Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen werden oft als Hightech-Umgebungen wahrgenommen: Kunststoff, Stahl, Glas, glatte Oberflächen. Gleichzeitig rückt in Forschung und Krankenhausbau ein Baustoff stärker in den Fokus, der seit Jahrhunderten genutzt wird und heute neu bewertet wird: Holz.
Kann Holz in Krankenhäusern eingesetzt werden?
Ja: wenn Planung, Oberflächen, Reinigung und Brandschutz fachgerecht gelöst sind. Das EU-Projekt Wood for Health hat dazu 2025 einen Leitfaden veröffentlicht. Er zeigt, wie sichtbares Holz in Gesundheitsbauten, Patientenzimmern, Wartebereichen, Aufenthaltsräumen und Personalzonen sicher eingesetzt werden kann. Entscheidend sind Reinigbarkeit, chemische Beständigkeit, robuste Konstruktion und geeignete Oberflächen.
Weniger Stress, mehr Wohlbefinden
Studien aus Bratislava, eine Cross-over-Studie aus dem Jahr 2024 und Untersuchungen zu Räumen mit unterschiedlichem Holzanteil zeigen: Sichtbares, flächenwirksam eingesetztes Holz kann Stressreaktionen senken, die Herzratenvariabilität verbessern, das Raumklima positiv beeinflussen und das Wohlbefinden steigern.
Hygiene: besser als sein Ruf
Beim Thema Hygiene wird Holz oft kritisch gesehen. Doch Übersichtsarbeiten zeigen, dass viele Bakterien auf Holz kürzer überleben als auf glatten, nicht porösen Materialien. Bei fachgerechter Planung, Oberflächenbehandlung und Reinigung spricht die Forschung nicht für ein erhöhtes Hygienerisiko.
Damit ist Holz im Gesundheitsbau mehr als eine ästhetische Entscheidung. Es verbindet gesundheitsförderliche Räume mit einem nachwachsenden Rohstoff – vorausgesetzt, das Holz stammt aus verantwortungsvoll und klimafit bewirtschafteten Wäldern.
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