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21. März 2026: Internationaler Tag des Waldes

Warum Wälder für Klima, Wirtschaft und Gesellschaft unverzichtbar sind

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Am 21. März 2026 wird weltweit der Internationale Tag des Waldes begangen. Ziel ist es, die Bedeutung der Wälder in all ihren Funktionen sichtbar zu machen und das in dreifacher Hinsicht: ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich.

Gerade in Österreich, wo knapp die Hälfte der Staatsfläche bewaldet ist, hat dieser Tag besondere Relevanz. Denn Wälder sind hier nicht nur Naturraum, sondern Wirtschaftsfaktor, Schutzschild und Lebensraum zugleich.

Internationaler Tag des Waldes

Bereits in den 1970er-Jahren führte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) einen Aktionstag ein, um auf das weltweite Problem der Entwaldung aufmerksam zu machen. Im Jahr 2012 wurde schließlich durch die UN-Generalversammlung der 21. März offiziell als Internationaler Tag der Wälder festgelegt. An diesem Datum soll die Bedeutung der Wälder hervorgehoben, das Bewusstsein für ihren Schutz geschärft und zur Durchführung verschiedener waldbezogener Aktivitäten auf allen Ebenen – von lokal bis global – angeregt werden. Jedes Jahr legt die Collaborative Partnership on Forests (CPF) ein neues Motto fest, das sich 2026 dem Thema „Wälder und Wirtschaft“ widmet.

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Was ist ein Wald und warum ist er so bedeutend?

 

Eine Ansammlung von Bäumen, möchte man meinen, macht einen Wald aus. Doch ein Wald ist weit mehr. Fachlich ausgedrückt: eine großflächige, von Bäumen dominierte Vegetationsform, die ein eigenes Waldklima ausbildet; mit spezifischer Temperatur-, Feuchte- und Lichtdynamik. Wälder zählen zu den komplexesten und produktivsten Landökosystemen der Erde.

In Österreich sind die Funktionen des Waldes klar definiert, gesetzlich verankert und sie greifen ineinander: ökologisch, ökonomisch und gesellschaftlich. Global betrachtet gehören Wälder – neben den Ozeanen – zu den wichtigsten Klimaregulatoren. Sie speichern große Mengen Kohlenstoff in Biomasse und Böden, produzieren Sauerstoff und steuern Wasser- sowie Nährstoffkreisläufe. Als Kohlenstoffsenken entziehen sie der Atmosphäre CO₂ und leisten damit einen zentralen Beitrag zur Klimastabilisierung. Ähnlich wie bei einem Wasserglas,  dass irgendwann übergeht, sind jedoch auch bei dieser Senkenleistungen Grenzen gesetzt. Zugleich sind sie Hotspots der Biodiversität. Und: Der Artenreichtum und die genetische Vielfalt unserer Wälder bilden eine unverzichtbare Grundlage für Forschung, Medizin, Landwirtschaft und industrielle Innovation.

Österreich nimmt in diesem globalen Kontext eine besondere Rolle ein: Rund die Hälfte der Staatsfläche ist bewaldet. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung – geprägt vom Prinzip der Nutzung unter Wahrung der langfristigen Produktivität – stellt sicher, dass nicht mehr Holz genutzt wird, als nachwächst. So verbindet sich Klimaschutz mit regionaler Wertschöpfung, Schutzfunktionen mit Erholungsraum. Der österreichische Wald ist damit nicht nur Naturraum, sondern aktiv gestalteter Zukunftsraum.

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Mensch und Wald: Nutzung und Verantwortung

 

Seit Beginn der Zivilisation greift der Mensch in die Waldentwicklung ein. Wälder wurden gerodet, um Siedlungen und Ackerflächen zu schaffen. In Europa gewann später die Holznutzung als Energiequelle und Baustoff zentrale Bedeutung.

Heute nimmt die Waldfläche in wohlhabenden Ländern teils sogar wieder zu. Doch der Druck verlagert sich: Durch den Import von Holz und Agrarprodukten treiben Industrieländer die Entwaldung in ärmeren Regionen mit an (s. Studie des World Economic Forum). Der globale Wald bleibt also unter Druck. Der Internationale Tag des Waldes erinnert daher daran, dass Schutz und nachhaltige Nutzung weltweit Hand in Hand gehen müssen. Die Probleme müssen aber dort gelöst werden, wo sie entstehen. 

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Klimaschutz durch nachhaltige Waldbewirtschaftung

 

Wälder sind zentrale Akteure im globalen Klimasystem: Sie speichern Kohlenstoff in Biomasse und Boden und entlasten die Atmosphäre erheblich. Gleichzeitig ermöglicht die Nutzung von Holz, energieintensive Materialien wie Stahl, Beton oder fossile Brennstoffe zu ersetzen. Zusätzlich wird auch die Speicherleistung verlängert.

Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet daher aktiven Klimaschutz. In Österreich ist die Waldbewirtschaftung durch das Forstgesetz nachhaltig geregelt: Waldflächen sind zu erhalten, Zuwachs und Nutzung haben sich die Waage zu halten, und nach der Ernte ist wieder aufzuforsten. Rund 80 Prozent des geernteten Holzes fließen zunächst in die stoffliche Nutzung – als Bau-, Werk- oder Faserstoff. Erst am Ende dieser sogenannten Kaskadennutzung wird das Holz energetisch verwertet. So bleibt der im Holz gebundene Kohlenstoff möglichst lange dem Kreislauf erhalten, statt direkt in die Atmosphäre zu gelangen.

Gleichzeitig ist der Wald selbst vom Klimawandel betroffen. Steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster, Extremwetterereignisse und Schädlingsbefall setzen Bestände unter Druck. In Österreich bedeutet das: Anpassung durch klimafitte Mischwälder, Förderung trockenheitsresistenter Baumarten und konsequenten Bodenschutz.

Orientierung bieten internationale Standards wie PEFC. Der PEFC-Standard definiert ökologische, ökonomische und soziale Kriterien nachhaltiger Waldbewirtschaftung und stellt sicher, dass Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktion gleichermaßen berücksichtigt werden.

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Motto 2026: “Wälder und Wirtschaft”

 

Das Schwerpunktthema 2026 lautet „Wälder und Wirtschaft“ (engl. „Forests and Economies”). Damit rückt die FAO die wirtschaftliche Dimension gesunder Waldökosysteme in den Fokus.

Die Zahlen sind eindrucksvoll: Mehr als die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandsprodukts – rund 44 Billionen US-Dollar – hängt direkt oder indirekt von Naturleistungen ab. Intakte Wälder sichern sauberes Trinkwasser, schützen Böden, stabilisieren Hänge, regulieren das Klima und reduzieren Schäden durch Naturkatastrophen. Ohne diese Leistungen würden Volkswirtschaften jährlich Milliardenbeträge verlieren.

Weltweit werden laut FAO rund vier Milliarden Kubikmeter Holz pro Jahr produziert und die FAO spricht von steigender Nachfrage. Bis 2050 wird ein zusätzlicher Bedarf von etwa einer Milliarde Kubikmeter industriellem Rundholz erwartet, insbesondere im Zuge des Übergangs zu erneuerbaren Ressourcen.

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Wälder als Fundament der Bioökonomie

 

Wälder sind ein Schlüssel für eine nachhaltige Wirtschaft. Holz bietet natürliche Alternativen zu Erdöl, Beton oder Stahl – und spart dabei CO₂ ein. Österreich hat 2019 eine eigene Bioökonomiestrategie vorgelegt und mit dem Netzwerk Bioeconomy Austria sowie der Österreichischen Holzinitiative (rund 93 Millionen Euro aus dem Waldfonds) konkrete Impulse für Innovation und neue Produkte im Sinne der Bio- und Kreislaufwirtschaft gesetzt. Die Wertschöpfungskette Forst-Holz-Papier schafft hierzulande rund 440.000 Arbeitsplätze und erwirtschaftet über 26,5 Milliarden Euro.

Holz (und international Bambus) entwickeln sich zunehmend zu zentralen Baustoffen einer klimabewussten Moderne. Neben klassischen Anwendungen entstehen neue industrielle Wertschöpfungsketten, die auf nachwachsenden Rohstoffen basieren. Für Österreich als Land mit starker Forst- und Holzbranche ist das von hoher volkswirtschaftlicher Relevanz.

Lebensgrundlage für Milliarden Menschen

 

Abseits industrieller Märkte sichern Wälder weltweit das tägliche Überleben. Nicht-Holz-Waldprodukte wie Lebensmittel, Heilpflanzen, Harze oder Futtermittel erzielen global einen Marktwert von nahezu zehn Milliarden US-Dollar jährlich. Schätzungen zufolge nutzen weltweit bis zu 5,8 Milliarden Menschen Nicht-Holz-Waldprodukte für Ernährung, Medizin oder Einkommen.

Zudem bleibt Holz weltweit ein wichtiger Energieträger: Über zwei Milliarden Menschen nutzen Brennholz oder Holzkohle zum Kochen und Heizen. Gleichzeitig gewinnen Holzpellets, vor allem aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, als effiziente und vergleichsweise klimafreundliche Energiequelle an Bedeutung.

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Investitionen in Waldschutz lohnen sich

 

Der Erhalt und die Wiederherstellung von Wäldern sind keine rein ökologischen Maßnahmen, sondern ökonomisch sinnvoll. Intakte Wälder stabilisieren ländliche Räume, schützen vor Bodenerosion und Überschwemmungen und sichern langfristige Produktivität. Der kurzfristige Gewinn aus Entwaldung steht den langfristigen Schäden deutlich gegenüber.

Investitionen in nachhaltige Bewirtschaftung, Aufforstung und Schutzmaßnahmen zahlen sich daher aus, ebenso ökologisch wie wirtschaftlich. Gerade für ein waldreiches Land wie Österreich bedeutet das: Zukunftssicherung durch verantwortungsvolle Forstpolitik.

Warum der Internationale Tag des Waldes wichtig ist und bleibt

 

Der 21. März ist mehr als ein symbolisches Datum: Er rückt die vielfältigen Funktionen des Waldes ins Bewusstsein – als Klimaregulator, Wirtschaftsgrundlage, Lebensraum und sozialer Stabilitätsfaktor.

Der Internationale Tag des Waldes 2026 zeigt, warum gesunde Wälder kein Luxus sind, sondern Voraussetzung für wirtschaftliche Stabilität, ökologische Resilienz und gesellschaftlichen Wohlstand. Damit unsere Wälder diese Leistungen dauerhaft erbringen können, ist eine nachhaltige Waldbewirtschaftung nötig. Sie verbindet Nutzung und Schutz, stärkt stabile Mischbestände, sichert die Schutzfunktion und ermöglicht zugleich die Bereitstellung des nachwachsenden Rohstoffs Holz.

Schutz und Nutzung sind zwei Seiten derselben Verantwortung gegenüber kommenden Generationen.

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Schon gewusst?

Bauen mit Holz heißt CO₂ langfristig binden

 

Ein Kubikmeter Holz speichert rund eine Tonne CO₂. Wird Holz in langlebigen Produkten wie Gebäuden eingesetzt, bleibt dieser Kohlenstoff über Jahrzehnte gebunden und ersetzt gleichzeitig energieintensive Materialien wie Beton oder Stahl.

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