• Waldbesucher:innen

Waldameisen – die Garanten für unsere sichere Existenz

Mai 5, 2026 | Aus dem Leben

 

Von Franz Gregetz

Die Wälder in Europa sind verantwortlich z.B. für den Regen in China, diese meteorologische Realität belegt eindeutig die eminente Bedeutung der Wälder auch für uns in Mitteleuropa. Aus den unterschiedlichen Gründen leiden unsere Wälder und wir müssen sehr darauf achten, dass sich diese Situation nicht flächendeckend weiterentwickelt. Eine entscheidende Rolle in unseren mitteleuropäischen Wäldern spielen die 13 Waldameisenarten.

Unter anderem verteilen Waldameisen die Samen der etwa 110 Arten frühblühender Kräuter, die deswegen auch Ameisenpflanzen genannt werden. Somit sorgen sie für die Verbreitung dieser Pflanzengruppe. Das Nektarangebot dieser Pflanzen dient den etwa 330 Arten parasitär wirksamen, also, waldnützlicher Insekten als unerlässliche Nahrung. Diese Waldnützlinge sind Insekten, welche die, viel zu oft genannten, Waldschädlinge auf unterschiedliche Weise bejagen bzw. parasitieren und somit bekämpfen.

 

Honigtau für Nützlinge

 

Diese Ameisenpflanzen sind außerdem die bevorzugte Nahrung für das Rehwild, das dann weniger an jungen Bäumen frisst, wenn diese Pflanzen in ausreichender Menge vorhanden sind.

Waldameisen, vor allem die erwachsenen, ernähren sich hauptsächlich von Honigtau, der bei Baumläusen als Ausscheidungsprodukt anfällt, die Waldameisen leben in einer Symbiose mit diesen Läusen. Das Saugen der Baumläuse ist keine Belastung für die Bäume.

Überschüssiger Honigtau, der nicht von den Waldameisen abgenommen werden kann, wird von den Läusen einfach so abgespritzt und lagert sich somit auf Ästen/Zweigen an Bäumen und Sträuchern ab und steht somit auch den insgesamt etwa 5.560 Nützlingsinsekten, unter anderem auch den Honigbienen und z.B. auch den Hummeln als Nahrung zur Verfügung. Natürlich jagen Waldameisen alle verfügbaren Insekten, sowohl Schädlinge als auch Nützlinge. Somit erzeugen sie ein optimales Gleichgewicht der Insektengruppen im Wald.

 

Warum Waldameisen Vögel schützen, Wälder stabilisieren und Borkenkäfer indirekt regulieren

 

Waldameisen selbst sind Nahrung für viele Vogelarten, wie z.B. verschiedene Spechtarten. Diverse Vogelarten lassen sich von den äußerst aggressiven Waldameisen mit deren Ameisensäure abduschen; dadurch wird ihr Gefieder von Parasiten befreit.
Die Leistungen eines Waldes hängen ursächlich mit der Existenz einer ausreichenden Populationsgröße von Waldameisen-Völkern zusammen. Dies betrifft natürlich auch die Holzproduktion eines Waldes.

Eine weitere, zu beachtende Realität, ist die Tatsache, dass die parasitär wirksamen Nützlingsinsekten im Wald, nachdem sie z.B. die Borkenkäfer, auch deren Brut, parasitiert haben, etwa 1 bis 2 Monate später aus den Bäumen ausfliegen als z.B. die Borkenkäfer selbst. Diese zeitliche Verschiebung im Lebenszyklus von Schad- und Nützlingsinsekten verdeutlicht, wie eng beide Gruppen miteinander verflochten sind und welche unverzichtbare Rolle die Nützlinge für das ökologische Gleichgewicht und die natürliche Regulierung der Schadinsekten im Wald spielen.

 

Franz Gregetz ist ehrenamtlich aktiver Ameisenheger und zertifizierter Ausbilder für Ameisenheger:innen (Deutsche Ameisenschutzwarte DASW).

 

 

 

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