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Österreichs Wälder unter Trockenstress

Warum Waldpflege jetzt besonders zählt

  • Waldbesucher:innen

Braune Blätter, lichte Kronen und vertrocknete junge Bäume: Wer derzeit durch Österreichs Wälder geht, kann die Folgen der vergangenen trockenen und heißen Wochen vielerorts deutlich erkennen. Besonders betroffen sind laut einem aktuellen Bericht des ORF Teile Ober- und Niederösterreichs sowie der Südsteiermark.

Der Biodiversitätsforscher Franz Essl warnt darin vor erheblichen Schäden. Besonders belastet sind Wälder auf sonnigen Hängen und flachgründigen Böden, die nur wenig Wasser speichern können. Niederschläge könnten einigen geschwächten Bäumen noch helfen; bei anderen werden die Folgen erst im Herbst vollständig sichtbar.

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Was bedeuten braune Blätter und lichte Kronen?

 

Vorzeitig verfärbte oder abgeworfene Blätter sind häufig eine Reaktion auf Wassermangel: Der Baum reduziert seine Blattfläche und damit die Verdunstung. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass er abgestorben ist. Ob sich ein Baum erholt, lässt sich oft erst in den folgenden Monaten oder beim Austrieb im nächsten Frühjahr beurteilen.

Dürre hinterlässt außerdem nicht überall die gleichen Spuren. Baumart, Alter, Boden, Höhenlage, Hangrichtung und bisherige Wasserversorgung beeinflussen, wie stark ein Baum belastet wird. Deshalb betrachten Forstleute nicht nur einzelne braune Kronen, sondern den gesamten Standort und die Entwicklung des Bestandes.

Warum braucht ein geschwächter Wald Pflege?

 

Trockenstress kann Bäume anfälliger für weitere Belastungen machen. Besonders gefährdete Fichten werden deshalb auf Borkenkäferbefall kontrolliert. Wird ein befallener Baum rechtzeitig erkannt, geerntet und aus dem Wald gebracht, kann die weitere Vermehrung der Käfer begrenzt werden.

Auch junge Waldbäume benötigen Aufmerksamkeit. Forstleute prüfen, welche Naturverjüngung den Sommer überstanden hat und ob die gewünschten Baumarten genügend Licht und Platz erhalten. Wo geeignete Samenbäume fehlen oder zusätzliche klimafitte Baumarten notwendig sind, kann die natürliche Verjüngung durch Pflanzungen ergänzt werden.

Dabei gibt es keine Baumart, die für jeden Wald gleichermaßen geeignet ist: Ob Fichte, Tanne, Buche, Eiche, Bergahorn oder eine andere Art langfristig bestehen kann, hängt vom jeweiligen Standort ab. Das Bundesforschungszentrum für Wald BfW betont deshalb die Bedeutung einer standortgerechten Baumartenmischung. Aktive Waldpflege und Waldumbau können die Anpassung bewirtschafteter Wälder an veränderte Klimabedingungen unterstützen.

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Warum werden manche Bäume entfernt und andere belassen?

 

Für Waldbesucher:innen wirkt es manchmal widersprüchlich: An einer Stelle werden geschädigte Bäume entnommen, an einer anderen bleibt Totholz bewusst im Wald. Beides kann fachlich sinnvoll sein.

Bäume mit entwicklungsfähigen Borkenkäfern müssen aus gefährdeten Beständen entfernt werden. Auch entlang stark genutzter Wege können Arbeiten aus Sicherheitsgründen notwendig sein. Abgestorbene Bäume und Äste werden jedoch nicht grundsätzlich beseitigt. Wo es Waldschutz und Sicherheit erlauben, bleiben alte Bäume, Höhlenbäume und Totholz erhalten. Sie bieten Pilzen, Insekten, Vögeln und anderen Tieren wertvolle Lebensräume.

Waldpflege bedeutet daher nicht, jeden geschädigten Baum zu entfernen. Sie besteht aus Beobachten, Abwägen und gezielten Eingriffen, ganz abhängig davon, welche Funktionen ein Wald erfüllen soll.

Bild: Borkenkäfer auf Fichtenrinde

Was kann man selbst für einen gesunden Wald beitragen?

 

Forstarbeiten, markierte Bäume oder vorübergehende Absperrungen zeigen, dass im Wald gearbeitet wird. Wer Sperren und Hinweisschilder beachtet, aktive Arbeitsbereiche meidet und junge Bäume nicht beschädigt, unterstützt diese Arbeit.

Außerdem ist jede mögliche Zündquelle zu vermeiden. Offenes Feuer und weggeworfene Zigaretten können verheerende Folgen haben. Auch das rücksichtsvolle Verhalten abseits der Wege hilft, empfindliche Böden, Naturverjüngung und Lebensräume zu schützen.

Die aktuellen Dürreschäden zeigen, wie verletzlich Wälder sein können. Sie machen aber auch sichtbar, warum eine vorausschauende Waldbewirtschaftung notwendig ist: Waldpflege kann Belastungen nicht verhindern, aber sie kann bewirtschaftete Wälder dabei unterstützen, vielfältiger, stabiler und widerstandsfähiger zu werden.

So verhalte ich mich richtig im Wald

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