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Kostbarkeiten im Wald – Hohlwege, Glashütten und Co.

Ein Beitrag von DI Thomas Leitner

Eine vom Österreichischen Forstverein herausgegebene Broschüre möchte das Interesse an archäologischen Kostbarkeiten wecken, Bewusstsein für ihre historische Bedeutung schaffen und zur Erhaltung dieser Kostbarkeiten im Wald beitragen.

Die Werte einer Gesellschaft sind laufenden Änderungen unterworfen. Historische Plätze und Traditionen liefern wertvolle Hinweise auf vergangene Lebensweisen. Das alte Römerlager Carnuntum oder das Salzbergwerk in Hallstadt liefern dazu wertvolle Hinweise, die heute niemand missen möchte. Im Wald finden sich immer noch zahlreiche archäologische Kostbarkeiten, man muss sie nur erkennen.

Anlässlich der 4. Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa 2003 wurde unter anderem eine Resolution unterschrieben, die sich erstmals mit der sozialen und kulturellen Dimension einer nachhaltigen Forstwirtschaft befasst. Diese kulturellen Aspekte umfassen Kunst, Landschaft, Holzverarbeitung, Erholung, Sehenswürdigkeiten, Monumente sowie Tradition. Mit der Unterzeichnung haben sich die Länder verpflichtet, diese Kostbarkeiten unter Wahrung der Eigentumsrechte der Waldbesitzer zu fördern und zu sichern.

 

Wald – Zeuge vergangener Kulturlandschaft

Während viele dieser oft unscheinbaren Relikte vor allem durch den Siedlungsbau weitgehend zerstört wurden, sind sie in Waldgebieten stellenweise noch gut erhalten geblieben. Neben der Vielzahl an unterschiedlichen Objekten ist auch die Zeitspanne ihrer Entstehung bzw. Bewahrung imposant. Beginnend mit den prähistorischen Wallanlagen der Jungsteinzeit bis hin zu aufgelassenen Höfen dieses Jahrhunderts. Der Zeitraum zwischen den beiden Extremen beträgt mehr als sieben Jahrtausende. Macht man sich auf die Suche dieser stillen Zeugen, findet man prähistorische Höhensiedlungen und Hügelgräberfelder, Spuren des Bergbaus während der Bronzezeit, Römerstraßen und andere Altwege, Glashütten, Hochöfen, Riesen für den Holztransport und vieles mehr.

 

Nur was man schätzt schützt man

Die Broschüre will das Interesse an den Kostbarkeiten wecken und ein Bewusstsein für ihre historische Bedeutung schaffen. Bei der Waldbewirtschaftung sollte daher bestmöglich auf diese Zeitzeugen Rücksicht genommen werden. Denn als Waldbesitzer kann man auch stolz sein, kulturelle Kostbarkeiten im eigenen Wald über Jahrhunderte bewahrt zu haben. Daher: Beim nächsten Gang durch seinen Wald ruhig den Blick von der Baumkrone bewusst auf den Boden und die Umgebung richten. Vielleicht entdeckt man auch im eigenen Wald stumme Zeitzeugen.

Aufgrund der kulturellen Bedeutung ist im PEFC Standard unter dem Kapitel „Kulturelle Werte“ festgeschrieben, dass Standorte oder Baum-Individuen, die aus kulturellen, historischen oder spirituellen Gründen geschützt sind, bei der Bewirtschaftung unbeeinflusst bleiben. Die Waldeigentümer und die im Wald arbeitenden Menschen haben diesbezüglich durchaus eine hohe Verantwortung.

Kostbarkeiten im Wald

Der österreichische Wald besitzt einen reichen historischen Schatz, der auf vielfältige Weise zutage tritt.

Die Suche nach Spuren der Vergangenheit und deren Interpretation hat die Autorinnen Elisabeth Johann und Susanne Klemm sowie den Autor Jesús García dieser Broschüre seit vielen Jahren in den Wald gelockt.

Prügelweg im Kobernaußerwald
Fotoquelle: Susanne Klemm

Ruine einer Glashütte in Neusoboth, Steiermark
Fotoquelle: Elisabeth Johann

Stuckofen zur Eisenverhüttung aus dem 17. Jh. in Südkärnten
Fotoquelle: Renate Jernej

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Quellen

Rechte & Produktion

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