich immer stärker auf und können kritische Temperaturen erreichen.
Viele Waldbesitzer kennen die Folgen bereits aus den Dürresommern 2018 oder 2022: verfärbte Kronen, vertrocknete Blätter oder frühzeitiger Blattfall, besonders bei Buchen auf trockenen Standorten. Die neue Studie liefert nun eine wissenschaftliche Erklärung dafür, was dabei im Inneren der Bäume passiert.
Auf die richtigeBaumartenwahl kommt’s an
Gleichzeitig zeigt die Forschung auch, dass nicht alle Baumarten gleich reagieren. Die Flaumeiche etwa erwies sich deutlich widerstandsfähiger gegenüber kombinierter Hitze und Trockenheit. Solche Erkenntnisse werden für die Waldbewirtschaftung künftig immer wichtiger, z.B. bei der Frage, welche Baumarten auf welchen Standorten langfristig stabil bleiben können.
Warum Wasser für die „Klimaanlage“ der Bäume entscheidend ist, weshalb Hitze allein oft nicht das größte Problem darstellt und was Forschende dabei über Buche und Flaumeiche herausgefunden haben, zeigt unser ausführlicher Artikel.




