© 2026 Adobe Stock, Kannapat
Die Woche des Waldes
Die Woche des Waldes imacht die Leistungen des Waldes und die Bedeutung nachhaltiger Waldbewirtschaftung sichtbar. Koordiniert wird sie vom Forstwirtschaftsministerium, jedes Jahr steht ein aktuelles Schwerpunktthema im Mittelpunkt.
Die Waldwoche richtet sich an die breite Öffentlichkeit. Sie soll zeigen, wie Wald, Holzverwendung, Biodiversität und Klimaanpassung zusammenhängen.
Das Motto 2026: Wald und Wirtschaft”
Das Motto „Wald und Wirtschaft“ zeigt: Der Wald ist nicht nur Naturraum, sondern auch Grundlage einer umfangreichen Wertschöpfungskette. Diese beginnt bei Waldbesitzer:innen, Forstbetrieben und Waldarbeiterinnen und Waldarbeitern. Sie reicht weiter über Sägewerke, Holzindustrie, Papierindustrie, Holzbau, Tischlereien, Möbelproduktion, Energieversorgung, Transport, Maschinenbau, Planung und Handel.
Das gesamte Wertschöpfungsnetzwerk der Forst- und Holzwirtschaft erwirtschaftet in Österreich – inklusive vor- und nachgelagerter Branchen – rund 43,1 Milliarden Euro pro Jahr. Das entspricht etwa 10 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Anders gesagt: Jeder zehnte in Österreich erwirtschaftete Euro hängt unmittelbar oder mittelbar mit dem Rohstoff Holz zusammen.
Auch für den Arbeitsmarkt ist der Sektor bedeutend: Rund 444.000 Arbeitsplätze sind laut Bundesministerium Land- und Forstwirtschaft auf die Forst- und Holzwirtschaft zurückzuführen. Das entspricht etwa jedem elften Arbeitsplatz in Österreich. Besonders in ländlichen Regionen sind Wald, Holz und Verarbeitung wichtige Grundlagen für Beschäftigung, Einkommen und regionale Wertschöpfung.
© 2026 Adobe Stock, Rokas
Warum aktive Waldbewirtschaftung für klimafitte Wälder wichtig ist
Wald wächst. Aber ein stabiler, klimafitter, artenreicher und wirtschaftlich nutzbarer Wald entsteht nicht automatisch. Er braucht Pflege, Wissen, Planung und regelmäßige Entscheidungen. Aktive und nachhaltige Waldbewirtschaftung bedeutet, Wälder so zu nutzen und zu pflegen, dass ihre Funktionen langfristig erhalten bleiben. Dazu gehören Holznutzung, Waldverjüngung, Durchforstung, Mischwaldaufbau, Schutz vor Schäden, die Förderung geeigneter Baumarten und die Anpassung an veränderte Umweltbedingungen.
Gerade im Klimawandel gewinnt diese Arbeit an Bedeutung. Hitze, Trockenheit, Stürme, Schädlinge und Krankheiten setzen viele Waldbestände unter Druck. Besonders gleichförmige Bestände oder Monokulturen können anfälliger sein. Durch gezielte Pflege, Verjüngung und den Aufbau strukturreicher Mischwälder können Waldbestände stabiler und widerstandsfähiger werden. So bleibt der Wald Lebensraum, Klimaschützer, Schutzraum und Rohstoffquelle zugleich.
Nachhaltige Bewirtschaftung bedeutet, Verantwortung zu übernehmen: für den Wald als Lebensraum, für die Menschen, die mit ihm arbeiten, für den nachwachsenden Rohstoff Holz und für kommende Generationen.
Holz: Rohstoff, Baustoff und Klimaschützer
Holz ist ein nachwachsender Rohstoff mit besonderer Bedeutung. Es kann zu Möbeln, Fußböden, Fenstern, Verpackungen, Papier, Platten, Holzwerkstoffen oder ganzen Gebäuden verarbeitet werden. Gerade im Bauwesen gewinnt Holz an Bedeutung, weil es energieintensive Materialien teilweise ersetzen kann.
Wie Holz CO₂ speichert und andere Rohstoffe ersetzt
Während ein Baum wächst, bindet er CO₂ aus der Atmosphäre. Wird Holz später in langlebigen Produkten genutzt, bleibt ein Teil dieses Kohlenstoffs über viele Jahre oder Jahrzehnte gespeichert. Besonders im Holzbau kann diese Speicherleistung eine wichtige Rolle spielen.
Gleichzeitig kann Holz andere Rohstoffe ersetzen, deren Herstellung mit hohen Emissionen verbunden ist. Man spricht hier vom Substitutionseffekt: Holzprodukte können dazu beitragen, fossile oder sehr energieintensive Materialien zu reduzieren. Auch Nebenprodukte aus der Holzverarbeitung lassen sich stofflich oder energetisch nutzen. Das stärkt eine nachhaltige Bioökonomie und kann die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten verringern.
Wichtig ist dabei: Klimaschutz durch Holz funktioniert nur in Verbindung mit nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Entscheidend ist, dass Wälder langfristig stabil bleiben, nachwachsen und ihre ökologischen Funktionen erfüllen.
© 2026 Adobe Stock, NastyaPhoto
© 2026 Adobe Stock, melnikofd
Ökologie und Ökonomie gehören zusammen
Die Woche des Waldes 2026 macht deutlich, dass Ökologie und Ökonomie im Wald nicht getrennt gedacht werden sollten. Ein bewirtschafteter Wald kann Holz liefern, Arbeitsplätze sichern, regionale Wertschöpfung schaffen und zugleich Lebensraum, Schutzwald, Wasserspeicher und Klimaschützer sein.
Seit 1990 haben nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holznutzung die Atmosphäre laut Branchenangaben um rund 900 Millionen Tonnen fossiles CO₂-Äquivalent entlastet. Gleichzeitig ist der Holzvorrat in Österreichs Wäldern um rund 255 Millionen Vorratsfestmeter gewachsen. Zusätzlich wurden mehr als 100 Millionen Vorratsfestmeter Biotopholz zur Förderung der Biodiversität bereitgestellt.
Diese Zahlen zeigen: Nutzung und Naturschutz gehen am besten Hand in Hand. Entscheidend ist, wie Wald bewirtschaftet wird. Werden Wälder fachgerecht gepflegt, verjüngt und an den Klimawandel angepasst, können sie mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen.
Warum die Forstwirtschaft ländliche Regionen stärkt
Viele Leistungen der Forst- und Holzwirtschaft entstehen nicht in großen Zentren, sondern in den Regionen. Waldbesitzer:innen, Forstbetriebe, Holztransporte, Sägewerke, Tischlereien, Holzbauunternehmen und Handwerksbetriebe sind oft tief in ländlichen Räumen verankert.
Dadurch bleibt Wertschöpfung in der Region. Holz aus heimischen Wäldern kann vor Ort verarbeitet werden. Das schafft Arbeitsplätze, stärkt Betriebe und verkürzt Transportwege. Besonders für ländliche Regionen ist die Wertschöpfungskette Wald und Holz deshalb ein wichtiger Stabilitätsfaktor.
Gleichzeitig ist regionale Holzverwendung auch eine Frage der Versorgungssicherheit. Wer heimische Rohstoffe nachhaltig nutzt, macht sich unabhängiger von importierten Materialien und fossilen Ressourcen.
© 2026 Adobe Stock, Plamen Petrov
© 2026 Adobe Stock, luckybusiness
Was Waldbesuchende über nachhaltige Waldbewirtschaftung wissen sollten
Für viele Menschen ist der Wald vor allem Erholungsraum. Sie gehen spazieren, wandern, laufen, sammeln Eindrücke oder suchen Ruhe. Die Woche des Waldes kann helfen, diesen Blick zu erweitern. Denn: Hinter einem gepflegten Wald steckt langfristige Arbeit.
Wege müssen erhalten, Jungbäume geschützt, Bestände gepflegt, Schadholz aufgearbeitet, Baumarten ausgewählt und Wildverbiss beurteilt werden. Auch die Holzernte ist Teil dieser Verantwortung.
Wer den Wald besucht, sieht oft nur den Moment. Waldbewirtschaftung denkt jedoch in Jahrzehnten. Ein Baum, der heute gefördert wird, kann erst in vielen Jahren oder Generationen als hochwertiges Holz genutzt werden. Genau darin liegt die besondere Herausforderung der Forstwirtschaft: Sie muss heute Entscheidungen treffen, deren Wirkung weit in die Zukunft reicht.
Woche des Waldes 2026: Ein Anlass zum Hinschauen
Die Woche des Waldes 2026 ist mehr als eine Themenwoche. Sie ist eine Einladung, genauer hinzusehen: auf den Wald als Lebensraum, als Klimaschützer, als Rohstoffquelle, als Arbeitsplatz und als Teil der österreichischen Wirtschaft.
Das Motto „Wald und Wirtschaft“ zeigt, dass nachhaltige Waldbewirtschaftung eine zentrale Rolle für Österreich spielt. Sie verbindet ökologische Verantwortung mit regionaler Wertschöpfung, Klimaschutz mit Holzverwendung und Naturraum mit Zukunftsarbeit.
Ein klimafitter Wald entsteht nicht durch Stillstand, sondern durch Wissen, Pflege, Verantwortung und langfristiges Denken. Die Woche des Waldes macht sichtbar, wie viel Arbeit, Wert und Zukunft im österreichischen Wald steckt.
Quellen und weiterführende Links
© 2026 Adobe Stock, JenkoAtaman
Zum Weiterlesen
Zum Nachlesen
Rechte & Produktion
© 2024 Die österreichischen Familienwaldbetriebe & Österreichischer Forstverein – Unterstützt durch den Holzinformationsfonds der Landwirtschaftskammer Österreich
Redaktion
Wir haben sorgfältig recherchiert und Informationen zusammengetragen. Wenn ihnen dennoch etwas auffällt, was sie ändern würden oder etwas zu ergänzen wäre, bitten wir sie, Kontakt mit uns aufzunehmen. Wir freuen uns über ihre Rückmeldung und Anregungen.



