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Waldbrandvorsorge im Wirtschaftswald

  • Waldbesitzer:innen
  • Waldarbeiter:innen

von DI Stefanie Thaler

 

Waldbrände galten in Österreich lange als selten, doch zunehmende Trockenperioden, steigende Temperaturen und eine intensivere Freizeitnutzung der Wälder erhöhen auch hierzulande das Risiko deutlich. Besonders in kleinstrukturierten Besitzverhältnissen können sich Brände rasch ausbreiten. Für Waldbauern und Waldbesitzer wird Waldbrandvorsorge damit zu einem festen Bestandteil der Bewirtschaftung: Durch aktive Pflege lässt sich das Risiko senken und im Ernstfall die Ausbreitung eines Feuers wirksam begrenzen.

Bild oben: Waldbrandbekämpfung aus der Luft – Löschhubschrauber sind besonders in unwegsamem Gelände ein zentrales Mittel, um Brände rasch einzudämmen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

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Der eigene Bestand als Ausgangspunkt

 

Waldbrände entstehen meist unscheinbar als kleine Entstehungsbrände, die sich bei günstigen Bedingungen rasch ausbreiten. Entscheidend ist dabei vor allem die vorhandene Brandlast. Für Waldbesitzer liegt der wichtigste Ansatz daher in der Reduktion brennbaren Materials im eigenen Bestand.

 

Brandlast im Wald gezielt reduzieren

 

Nach Holznutzungen trocknet der verbleibende Schlagabraum wie Äste, Kronenteile und feines Restholz schnell aus und bildet einen leicht entzündlichen Teppich. Eine gezielte Behandlung ist daher entscheidend: Zerkleinern, Zusammenziehen oder – sofern wirtschaftlich sinnvoll – Abtransport reduzieren das Risiko deutlich.

 

Totholz differenziert beurteilen

 

Beim Totholz ist eine differenzierte Betrachtung erforderlich. Während es ökologisch wertvoll ist, kann es in trockenen Lagen zur Brandbeschleunigung beitragen. Vor allem in Waldrandbereichen, entlang von Wegen und in stark frequentierten Zonen sollte die Menge reduziert werden, während es im Bestandesinneren oft verbleiben kann.

 

Bodenvegetation und Leiterstrukturen im Blick behalten

 

Eine zentrale Rolle spielt zudem die Bodenvegetation. Dichte Verjüngung und Strauchschichten können als „Leiterstruktur“ wirken und das Feuer vom Boden in die Kronen leiten. Durch gezielte Pflege, aufgelockerte Bestände und regelmäßige Rückegassenpflege lässt sich dieses Risiko deutlich verringern.

Bild: Verkohlte Kiefern nach einem Boden- und Kronenbrand – dichte Verjüngung und Strauchschichten können als „Leiterstruktur“ wirken und die Ausbreitung des Feuers in die Baumkronen begünstigen

Mischwald als langfristige Strategie gegen Waldbrand

 

Während die Reduktion der Brandlast kurzfristig wirkt, liegt der Schlüssel zur nachhaltigen Waldbrandvorsorge in der langfristigen Bestandesgestaltung. Reinbestände aus Fichte oder Kiefer sind aufgrund ihres hohen Harzgehalts und ihrer dichten Struktur deutlich anfälliger für Feuer als Mischwälder mit höherem Laubholzanteil. Laubbäume wie Buche oder Ahorn wirken durch feuchtere Streu und stärkere Beschattung des Bodens oft brandhemmend.

 

Stabile Mischbestände gezielt aufbauen

 

Für Waldbesitzer bedeutet das eine schrittweise Entwicklung hin zu stabilen Mischbeständen. Jede Verjüngung, Durchforstung oder Aufforstung bietet die Möglichkeit, die Baumartenzusammensetzung gezielt zu steuern.

 

Waldränder als Puffer gegen Feuer gestalten

 

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Waldränder, da hier Brände häufig entstehen. Ein gepflegter, weniger dichter Rand mit geringer Brandlast kann als Puffer wirken und die Ausbreitung eines Feuers verlangsamen.

Bild: Brandgeschädigter Kiefernbestand – Nadelholzreinbestände reagieren deutlich empfindlicher auf Trockenheit und Feuer als strukturreiche Mischwälder.

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Waldbrandbekämpfung: Erreichbarkeit und Löschwasser sichern

 

Im Ernstfall entscheidet neben der Brandintensität vor allem die schnelle Erreichbarkeit. Eine gute Erschließung des Waldes ist daher zentral: Forststraßen müssen für Einsatzfahrzeuge befahrbar sein, Engstellen und fehlende Ausweichmöglichkeiten können den Einsatz erheblich verzögern.

 

Forststraßen für Einsatzfahrzeuge freihalten

 

Ebenso wichtig ist die Verfügbarkeit von Löschwasser, die in abgelegenen oder höher gelegenen Gebieten oft begrenzt ist. Geeignete Entnahmestellen sollten daher geschaffen, freigehalten und gut gekennzeichnet werden. Auch Löschteiche oder Zisternen können sinnvoll sein.

 

Löschwasserstellen im Wald vorbereiten

 

Zudem erleichtert eine klare Orientierung den Einsatz. Beschilderte Forststraßen und gute Ortskenntnis der Waldbesitzer helfen, wertvolle Zeit zu sparen und unterstützen die Einsatzkräfte maßgeblich.

Bild: Ein Löschhubschrauber nimmt Wasser auf – die Verfügbarkeit geeigneter Löschwasserstellen ist besonders in abgelegenen und höher gelegenen Waldgebieten entscheidend.

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