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    Warum Holz viel langlebiger ist, als wir glauben: Neue Funde verändern unser Materialverständnis

    März 5, 2026 | Aus dem Leben, Fakten und Wissen

    Holz: Haltbarer, als wir glauben – und älter als jede Zivilisation

     

    Holz gilt oft als vergänglicher Werkstoff. Als Material, das verrottet, verschwindet und kaum Spuren hinterlässt. Neue archäologische Funde zeigen nun eindrucksvoll: Dieses Bild greift zu kurz. Holz kann extrem langlebig sein, wenn die Bedingungen stimmen. Und mehr noch: Holz gehört zu den frühesten und wichtigsten Materialien der Menschheitsgeschichte.

    Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Tübingen und der University of Reading hat in Griechenland die bislang ältesten bekannten handgehaltenen Holzwerkzeuge entdeckt, die eindeutig von Menschen genutzt wurden. Die Funde sind rund 430.000 Jahre alt und stammen aus dem sogenannten Mittelpleistozän. Diese Epoche ist eine wichtige Phase der Menschheitsgeschichte: Fähigkeiten und Werkzeuge haben sich hier stark weiterentwickelt.

     

    Ein Fundort mit besonderen Bedingungen

     

    Die Entdeckung stammt von der Fundstelle Marathousa 1 auf der Peloponnes. Vor Hunderttausenden Jahren lag hier ein Seeufer, ein attraktiver Ort für frühe Menschen. Knochenfunde zeigen, dass dort Tiere zerlegt wurden, darunter auch Elefanten. Bereits zuvor waren Steinwerkzeuge entdeckt worden, die auf komplexe Tätigkeiten hindeuteten.

    Besonders bemerkenswert sind jedoch die Holzfunde: bearbeitete Stücke aus Erle, Weide und Pappel. Mikroskopische Analysen zeigen klare Spuren menschlicher Bearbeitung, zum Beispiel Hackmarken, Schnitzspuren und Abnutzung. Zwei der Holzstücke konnten eindeutig als Werkzeuge identifiziert werden, etwa zum Graben im feuchten Boden oder zum Entfernen von Baumrinde.

     

    Warum solche Funde so selten sind

     

    Dass Holzwerkzeuge aus der Frühgeschichte kaum erhalten sind, liegt nicht daran, dass sie selten genutzt wurden. Holz überdauert nur unter sehr speziellen Bedingungen. Sauerstoffarme, feuchte Milieus, beispielsweise  Seeufer, Moore oder Sedimente; sie können Holz über extrem lange Zeiträume konservieren. Marathousa 1 bot genau diese außergewöhnlichen Erhaltungsbedingungen.

     

    Haltbarkeit ist kein Zufall

     

    Die Funde zeigen deutlich: Holz war kein beiläufiges Material. Es wurde gezielt ausgewählt, bearbeitet und genutzt. Haltbarkeit ist dabei keine Eigenschaft des Materials allein, sondern das Ergebnis aus Materialwahl, Nutzung und Umwelt.

    Was das für unser heutiges Verständnis von Holz bedeutet – und warum diese Erkenntnisse auch für aktuelle Debatten über langlebige, nachhaltige Materialien relevant sind, steht im ausführlichen Artikel.

     

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