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Im September beginnt im österreichischen Wald der Übergang vom Spätsommer zum Herbst. Die Tage werden kürzer, erste Blätter verfärben sich, Früchte und Samen reifen. Pilze treten nach warmen Regenfällen vermehrt in Erscheinung, Zugvögel brechen in ihre Winterquartiere auf und in vielen Waldgebieten beginnt die Hirschbrunft. Für die Forstwirtschaft bleiben Borkenkäferkontrolle, Kulturpflege und die Vorbereitung der Waldverjüngung wichtige Aufgaben.
Der Wald im September: Zwischen Spätsommer und Herbstbeginn
Der September ist ein Monat des Übergangs. In tieferen und wärmeren Lagen kann sich der Wald noch lange sommerlich zeigen, während in höheren Bergregionen bereits erste deutlich herbstliche Veränderungen sichtbar werden. Kühle Nächte, Morgennebel und kürzere Tage prägen zunehmend das Waldbild.
Wie schnell der Herbst einzieht, hängt von Höhenlage, Region, Baumart und Witterung ab. Auf sonnigen Hängen und an trockenen Standorten können sich Blätter früher verfärben oder abfallen. In feuchten Schluchten, Auwäldern und schattigen Beständen bleibt das Blätterdach häufig länger grün. Ein warmer September kann die Vegetationsperiode verlängern, frühe Nachtfröste können sie dagegen rasch beenden.
Eicheln, Bucheckern, Haselnüsse, Kastanien, Ahornfrüchte und Vogelbeeren werden nun je nach Baumart und Standort reif. Für viele Waldtiere beginnt damit eine wichtige Zeit: Sie nutzen das Nahrungsangebot, um Energiereserven aufzubauen oder Vorräte für den Winter anzulegen.
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Warum verfärben sich die Blätter im September?
Mit den kürzer werdenden Tagen bereiten sich Laubbäume auf den Winter vor. Sie beginnen, wertvolle Nährstoffe aus den Blättern zurückzuziehen und in Stamm, Ästen und Wurzeln einzulagern. Gleichzeitig wird das grüne Chlorophyll nach und nach abgebaut.
Dadurch treten gelbe und orangefarbene Blattfarbstoffe hervor, die zuvor vom Chlorophyll überdeckt waren. Bei einigen Baumarten entstehen zusätzlich rote Farbtöne. Wann und wie intensiv sich die Blätter verfärben, wird unter anderem von Baumart, Tageslänge, Temperatur, Wasserversorgung und Standort beeinflusst.
Solange ein Blatt grün ist und die Bedingungen stimmen, kann es weiterhin Photosynthese betreiben. Später bildet sich am Blattstiel eine Trennschicht. Das Blatt fällt ab und der Baum reduziert damit seine Verdunstungsfläche für den Winter. Nicht jede frühe Braunfärbung ist allerdings ein normaler Teil der Herbstfärbung. Trockene, eingerollte Blätter oder ein vorzeitiger Blattfall können auch Folgen von Hitze, Wassermangel, Krankheiten oder Schädlingsbefall sein. Besonders nach einem trockenen Sommer lässt sich der natürliche Herbstbeginn nicht immer klar von Trockenstress unterscheiden.
Welche Früchte und Samen reifen im September?
Für viele Baum- und Straucharten ist der September ein wichtiger Reifemonat. Eicheln, Bucheckern, Haselnüsse, Kastanien und die charakteristischen, propellerartigen Samen des Ahorns werden nun sichtbar. Auch Vogelbeeren, Holunderbeeren, Hagebutten und andere Wildfrüchte bereichern das Nahrungsangebot im und am Wald.
Ob besonders viele Samen vorhanden sind, hängt auch davon ab, ob eine Baumart ein Mastjahr hat. In solchen Jahren bilden Buchen, Eichen, Fichten oder andere Baumarten außergewöhnlich große Mengen an Früchten beziehungsweise Samen. Mastjahre können günstige Voraussetzungen für die Naturverjüngung schaffen, wenn Licht, Feuchtigkeit, Samenangebot und ein geeigneter Waldboden zusammenspielen.
Natürliche Verbreitung von Eicheln
Samen und Früchte sind zugleich eine wichtige Nahrungsquelle. Eichhörnchen, Mäuse, Siebenschläfer, Wildschweine und zahlreiche Vogelarten nutzen das herbstliche Angebot. Eichelhäher sammeln Eicheln und verstecken sie als Vorrat im Boden. Nicht wiedergefundene Eicheln können im folgenden Frühjahr keimen. Damit tragen die Vögel zur natürlichen Verbreitung der Eiche bei.
Die Bildung großer Samenmengen beansprucht die Ressourcen eines Baumes. Nach einem ausgeprägten Mastjahr kann die Samenproduktion in den folgenden Jahren geringer ausfallen. Auch Spätfröste während der Blüte, Trockenheit und ungünstige Bedingungen für Bestäubung und Samenentwicklung beeinflussen, wie viele Früchte tatsächlich heranreifen.
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Pilze im September: Hochsaison auf dem Waldboden
Warme Böden, kühlere Nächte und ausreichende Niederschläge können im September günstige Bedingungen für Pilzfruchtkörper schaffen. Ob viele Pilze erscheinen, hängt jedoch vom gesamten Witterungsverlauf, vom Standort, von der Pilzart und von der Feuchtigkeit im Boden ab. Nach einem trockenen Sommer reicht ein einzelner Regentag meist nicht aus, um eine ergiebige Pilzsaison auszulösen.
Der sichtbare Fruchtkörper ist nur ein kleiner Teil des Pilzes. Das eigentliche Pilzgeflecht, das Myzel, lebt im Boden oder im Holz. Viele Waldpilze bilden mit Baumwurzeln eine Lebensgemeinschaft, die Mykorrhiza. Der Pilz unterstützt den Baum bei der Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen und erhält im Gegenzug Zucker aus der Photosynthese.
Welche Aufgaben erfüllen Pilze im Wald?
Andere Pilze zersetzen abgestorbenes Holz, Laub und Nadeln. Dabei setzen sie gebundene Nährstoffe frei und führen sie in den natürlichen Kreislauf zurück. Pilze schaffen zudem Nahrung und Lebensräume für Insekten und andere Tiere. Auch ungenießbare oder giftige Arten erfüllen daher wichtige Aufgaben im Waldökosystem.
Wer Pilze sammelt, sollte nur zweifelsfrei bestimmte Arten mitnehmen. Giftige Doppelgänger können essbaren Arten stark ähneln. Pilz-Apps und Fotos allein reichen für eine sichere Bestimmung nicht immer aus. Bei Unsicherheit helfen fachkundige Pilzberatungsstellen.
Wildtiere im September: Hirschbrunft, Vogelzug und Wintervorräte
Im September beginnt in vielen österreichischen Waldgebieten die Paarungszeit des Rotwildes. Vor allem in der Dämmerung und während der Nacht sind die weithin hörbaren Rufe der Hirsche zu vernehmen. Der genaue Beginn und Höhepunkt der Brunft unterscheiden sich je nach Region, Höhenlage und Witterung. Im Nationalpark Kalkalpen beispielsweise liegt ein Schwerpunkt meist zwischen Mitte und Ende September.
Während der Brunft suchen die Hirsche die Nähe der weiblichen Tiere und messen sich mit Rivalen. Waldbesucherinnen und Waldbesucher sollten Abstand halten, auf den Wegen bleiben und die Tiere nicht durch Annäherung, Blitzlicht oder laute Geräusche stören. Besonders in der Dämmerung ist außerdem mit vermehrtem Wildwechsel auf Straßen zu rechnen.
Welche Vögel ziehen im September in den Süden?
Viele Zugvögel befinden sich nun auf dem Weg in südlichere Winterquartiere. Einige Arten ziehen einzeln oder nachts und bleiben deshalb weitgehend unbemerkt. Andere sammeln sich in größeren Gruppen an geeigneten Rastplätzen. Ab Ende September können auch erste Kranichzüge über Österreich beobachtet werden. Der stärkere Durchzug erfolgt häufig erst im Oktober und November (Quelle: BirdLife Österreich).
Standvögel und Kurzstreckenzieher nutzen Beeren, Samen und Insekten. Eichelhäher und Kleiber legen Vorräte an, während Eichhörnchen Nüsse und Samen verstecken. Siebenschläfer und andere Bilche fressen sich Reserven für den Winterschlaf an.
Auch Fledermäuse nutzen milde Septembernächte noch intensiv zur Jagd. Gleichzeitig beginnen je nach Art bereits erste Wechsel in Richtung der Winterquartiere. Baumhöhlen, Spalten und alte Bäume sind deshalb nicht nur Fortpflanzungsstätten und Sommerquartiere, sondern können auch als Paarungs-, Zwischen- oder Winterquartiere dienen.
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Forstwirtschaft im September: Pflege für den Wald von morgen
Wer im September durch den Wald geht, kann vielerorts Forstleute bei Kontroll- und Pflegearbeiten beobachten. Früh verfärbte Blätter, dürre Triebe oder lichte Baumkronen geben Hinweise darauf, wie gut die Bestände Hitze, Trockenheit und andere Belastungen des Sommers überstanden haben.
Warum werden Fichten weiterhin kontrolliert?
Bei warmer Witterung kann der Borkenkäfer im September noch aktiv sein. Deshalb werden gefährdete Fichten auf Bohrmehl, Einbohrlöcher, Harzfluss oder sich lösende Rinde untersucht. Werden befallene Bäume rechtzeitig erkannt und behandelt, lässt sich die weitere Ausbreitung der Käfer begrenzen. Diese Kontrollen helfen dabei, benachbarte Bäume und gesunde Waldbestände zu schützen.
Warum brauchen junge Waldbäume Pflege?
In Kulturen und Naturverjüngung wird geprüft, ob junge Bäume genügend Licht und Platz erhalten. Bei Bedarf werden sie gezielt von starkem Bewuchs freigestellt. Gräser, Kräuter und Sträucher bleiben möglichst erhalten, denn sie schützen den Boden und bieten vielen Tieren Nahrung und Lebensraum.
Auch Herbstpflanzungen können nun vorbereitet werden. Ob tatsächlich gepflanzt wird, hängt von Baumart, Standort, Bodenfeuchtigkeit und Witterung ab. Nach Starkregen kontrollieren Forstleute außerdem Forststraßen, Gräben und Wasserabläufe. Das schützt Wege vor Schäden und den Waldboden vor Erosion. Absperrungen bei Pflegearbeiten oder nach Unwettern dienen dabei auch der Sicherheit von Waldbesucher:innen.
Welche Bedeutung hat das Herbstlaub für den Waldboden?
Ab September nimmt die Menge des Falllaubs zu. Blätter und Nadeln bilden eine schützende Schicht auf dem Waldboden. Sie dämpfen Temperaturschwankungen, vermindern die direkte Verdunstung und bremsen den oberflächlichen Abfluss von Niederschlagswasser.
Bodenorganismen, Pilze und Kleintiere zersetzen das abgestorbene Pflanzenmaterial. Dabei entstehen Humusverbindungen und Nährstoffe werden wieder für den Stoffkreislauf verfügbar. Wie schnell dieser Abbau erfolgt, hängt unter anderem von Temperatur, Feuchtigkeit und der Zusammensetzung der Streu ab.
Eine intakte Humusauflage kann Wasser speichern und trägt zur Bodenfruchtbarkeit bei. Stark verdichtete, ausgetrocknete oder erodierte Böden können diese Funktionen dagegen nur eingeschränkt erfüllen. Bodenschutz ist daher eine wichtige Voraussetzung für stabile und widerstandsfähige Wälder.
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Waldbesuch im September: Darauf ist jetzt zu achten
Milde Temperaturen, klare Luft und erste Herbstfarben machen den September zu einem beliebten Monat für Wanderungen, Pilzausflüge und Naturbeobachtungen. Gleichzeitig werden die Tage spürbar kürzer und das Wetter kann rasch umschlagen.
Wer im September in den Wald geht, sollte besonders beachten:
- Kürzere Tage: Touren mit ausreichender Zeitreserve planen und bei längeren Wegen eine Stirnlampe mitnehmen.
- Wetterumschwünge: Wetterprognose prüfen und Regen-, Kälte- sowie Windschutz einpacken.
- Nebel und Nässe: Auf feuchten Wurzeln, Laub, Steinen und Holzstegen besonders vorsichtig gehen.
- Hirschbrunft: Abstand halten, auf den Wegen bleiben und Brunftplätze nicht gezielt aufsuchen oder Tiere verfolgen.
- Wildwechsel: In der Morgen- und Abenddämmerung auf Straßen durch Waldgebiete besonders aufmerksam fahren.
- Forstarbeiten: Absperrungen und Hinweisschilder beachten und niemals aktive Arbeitsbereiche betreten.
- Hunde: Unter Kontrolle halten und Wildtiere nicht aufscheuchen oder verfolgen lassen.
- Pilze: Nur sicher bestimmte Arten sammeln und Schutzgebietsregeln beachten.
- Zecken: Auch im September nach dem Waldbesuch Kleidung und Körper kontrollieren.
Pilze und Waldfrüchte stehen grundsätzlich im Eigentum der Waldeigentümer:innen. Ist das Sammeln nicht ausdrücklich verboten, beschränkt oder an ein Entgelt gebunden, wird die Zustimmung zum Sammeln für den Eigenbedarf angenommen.
Für Pilze gilt nach dem österreichischen Forstgesetz grundsätzlich eine Höchstmenge von zwei Kilogramm pro Person und Tag. Naturschutzrechtliche Bestimmungen der Bundesländer sowie Regeln in Schutzgebieten können strengere zeitliche, mengenmäßige oder örtliche Beschränkungen vorsehen. Ausführliche Informationen bietet das Bundesministerium zum Sammeln von Pilzen und Beeren.
Diese Wald-Ausflugsziele in Österreich sind im September besonders schön
Nationalpark Kalkalpen: Der Nationalpark Kalkalpen schützt Österreichs größte zusammenhängende Waldwildnis. Ein Teil seiner alten Buchenwälder gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe. Im September beginnt sich das Laub der Buchenwälder allmählich zu verfärben. Zwischen Mitte und Ende des Monats ist in vielen Gebieten die Hirschbrunft zu hören. Wer das Naturschauspiel erleben möchte, sollte an einer geführten Tour teilnehmen und die Tiere nicht auf eigene Faust aufsuchen.
Großer Ahornboden im Naturpark Karwendel: Mehr als 2.000 alte Bergahorne prägen den Großen Ahornboden vor der Felskulisse des Karwendels. Ab September reifen die typischen Flügelfrüchte des Bergahorns. Gegen Ende des Monats können sich abhängig von Höhenlage und Witterung erste Blätter goldgelb färben. Der Höhepunkt der Herbstfärbung lässt sich jedoch nicht auf einen festen Termin festlegen und kann auch erst im Oktober eintreten.
Nationalpark Donau-Auen: Zwischen Wien und Bratislava bewahrt der Nationalpark Donau-Auen eine der letzten großen zusammenhängenden Aulandschaften Mitteleuropas. Im September sorgen Morgennebel, reifende Früchte und erste Blattverfärbungen für eine besondere Stimmung. Auch die Rufe der Auhirsche können während der Brunft zu hören sein. Je nach aktuellem Besucherprogramm ermöglichen geführte Exkursionen Einblicke, ohne die Tiere unnötig zu stören.
Nationalpark Thayatal: Der Nationalpark Thayatal ist von naturnahen Laubwäldern, steilen Hängen, Felsen und dem Flusslauf der Thaya geprägt. Rund 100 Kilometer Wander- und Radwege erschließen den österreichischen und tschechischen Teil des Schutzgebiets. Im September beginnt der Übergang zum Herbst. Die intensivste Laubfärbung folgt je nach Witterung häufig erst im Oktober. Die kühleren Temperaturen machen den Monat dennoch ideal für längere Wanderungen.
Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal: Das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal schützt mit dem Rothwald den größten Urwaldrest des Alpenbogens. Unterschiedlich alte Bäume, große Mengen Totholz, Pilze und Naturverjüngung zeigen hier, wie sich Wald ohne forstliche Nutzung entwickelt. Das Wildnisgebiet darf auf gekennzeichneten Wegen betreten werden. Abseits dieser Wege ist ein Besuch nur im Rahmen geführter Exkursionen möglich. Ergänzend vermittelt dasHaus der Wildnis in Lunz am See Wissen über Waldökologie, Artenvielfalt und Forschung.
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