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Eine Zusammenfassung von Marc Grünig et al. ,Climate change will increase forest disturbances in Europe throughout the 21st century. Science391, eadx6329(2026). DOI: 10.1126/science.adx63
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Klimawandel verstärkt Waldstörungen in Europa
Europas Wälder stehen vor einem tiefgreifenden Wandel. Klimawandelbedingte Störungen wie Waldbrände, Stürme und Borkenkäferbefall nehmen seit Jahren zu – und sie werden sich in Zukunft noch deutlich verstärken. Das zeigt eine umfangreiche Studie eines internationalen Forschungsteams, veröffentlicht 2026 in der Fachzeitschrift Science.
Die Forscher simulierten erstmals in hoher räumlicher Auflösung, wie sich Klima und Vegetation gegenseitig beeinflussen – und wie sich Waldstörungen bis zum Jahr 2100 entwickeln. Das Ergebnis ist eindeutig: Ohne Gegenmaßnahmen wird die Fläche geschädigter Wälder in Europa bis zum Ende des Jahrhunderts mehr als doppelt so groß sein wie heute.
Was bedeutet „Störung“ im Wald?
Gemeint sind Ereignisse, die in kurzer Zeit große Waldflächen bzw. die Bäume darauf zerstören oder zum Absterben bringen – etwa:
- Waldbrände
- Sturmwürfe
- Massenvermehrungen von Borkenkäfern
Solche Ereignisse haben immer schon stattgefunden. Doch der Klimawandel verschärft sie und verschiebt ihre Verteilung – auch in Regionen, die bisher weniger betroffen waren.
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Was zeigt die Studie?
- Störungen nehmen überall zu – egal welches Klimaszenario: Selbst bei optimistischen Klimaschutzmaßnahmen bleiben die Störungsraten bis 2100 deutlich über heutigen Werten. Bei ungebremstem Klimawandel (RCP 8.5) steigt die jährliche Störungsfläche um +122 %.
- Waldbrände nehmen zu: Waldbrände reagieren besonders sensibel auf Trockenheit und Hitze. Mediterrane Regionen bleiben ein Hotspot. Doch auch Mitteleuropa und Skandinavien erleben künftig deutlich mehr Waldbrände
- Borkenkäfer bleiben eine zentrale Gefahr: Lange Hitzeperioden begünstigen zusätzliche Käfergenerationen pro Jahr. Damit steigt die Gefahr großflächiger Absterbeereignisse besonders im temperierten Mitteleuropa.
- Wälder werden jünger – alte Bestände schwinden: Bis zum Jahr 2100 erhöht sich der Anteil junger Wälder um bis zu +14 %, während alte Wälder um bis zu –3 % zurückgehen.
Das verändert:
- Kohlenstoffspeicherung
- Biodiversität
- Wasserhaushalt
- Landschaftsbild
- Holzwirtschaft
Warum spielt Waldbewirtschaftung eine Schlüsselrolle?
Die Studie selbst simulierte „Business as usual“ – also eine Fortführung heutiger Bewirtschaftungspraktiken. Sie zeigt aber klar: Management ist einer der stärksten Hebel gegen steigende Störungsrisiken.
Aktive Bewirtschaftung kann helfen, indem sie:
- Baumarten mischt, um stabile Mischbestände zu schaffen.
- Strukturreiche Bestände fördert, welche weniger anfällig für Wind und Käfer sind.
- Brennbares Material reduziert, um Feuerintensität zu verringern.
- Risiko-Hotspots früh erkennt und Gegenmaßnahmen ermöglicht.
- Waldumbau unter Klimawandel vorausschauend plant statt reagiert.
Die Forschenden betonen, dass ungepflegte Wälder oft anfälliger sind, weil dichte, gleichaltrige Bestände wie ein Domino reagieren können: Fällt ein Teil aus, folgt der nächste.
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Was bedeutet das für die Gesellschaft?
Wälder sind zentrale Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel – sie nehmen CO₂ auf, speichern es langfristig im Holz und halten es verbaut in Häusern lange aus dem Kreislauf fern, schützen vor Naturgefahren und bieten Lebensräume. Doch wenn sie durch Feuer, Käfer oder Stürme großflächig ausfallen, drohen Folgen wie:
- geringere Kohlenstoffaufnahme
- mehr Brand- und Sturmrisiken
- Verlust wertvoller Lebensräume
Eine reine „Natur sich selbst überlassen“-Strategie reicht unter den heutigen Klimabedingungen nicht aus.
Fazit: Ein klimafitter Wald braucht Pflege – jetzt
Die Ergebnisse der Studie zeigen klar: Der Klimawandel macht Europas Wälder verletzlicher, doch aktive, durchdachte Bewirtschaftung kann ein entscheidender Schutzfaktor sein. Die Zeit, Wälder auf die Zukunft vorzubereiten, ist jetzt. Denn Wälder wachsen langsam, aber Störungen kommen schnell.
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