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    Der Wald der Zukunft

    • Waldbesitzer:innen
    • Waldarbeiter:innen

    Der Weltklimarat IPCC wurde gegründet, um politischen Entscheidungsträgern regelmäßige wissenschaftliche Bewertungen zum Klimawandel, seinen Auswirkungen und Risiken zu liefern sowie um Minderungs- und Anpassungsstrategien zusammenzutragen und aus wissenschaftlicher Sicht zu bewerten. Die Sachstandsberichte des IPCC werden in der Wissenschaft als glaubwürdigste und fundierteste Darstellung bezüglich des naturwissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Forschungsstandes über das Klima und seine Veränderungen betrachtet. Zur Erstellung seiner Sachstands- und Sonderberichte beruft der IPCC tausende Wissenschaftler aus aller Welt.

    Der IPCC Sonderbericht von 2019 über Klimawandel und Landflächen [1] kommt zu dem Ergebnis, dass der Mensch inzwischen über 70 Prozent der globalen eisfreien Landoberfläche umgestaltet hat. Wir nutzen ein Viertel bis ein Drittel dessen, was Sonne, Wasser und Erde über die Photosynthese als Nahrung, Futter, Faserstoff, als Holz und als Energieträger produzieren. Insgesamt gibt es heute mehr Grün auf der Welt, denn die Photosyntheserate hat flächenmäßig in den letzten drei Jahrzehnten insgesamt messbar zugenommen („greening“). Dort, wo sie abgenommen hat („vegetation browning“), ist meistens Wasserstress die Ursache.

    Die Landfläche der Erde setzt Kohlenstoff in Form von CO2 in großer Menge um. Während durch bestimmte landwirtschaftliche Aktivitäten – hauptsächlich Reisanbau, Wiederkäuerhaltung und Düngung – mehr Methan (CH₄) und Lachgas (N₂O) freigesetzt als gebunden werden, nehmen die Pflanzen und der Boden der Erde jährlich 6.0 ±2.6 Milliarden Tonnen mehr an CO2 auf, als sie abgeben. Die Vegetation – inklusive der menschlichen Landnutzung – entzieht also der Atmosphäre in beträchtlicher Menge CO2 und bremst damit die Klimaerhitzung.

    Global betrachtet, gibt es eine negative „carbon debt“, also eine Kohlenstoffbindung auf der Landfläche. Wenn man die Wirkung von Methan und Lachgas dazuzählt, bilanziert das gesamte Landsystem hinsichtlich seines Treibhausgashaushaltes in Summe neutral, obwohl es Rohstoffe, Nahrungsmittel und Energie für eine stark steigende Weltbevölkerung bereitstellt. Die Anreicherung von CO2 in unserer Atmosphäre und damit die Klimaerhitzung stammt also in Summe aus der Verbrennung der fossilen Kohlenstoffbestände der Erdkruste – von Kohle, Öl und Erdgas.

    Es ist allerdings unklar, ob das Landsystem bei steigender Temperatur weiterhin so viel CO2 aufnehmen kann. Die Experten warnen, dass die Stabilität der Nahrungsmittelversorgung abnehmen wird und Hungersnöte weltweit zunehmen werden, wenn die Durchschnittstemperatur weiter steigt. Denn die Ökosysteme geraten durch den fortschreitenden Klimawandel, Wetterextreme und die zunehmend anspruchsvolleren Ernährungsgewohnheiten der wachsenden Weltbevölkerung unter Druck.

     

    Nachhaltige Forstwirtschaft und Bioenergie helfen bei Klimazielen

    Der IPCC stellt aber unmissverständlich klar, dass nachhaltige Forstwirtschaft („forest management“) die negativen Folgen der Klimaänderung begrenzen kann und – wenn man die Klimaziele von Paris erreichen will – es einer Kombination aus Aufforstung, verminderter Entwaldung und Bioenergienutzung bedarf. Zur Einhaltung der Klimaziele muss man mehr Land für die Produktion von Bioenergie nutzen, und zwar umso mehr, je niedriger der Temperaturanstieg letztlich ausfallen soll. Je geringer die Fläche, auf der Bioenergie produziert wird, desto höher der erwartete Temperaturanstieg.

    Nabuurs (2017 [2]) kommt aufgrund umfangreicher Literaturrecherchen zum Ergebnis, dass „klimasmarte“ Forstwirtschaft in der EU, basierend auf nachhaltiger Bewirtschaftung der Wälder, der Bereitstellung von Holzbaustoffen, Holzprodukten und Bioenergie, ihren aktuellen CO2-Minderungseffekt von jährlich 569 Millionen Tonnen noch um weitere 441 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr steigern könnte. Über die Auswirkungen möglicher Nutzungsintensivierung auf die Kohlenstoffspeicher der Landfläche und die Wirkungen der Kohlenstoffspeicherung und Substitutionseffekte verschiedener Nutzungsarten herrscht seit Jahren ein wissenschaftlicher Diskurs. Aktuell wird dieser, ausgelöst durch Kampagnen zum Zweck der Außernutzungsstellung von Waldflächen und der anstehenden Weichenstellungen in der EU-Energiepolitik, breit in der Öffentlichkeit diskutiert.

    Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass eine verstärkte Bioenergienutzung nicht nur für den Klimaschutz erforderlich, sondern auch mit Biodiversitäts- und Waldschutz vereinbar ist bzw. dass positive Effekte nachgewiesen werden können. Untersuchungen in Nordamerika (Dwivedi et al., 2019 [3]) haben nachgewiesen, dass die Nutzung von Waldbeständen nach einer bestimmten Zeitperiode zu höheren CO2-Einsparungen führt als die Nichtnutzung. Der Einsatz von Bioenergie verringert diese Zeitspanne: Während sie in einem Szenario mit Zellstoffnutzung im Bereich von ein bis zwei Jahrzehnten liegt, reduziert der Einsatz von Biomasse (Pelletsproduktion zur Verstromung) diese Periode auf zwei bis drei Jahre.

    Für Mitteleuropa zeigen sich ähnliche Ergebnisse. Schulze (et al., 2019 [4]) beziffert die Effekte der nachhaltigen Holznutzung in Mitteleuropa zur Treibhausgaseinsparung mit 3.2 bis 3.5 Tonnen CO2äq pro Hektar und Jahr, wobei etwa 1.9 bis 2.2 Tonnen CO2äq auf Bioenergie zurückzuführen sind. Im Vergleich dazu trägt ein ungenutzter Wald ohne Bewirtschaftung nur zu 0.37 Tonnen CO2äq pro Hektar und Jahr zum Klimaschutz bei.

    Der Bioenergieeinsatz konnte in der Europäischen Union seit 2000 mehr als verdoppelt werden und lag 2018 bei 145 Millionen Tonnen Öleinheiten (Eurostat). Das nachhaltig verfügbare Potenzial liegt nach einer Literaturrecherche zwischen 169 und 737 Millionen Tonnen Öleinheiten [5]. Die betreffende Studie kommt zum Schluss, dass in Summe (Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Abfälle und Reststoffe) unter Berücksichtigung verschiedener Einschränkungen ein mittleres Potenzial von 406 Millionen Tonnen Öleinheiten an Biomasse zur Verfügung steht. Dies entspricht etwa 25 Prozent des Energieeinsatzes der EU im Jahr 2016.

    Wernick (et al., 2021 [6]) hat festgestellt, dass der in Europas Wäldern gespeicherte Kohlenstoff über die letzten 25 Jahre zugenommen hat und kommt zum Ergebnis, dass die Nutzung von Bioenergie auf Basis von Nebenprodukten erfolgt und keine Kahlschläge oder Entwaldungen auslöst. In waldreichen Ländern wie Schweden, Finnland und Österreich zeigen die nationalen Waldinventuren und Energiestatistiken, dass die Steigerung des Bioenergieeinsatzes mit einer Erhöhung der Holzvorräte im
    Wald einherging. Favero (et al, 2020 [7]) kommt zum Schluss, dass eine gesteigerte Bioenergienachfrage infolge der dadurch forcierten Aufforstungen zu einer größeren Erhöhung der Kohlenstoffvorräte führt, als in Szenarien ohne Bioenergie.

     

    Bioenergie und Biodiversität

    Nicht nachhaltige Bewirtschaftung oder die Nutzung von Urwäldern bedingen das Risikovon Biodiversitätsverlusten. Eine Förderung der Bioenergienutzung und der Schutz von Waldflächen kann zugleich zu einer Erhöhung der CO2-Speicherung und zum Schutz von Primärwäldern führen. Der Einfluss der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und der damit verbundenen Nutzung von Biomasse für energetische Zwecke auf die Biodiversität ist unbestritten. Sabatini (et al., 2018 [8]) kommt zum Ergebnis, dass die Auswirkungen bei nachhaltiger Bewirtschaftung (positiv oder negativ) nicht eindeutig und global zu beziffern sind, sondern auf Bestandesebene bewertet werden müssen.

    Fahrig (2020 [9]) sieht unterschiedliche Nutzungsformen auf kleiner Fläche, wie sie der mitteleuropäischen Waldnutzung entsprechen, gegenüber großflächigen Nutzungen im Vorteil. Für Schulze (et al., 2015 [10]) sind neben einem begrenzten Anteil unbewirtschafteter Wälder, die sich erst über Jahrhunderte zu wirklichen Urwäldern entwickeln werden, vor allem nachhaltig und unterschiedlich genutzte Wälder für die Biodiversität von Bedeutung. Für Arten mit besonderen Habitat-Ansprüchen könnten alternative Schutzprogramme nötig sein, um spezielle Lebensräume zu bieten.

    Schall (et al., 2020 [11]) zeigt für Buchenwälder, dass die Kombination einer feinkörnigen Waldbewirtschaftung wie Einzelstammentnahmen und die Außernutzungsstellung von Wirtschaftswald auf Landschaftsebene die regionale Waldbiodiversität eher verringert als verbessert. Die herkömmliche Bewirtschaftung fördert die regionale Biodiversität.

     

    Bioenergie-Potenziale

    In Österreich werden jährlich etwa 45 Millionen Tonnen Biomasse (Kalt et al., 2014 [12]) umgesetzt, etwa 12 Millionen Tonnen werden energetisch verwertet, großteils erfolgt zuvor eine stoffliche Nutzung. Die Daten dieser Studie stammen von 2011 und entsprechen einer Primärenergiebereitstellung von 233 PJ. Eine aktuelle Potenzialanalyse (Dießauer et al., 2019 [13]) hat errechnet, dass in Österreich etwa 450 PJ Bioenergie nachhaltig bereitgestellt werden könnten. Eine Analyse der publizierten Energiewendeszenarien zeigt jedoch, dass bis 2050 nur zwischen 50 und 76 Prozent dieses Potenzials am Energiemarkt abgesetzt werden könnte (Pfemeter et al., 2019 [14]).

    Kranzl (et al., 2018 [15]) hebt hervor, dass sich der Biomasseeinsatz im Raumwärmebereich trotz massiver Erhöhung der Biomassekesselverkäufe aufgrund wärmerer Winter, besserer Gebäudedämmung und effizienterer Heizgeräte rückläufig entwickeln wird. Ein in der Studie durchgeführter Kostenvergleich zeigt zudem auf, dass Biomasseheizungen bei einem sehr geringen Risiko von Preissteigerungen für die meisten Gebäudetypen zu den günstigsten Heizmöglichkeiten zählen. Eine Analyse der Feinstaubemissionen im Raumwärmebereich (Schwarz et al., 2019 [16]) hebt hervor, dass sich diese durch den Einsatz moderner Biomasse-Kesseltechnik um mehr als 80 Prozent reduzieren lassen.

    Der Vergasung von Biomasse und Aufbereitung zu einspeisefähigem Erdgas oder flüssigen Biotreibstoffen wird großes Potenzial beigemessen. Die aufbringbare Gasmenge liegt im Bereich der Hälfte des aktuellen Gasverbrauchs in Österreich [13]. Im Bereich der Bereitstellung flüssiger Biotreibstoffe könnte der komplette land- und forstwirtschaftliche Maschinenpark auf Fischer-Tropsch-Treibstoffe auf Basis Energieholz umgestellt werden. Dies hätte zwar geringfügig höhere Treibstoffkosten und Investitionen von 2 Milliarden Euro zur Folge, würde aber Kosten von über 20 Milliarden Euro einsparen, die in eine neue Traktorenflotte mit alternativen Antrieben investiert werden müssten (Hofbauer et al., 2020 [17]).

    Bioenergie zählt sowohl im Wärme-, Strom- und Treibstoffsektor zu den günstigsten Möglichkeiten, Treibhausgasemissionen einzusparen und weist in einigen Bereichen sogar negative CO2-Vermeidungskosten auf (Strasser et al., 2019 [18]). Mit der Kombination von Holzbau und hocheffizienter Bioenergie kann der Atmosphäre durch die Nutzung 1 Tonne biogenen Kohlenstoffs mehr als 1 Tonne Kohlenstoff entzogen werden (negative Treibhausgasemissionen). Diese Kombination weist deutliche Vorteile gegenüber energieintensiven stofflichen Nutzungskaskaden auf (Lettner et al., 2017 [19]).

    Bioenergie erzielt im Wärmebereich eine sehr hohe regionale Wertschöpfung, die deutlich über jener von fossilen Energien liegt (Höher et al., 2015 [20]). Sind beispielsweise für einen Scheitholzkessel, der von einem regionalen Biomassehof beliefert wird, insgesamt etwa 143 Arbeitskräftestunden pro TJ Brennstoff an regionaler Beschäftigung notwendig, um die Versorgungskette vom Wald bis zum Betrieb und zur Wartung der Heizanlage langfristig aufrechtzuerhalten, so sind es für Versorgung, Wartung und Betrieb eines Ölkessels 21 regionale Arbeitskräftestunden.

     

    Forstliche Biomasse erzielt negative Emissionen

    Ein internationales Team aus 28 Wissenschaftlern und zwölf Nationen hat sich in einer umfangreichen wissenschaftlichen Arbeit (Cowie et al., 2021 [21]) den aktuellen Wissensstand zu den Auswirkungen der Bioenergie auf die Erreichung der Klimaziele zusammengetragen und kommt zu folgendem Ergebnis: Die Nutzung nachhaltiger forstlicher Biomasse zur Energiegewinnung (Wärme, Strom oder Kraftstoffe) kann den Verbrauch fossiler Brennstoffe kurzfristig effektiv reduzieren und dazu beitragen, die Nutzung fossiler Brennstoffe in Technologien und Infrastrukturen, die auf diese angewiesen sind, schrittweise einzustellen.

    Darüber hinaus kann Bioenergie aus dem Wald (in Kombination mit CO2-Abscheidung oder Biokohlenutzung) negative Emissionen bereitstellen, die aller Voraussicht nach erforderlich sind, um das langfristige Temperaturziel des Pariser Abkommens zu erreichen. Im Folgenden eine Kurzzusammenfassung.

    Verlässliche & klimaaktive Energie aus Holz

    Holz als CO2-neutraler Energieträger liefert krisensichere Wärme aus der Region, bietet Wertschöpfung im eigenen Land und leistet einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz.

    Die Hälfte aller Haushalte in Österreich – also mehr als 1.5 Mio. – heizen mit Holz in Form von Scheitholz, Briketts, Hackgut oder Pellets. Die Energieversorgung mit Holz ersetzt jedes Jahr die Verbrennung von 4.5 Mrd. Liter Heizöl. 45 Mrd. kWh Holzenergie ersparen jährlich Ausstoß von 12 Mio. t fossilem CO2 .

    Zukunftssichere Holzenergie

    • Holzenergie schafft Versorgungssicherheit
    • Holz ist in der Menge gut verfügbar, gut speicherbar und überdies wächst in Österreich deutlich mehr Holz nach, als geerntet wird
    • Holz ist vor allem auch regional verfügbar, muss nicht weit transportiert werden sondern wächst in Österreich praktisch überall vor Ort
    • Holzenergie ist aktuell bereits die wichtigste erneuerbare Energiequelle
    • Holzenergie ist CO2– und damit klimaneutral und schützt damit das Klima
    • Holzenergie ist in die nachhaltige Wald- und Holzwirtschaft integriert
    • Holzenergie bedeutet Wertschöpfung in Österreich und sichert Arbeitsplätze
    • Holzenergie ist damit ein wichtiger Bestandteil der Bioökonomie

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    Biodiversität 

    Eine hohe Biodiversität ist wichtig für den Wald. Sie macht ihn stabiler, robuster und klimafitter. Die integrative Waldbewirtschaftung in Österreich trägt zur Biodiversität und zum Erhalt der Artenvielfalt bei. So erhöht beispielsweise eine größere Durchmischung der Baumarten die Biodiversität und verringert die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten, Schädlingen und Extremwitterung.

    Für die heimischen Waldbesitzer:innen spielen ökologische Zielsetzungen, mit denen die Vielfalt an Arten und Lebensräumen gefördert wird, in ihrer Bewirtschaftung eine bedeutsamte Rolle. So wird beispielsweise Totholz in ausreichender Menge im Wald belassen, denn es ist die Lebensgrundlage einer Vielzahl von Pflanzen, Tierarten und Pilzen. Habitatstrukturen werden bewusst gefördert, Habitatbäume und Baumveteranen geschützt und erhalten. Alte Bestände werden gefördert, bei besonderen, ausgewählten Waldgebieten, die repräsentative und besonders schützenswerte Lebensräume oder Lebensräume für geschützte Arten darstellen, wird auf forstliche Nutzung verzichtet. Die Strukturvielfalt wird gefördert und Baumarten entsprechend gewählt.

     

    Nützen & Schützen
    gehen Hand in Hand

    CO2-Senke

    Der Wald ist ein wichtiger Kohlenstoffspeiche und Wälder leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz. Bäume entziehen der Atmosphäre durch ihr Wachstum über Photosynthese das Treibhausgas CO2. Umgewandelt in Kohlenstoff speichern sie es langfristig in den Bäumen.

    In den österreichischen Wäldern sind rund 989 Mio. Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Die heimischen Waldbauern stellen mit ihrer aktiven und naturnahen, nachhaltigen Waldbewirtschaftung einen laufenden Zuwachs und damit eine kontinuierliche Kohlenstoffbindung im Holz sicher. 

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    Die Familienwaldbetriebe

    Eine große Zahl der Familienwaldbetriebe arbeitet selbst im und für den Wald. Ob im Haupt- oder Nebenerwerb, für den Holzverkauf oder den Eigenbedarf – hier wird eine unglaublich große Leistung für die Erhaltung des Waldes erbracht. Jedes Jahr werden von den Familienwaldbetrieben 25 Millionen Bäume gesetzt. Das Wissen um den Wald und die erforderlichen Arbeiten werden dabei von Generation zu Generation weitergegeben und in der Aus- und Weiterbildung vertieft. Die Familienwaldbetreibe leisten einen wichtigen Teil für den Erhalt des Waldes und des damit verbundenen Wissens.

    Bioökonomie

    Holz ist der nachwachsende Rohstoff der Bioökonomie. Durch die Entnahme von Holz vor dem natürlichen Absterben eines Baumes und der Weiterverarbeitung in langlebigen Produkten wird das CO2 nicht in die Atmosphäre abgegeben, sondern bleibt bis zum Ende der Nutzungsdauer im Holz gespeichert. Die thermische Verwertung von Waldbiomasse liefert einen Beitrag zur Energiewende. Auch kann durch Forschung, Entwicklung und Innovation der Ersatz von energieaufwändig hergestellten Materialien durch den nachwachsenden Rohstoff beschleunigt werden.

     

    So lassen sich CO2-Emissionen und gleichzeitig die Importabhängigkeit im Energiesektor reduzieren.

     

    Die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz ist in Österreich für die Transformation der Wirtschaft in Richtung Bioökonomie unverzichtbar.

     Die Nettospeicherung von CO2 in einem bewirtschafteten Wald ist daher auch höher als in einem nicht bewirtschafteten Wald. Diese wertvolle Speicherfunktion von Holzprodukten stellt den Klimaschutzbeitrag durch Holzverwendung sicher.

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    Vertretungen und Fachverbände

    Entsprechend der Bedeutung und hohen Anzahl an unterschiedlichen Ausrichtungen gibt es eine große Zahl an Fachverbänden, Organisationen und Institutionen, die sich mit dem Thema Wald befassen.

    Fachverbände

    Waldverband Österreich: www.waldverband.at
    Landwirtschaftskammer Österreich: www.lko.at
    Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP): www.forstholzpapier.at
    Österreichische Bundesforste AG (ÖBf): www.bundesforste.at
    Österreichischer Biomasse-Verband: www.biomasseverband.at
    proHolz Austria: www.proholz.at
    PEFC Austria: www.pefc.at
    Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie: www.austropapier.at
    Papier verarbeitende Industrie Österreichs: www.ppv.at
    Fachverband der Österreichischen Holzindustrie: www.holzindustrie.at
    Bundesinnung der Tischler: www.tischler.at
    Dachverband Jagd Österreich: www.jagd-oesterreich.at

    Ausbildungsstätten und Jobs

    Geniale Holz Jobs: www.proholz.at/genialeholzjobs
    Land- und forstwirtschaftliche Lehrlings- und Fachausbildungsstellen: www.lehrlingsstelle.at
    Forstfachschule: www.forstfachschule.at
    HBLA für Forstwirtschaft Bruck: www.forstschule.at
    Holztechnikum Kuchl: www.holztechnikum.at
    Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik: www.agrarumweltpaedagogik.ac.at
    Universität für Bodenkultur: www.boku.ac.at
    Forum Umweltbildung: www.umweltbildung.at
    Forstliche Ausbildungsstätte Pichl: www.fastpichl.at
    Forstliche Ausbildungsstätte Ort: www.fastort.at
    Forstliche Ausbildungsstätte Ossiach: www.fastossiach.at

    Informationsplattformen

    Waldwissen.net: www.waldwissen.net
    Gute Wärme wächst nach: www.waermeausholz.at

    Ministerium

    Bundesministerium Landwirtschaft, Regionen und Tourismus: www.bmlrt.gv.at

    Bildungseinrichtungen, Ausbildung & Weiterbildung

    Die universitäre Ausbildung findet auf der Universität für Bodenkultur statt (BOKU Wien). Nach einem Bachelorstudium der Forstwirtschaft und anschließendem Master für Forstwissenschaften ist man Forstassistent:in und nach 2 Jahren Praxis und einer Staatsprüfung wird man zur/m Forstwirt:in. Neben der Boku findet auch am Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) Forschung statt. Allgemeine forstliche Ausbildung findet in den Land- und Forstlichen Fachschulen sowie in den höheren bildenden Lehranstalten für Landwirtschaft (HBLAs wie z. B. Raumberg, Wieselburg, St. Florian, Ursprung,…). Daneben gibt es auch die HBLA für Forstwirtschaft in Bruck/Mur, landläufig als Försterschule bekannt. Nach der Matura ist man dann Forstadjunkt:in und nach 2 Jahren Praxis und nach der Staatsprüfung ist man Förster:in. Es gibt auch noch die Forstwarteausbildung in Traunkirchen, die 2 Jahre dauert. Neben dieser schulischen Ausbildung gibt es auch die Möglichkeit, an den Forstlichen Ausbildungsstätten der Kammern (Pichl, LK NÖ, LFIs) bzw. des Bundes (Traunkirchen, Ossiach, Rotholz), die Forstfacharbeiter- und in weiterer Folge die Forstmeisterausbildung zu machen.

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    Forstliche Forschung in Österreich

    Wald bedeutet immer auch Forschung und Wissen, und ganz besonders der Wald bietet eine enorme Vielzahl an Möglichkeiten zum Forschen. Die Forschungsmöglichkeiten beginnen bei der Genetik und führen weiter zum Waldbau, der Forsttechnik, der Holzforschung und führen auch über die Zellstoff-, Papier- und Zelluloseforschung bis hin zu gesellschaftliche Fragen.

    Wesentliches Merkmal der Forstlichen Forschung in Österreich ist der starke Bezug der Forschung zur Praxis und umgekehrt. Forschung und Innovation sind von vitaler Bedeutung für den Wald, um die Herausforderungen der Zukunft, wie die Klimakrise, bewältigen zu können.

    Der wissenschaftliche Fortschritt kann in mehrfacher Hinsicht eine Chance für den Wald und den Klimaschutz darstellen. Die Erkenntnisse der Forschung helfen, den Wald klimafit zu machen aber auch den Klimaschutz voranzubringen, indem Holz andere Werkstoffe und Rohstoffe zunehmend ersetzt und somit ein wichtiger Schritt zur Klimaneutralität getan wird.

     

    Forschung und Innovation als Chance für den Wald

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    Schon gewusst?

    Den eigenen Wald
    bewirtschaften lassen

    Viele Waldbesitzer:innen arbeiten selbst im und mit dem Wald wie schon seit vielen Generationen. Das Wissen um den Wald und seine Bewirtschaftung wird von Generation zu Generation weitergegeben.

    Können oder wollen sie selbst nicht im Wald arbeiten, weil sie nicht mehr in der Nähe der ihnen vererbten Waldflächen wohnen oder einen ganz anderen beruflichen Hintergrund haben, gibt es in Österreich eine große Vielfalt an Dienstleistern, die ihnen zur Seite stehen. Angefangen von der Planung über Straßenbau bis hin zur Pflege, Ernte, Vermarktung und Wiederaufforstung.

    Dies ist insbesondere für Waldbesitzer:innen mit kleinen Waldflächen eine interessante Perspektive, die immer mehr Zuspruch findet und an Bedeutung gewinnt. Die ZÖFU (Zertifiziertes Österreichisches Forstunternehmen)- Zertifizierung hilft bei der Wahl des Unternehmers. Denn bei zertifizierten Unternehmen kann man sich sicher sein, dass diese zukunftsfähig, bestandes- und bodenschonend arbeiten und vor allem auch die Angestellten fair und gesetzlich korrekt entlohnen. Zusätzlich hat man durch die Verwendung eines zertifizierten Unternehmers die Sicherheit, dass alle Richtlinien in Bezug auf die PEFC-Zertifizierung eingehalten werden.

    Die Bewirtschaftung des Waldes ist arbeitsintensiv, anspruchsvoll aber auch gefährlich. Die moderne Forstwirtschaft und Ausbildung widmet sich daher auch sehr stark der Sicherheit und Humanisierung der schweren körperlichen Arbeit im Wald.

    Zum Weiterlesen

    Zum Nachlesen

    Literatur

    [1] IPCC (2019): An IPCC special report on climate change, desertification, land degradation, sustainable land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial ecosystems
    [2] Nabuurs, G.-J. et al. (2017): By 2050 the Mitiga- tion Effects of EU Forests Could Nearly Double through Climate Smart Forestry
    [3] Dwivedi, P. et al. (2019): Is wood pellet-based elect- ricity less carbon-intensive than coal-based electricity? It depends on perspectives, baselines, feedstocks, and forest management practices
    [4] Schulze, E.-D. et al. (2019): The climate change mitigation effect of bioenergy from sustainably mana- ged forests in Central Europe
    [5] Faaij, A. (2018): Securing sustainable resource avai- lability of biomass for energy applications in Europe; review of recent literature
    [6] Wernick, I. K. et al. (2021): Quantifying forest change in the European Union
    [7] Favero, A. et al. (2020): Forests: Carbon sequestra- tion, biomass energy, or both?
    [8] Sabatini, F. M. (2018): Trade-offs between carbon stocks and biodiversity in European temperate forests
    [9] Fahrig, Lenore (2019): Why do several small patches hold more species than few large patches?
    [10] Schulze, E.-D.; Ammer, C. (2015): Konflikte um eine nachhaltige Entwicklung der Biodiversität: Spannungs- feld Forstwirtschaft und Naturschutz
    [11] Schall, P. et al. (2020): Can multi-taxa diversity in European beech forest landscapes be increased by com- bining different management systems?
    [12] Kalt, G.; Amtmann, M. (2014): Biogene Material- flüsse in Österreich – Derzeitiger Stand und Perspektiven für eine verstärkte stoffliche Nutzung von nachwach- senden Rohstoffen in den Bereichen Biokunststoffe und Dämmstoffe
    [13] Dißauer, C. et al. (2019): Machbarkeitsuntersuchung Methan aus Biomasse
    [14] Pfemeter, C. et al. (2019): Bioenergie-Atlas Öster- reich 2019
    [15] Kranzl, L. et al. (2018): Wärmezukunft 2050. Erfor- dernisse und Konsequenzen der Dekarbonisierung von
    Raumwärme und Warmwasserbereitstellung in Österreich [16] Schwarz, M. et al. (2019): Factsheet Staubemissio- nen. Aktuelle Daten und Ausblick auf 2050
    [17] Technische Universität Wien. Institut für Verfah- renstechnik, Umwelttechnik & Technische Biowissen- schaften (2020): Hofbauer, H. et al.: Reallabor zur Her- stellung von Holzdiesel und Holzgas aus Biomasse und biogenen Reststoffen für die Land- und Forstwirtschaft
    [18] Strasser, C. et al. (2019): CO2-Einsparungskosten – Analyse der Sektoren Mobilität und Wärmebereitstellung
    [19] Lettner, M. et al. (2017): Szenarien zu CO2-Ein- sparungen bei der Produktion von Holzprodukten. Eine exemplarische Analyse der Rolle der Bioenergie für die österreichische Forst- und Holzwirtschaft
    [20] Höher, M. et al. (2015): Regionale Wertschöpfung und Beschäftigung durch Energie aus fester Biomasse
    [21] Cowie, A. L. et al. (2021): Applying a science-based systems perspective to dispel misconceptions about climate effects of forest bioenergy
    [22] Sterba, H. (1988): Increment losses by full-tree har- vesting in Norway spruce (Picea abies). Forest Ecology and Management, 24(4), 283-292
    [23] IPPC (2019): Goodwin, J.; Gillenwater, M.; Romano, D.; Radunsky, K.: 2019 Refinement to the 2006 IPCC Gui- delines for National Greenhouse Gas Inventories. Volume 1: General Guidance and Reporting. Chapter 1: Introduction to National GHG Inventories

    Rechte & Produktion

    © 2022 Redaktion Die Ökoenergie und waldgeschichten.com  – Die österreichischen Familienwaldbetriebe & Österreichischer Forstverein – Unterstützt durch den Holzinformationsfonds der Landwirtschaftskammer Österreich

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