Waldbrände waren in Österreich lange vergleichsweise selten. Doch längere Trockenperioden, steigende Temperaturen und die intensive Freizeitnutzung der Wälder erhöhen auch hierzulande das Risiko. Für Waldbesitzer:innen wird die Waldbrandvorsorge deshalb zu einem immer wichtigeren Teil der Bewirtschaftung.
Viele Brände beginnen klein und unscheinbar. Ob sie sich rasch ausbreiten, hängt neben Wetter und Gelände wesentlich davon ab, wie viel trockenes, leicht entzündliches Material vorhanden ist. Mit vorausschauender Pflege lässt sich das Risiko zwar nicht vollständig ausschließen, die Ausbreitung eines Feuers aber wirksam erschweren.
Wie lässt sich das Waldbrandrisiko im eigenen Bestand senken?
Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die Brandlast: Äste, Kronenteile und feines Restholz können nach Holznutzungen rasch austrocknen und leicht Feuer fangen. Auch dichte Strauchschichten und Verjüngung bergen ein Risiko, weil sie ein Bodenfeuer wie eine Leiter bis in die Baumkronen führen können. Gezielte Pflege und freigehaltene Rückegassen helfen, solche Strukturen zu unterbrechen. Besondere Aufmerksamkeit brauchen Waldränder, Wege und stark frequentierte Bereiche, da Feuer häufig dort entsteht. Auch Totholz muss differenziert beurteilt werden: Im Bestandesinneren ist es ökologisch wertvoll, an trockenen und leicht zugänglichen Stellen kann eine zu große Menge jedoch die Brandausbreitung fördern.
Warum sind Mischwälder weniger brandanfällig?
Langfristig spielt die Zusammensetzung des Bestandes eine zentrale Rolle. Dichte Fichten- oder Kiefernreinbestände sind aufgrund ihrer Struktur und ihres hohen Harzgehalts besonders anfällig. Mischwälder mit standortgerechten Laubbäumen können dagegen durch stärkere Beschattung und feuchtere Streu die Ausbreitung eines Feuers erschweren.
Der Aufbau stabiler Mischbestände ist eine langfristige Aufgabe. Jede Verjüngung, Durchforstung oder Aufforstung bietet Waldbesitzern die Möglichkeit, die Baumartenmischung gezielt zu beeinflussen. Auch ein gepflegter, weniger dichter Waldrand mit geringer Brandlast kann als Puffer wirken.
Was ist für die Waldbrandbekämpfung entscheidend?
Im Ernstfall zählt jede Minute. Befahrbare Forststraßen, gekennzeichnete Wasserentnahmestellen und eine gute Orientierung im Gelände erleichtern den Einsatz der Feuerwehr. Waldbrandvorsorge endet daher nicht bei der Bestandespflege, sondern umfasst auch die Vorbereitung der notwendigen Infrastruktur. Gerade in abgelegenen oder höher gelegenen Gebieten ist Löschwasser häufig nur eingeschränkt verfügbar. Frei gehaltene Entnahmestellen, Löschteiche oder Zisternen können deshalb ebenso wichtig sein wie ausreichend breite Zufahrten und Ausweichmöglichkeiten für Einsatzfahrzeuge.
Welche Maßnahmen im eigenen Wald sinnvoll sind, hängt vom Standort, von der Bestandesstruktur und von der Nutzung ab. Im Fachartikel „Waldbrandvorsorge im Wirtschaftswald“ erklärt DI Stefanie Thaler ausführlich, wie Waldbesitzer Brandlasten reduzieren, stabile Mischbestände entwickeln und Einsatzkräfte im Ernstfall unterstützen können.
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