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Eichen aus dem Kaukasus: Was Herkunftsversuche für klimafitte Wälder zeigen

Okt. 22, 2026 | Fakten und Wissen

Hitze, Trockenheit, Borkenkäfer und veränderte Niederschläge setzen Österreichs Wälder zunehmend unter Druck. Wer heute aufforstet, muss deshalb Bedingungen berücksichtigen, die möglicherweise erst in mehreren Jahrzehnten vorherrschen werden. Ein Herkunftsversuch der Guts- und Forstverwaltung Horn zeigt, wie vorausschauende Waldbewirtschaftung aussehen kann.

Auf einer Versuchsfläche bei Japons in Niederösterreich wachsen Eichen aus dem Kaukasus. In Teilen des Kaukasus herrschen heute Klimabedingungen, wie sie gegen Ende des Jahrhunderts auch für die Region um Japons erwartet werden. Der Versuch soll zeigen, ob diese Herkünfte mit zunehmender Wärme und Trockenheit besser zurechtkommen.

 

Warum ist die Herkunft des Saatguts für klimafitte Wälder wichtig?

 

Für einen klimafitten Wald zählt nicht allein die Baumart. Auch die Herkunft des Saatguts kann entscheidend sein. Bäume derselben Art haben sich über viele Generationen an unterschiedliche Temperaturen, Niederschlagsmengen und Standorte angepasst. Eine Herkunft aus einer trockenen, warmen Region kann deshalb besser an solche Bedingungen angepasst sein als eine Herkunft aus einem kühleren oder feuchteren Gebiet.

Saatgutherkünfte aus Regionen mit ähnlichen Bedingungen wie dem künftig erwarteten Klima könnten daher eine Ergänzung bei Aufforstungen sein. Dahinter steht das Konzept der assistierten Migration: Pflanzen werden gezielt in Gebiete gebracht, die ihren klimatischen Ansprüchen künftig besser entsprechen könnten.

 

Was untersucht der Eichenversuch?

 

Im Revier der Guts- und Forstverwaltung Hoyos Horn sind bereits deutliche Waldschäden sichtbar. Gemeinsam mit Fachleuten wurde deshalb untersucht, welches Klima die Region gegen Ende des Jahrhunderts prägen könnte. Daraus entstand die Idee, Eichen-Herkünfte aus dem Kaukasus unter niederösterreichischen Bedingungen zu erproben.

Dabei handelt es sich nicht um eine schnelle Lösung oder eine allgemeine Pflanzempfehlung. Erst die langfristige Beobachtung wird zeigen, welche Herkünfte gut anwachsen, vital bleiben und Trockenperioden bewältigen. Herkunftsversuche benötigen Jahrzehnte, genau wie die Entwicklung eines Waldes.

 

Was können Waldbesitzer aus Herkunftsversuchen ableiten?

 

Der Versuch macht deutlich, dass es keine einzelne „Wunderbaumart“ für den Wald der Zukunft gibt. Klimafitte Bestände entstehen durch standortgerechte Baumarten, geeignete Herkünfte, Naturverjüngung, genetische Vielfalt und fachgerechte Pflege. Eine breite Mischung hilft, Risiken zu verteilen.

Waldbesitzer sollten deshalb nicht pauschal Eichen aus dem Kaukasus pflanzen. Sinnvoller ist es, den eigenen Standort genau zu prüfen, fachliche Beratung einzuholen und auch die Herkunft des Pflanzmaterials zu berücksichtigen. Eine erste Orientierung für die künftige Baumartenwahl bietet die Baumartenampel des Bundesforschungszentrums für Wald.

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