Im Juni steht der österreichische Wald im Frühsommer. Das Blätterdach ist geschlossen, Waldränder blühen, Insekten sind aktiv, und viele Wildtiere ziehen ihre Jungen auf. Rehkitze, Jungvögel, Fuchswelpen und andere Jungtiere brauchen jetzt besonders viel Ruhe.
Gleichzeitig ist der Juni ein intensiver Monat für die Forstwirtschaft. Jungpflanzen werden gepflegt, Schutzmaßnahmen kontrolliert, Wege nach Starkregen überprüft und der Borkenkäferdruck aufmerksam beobachtet. Bei warmem Wetter kann sich der Buchdrucker rasch vermehren – besonders dort, wo geschwächte Fichten oder frisches Brutmaterial vorhanden sind.
Der Juni macht auch deutlich, wie wichtig der Wald für den Wasserhaushalt ist. Waldböden speichern Niederschläge, geben Wasser verzögert ab und tragen dazu bei, Trockenphasen abzufedern. Gerade nach Regenfällen zeigt sich, wie lebendig der Waldboden ist – von Moosen und Farnen bis zu Pilzen, Schnecken und Bodenorganismen.
Mit der Woche des Waldes rückt im Juni außerdem die gesellschaftliche Bedeutung des Waldes in den Mittelpunkt. Er ist Lebensraum, Klimafaktor, Wasserspeicher, Erholungsraum, Arbeitsplatz und Rohstoffquelle zugleich. Wer im Juni in den Wald geht, erlebt deshalb nicht nur Frühsommer, sondern auch die vielen Leistungen, die Wälder für Mensch, Natur und Wirtschaft erbringen.
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