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Biodiversität stärkt Wälder: Was Forschung und RESONATE-Projekt zeigen
Biodiversität im Wald unterstützt zentrale Ökosystem-Leistungen wie die Regulierung des Klimas. Sie fördert die Aufrechterhaltung von Nährstoffkreisläufen, kann die Holzproduktion verbessern – und kommt somit sowohl der Natur als auch dem Menschen zugute. Dies ist insbesondere in Zeiten des Klimawandels und zunehmender Störungen wichtig, die die Gesundheit und Widerstandskraft unserer Wälder gefährden.
Und es gibt Wechselwirkungen zwischen Störungen und biologischer Vielfalt: Ein arten- und strukturreicher Wald ist besser in der Lage, sich nach Stürmen, Bränden oder Dürren zu erholen. Gleichzeitig können Störungen sowohl negative als auch positive Effekte auf die Biodiversität haben – etwa durch Verluste von bestimmten Arten oder durch das Entstehen von Lebensräumen für andere Spezies, z. B. durch Totholz.
In dem von der EU geförderten RESONATE-Projekt wurde untersucht, wie Biodiversität – mit Fokus auf die Vielfalt an Baum- und Pflanzenarten – zur Stärkung und Anpassungsfähigkeit von Wäldern beitragen kann. Auf Basis dieser Forschung haben dann Wissenschaftler:innen aus ganz Europa Empfehlungen entwickelt, wie eine waldbauliche Ausrichtung auf höhere Baumartenvielfalt nicht nur die Resilienz des Waldes, sondern auch die Holzproduktion langfristig stärken kann.
Warum Biodiversität zählt – zentrale Ergebnisse von RESONATE
Die biologische Vielfalt spielt eine entscheidende Rolle für die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit unserer Wälder. RESONATE-Ergebnisse zeigen, dass Mischwälder mit einer Vielzahl an Baumarten und unterschiedlichen funktionalen Eigenschaften deutlich robuster gegenüber klimabedingten Störungen wie Stürmen, Insektenkalamitäten oder längeren Trockenphasen sind.
Durch die unterschiedlichen Reaktionen der einzelnen Arten auf äußere Einflüsse wird das Risiko großflächiger Schäden deutlich reduziert – ein zentraler Schlüssel zur Resilienz.
Darüber hinaus kann eine höhere Artenvielfalt die Produktivität von Wäldern steigern. Für die Forstwirtschaft bedeutet dies nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein wirtschaftliches Argument: Mischwälder sind nicht nur stabiler, sondern wachsen häufig auch besser. Biodiversität unterstützt dabei wichtige Ökosystemleistungen wie Wasserfilterung und Bodenschutz und ist damit für die langfristige Funktionsfähigkeit und Stabilität der Wälder unerlässlich.
Gleichzeitig hat biologische Vielfalt einen ideellen Wert, der über rein funktionale Aspekte hinausgeht. Der Verlust ist unwiderruflich – einmal verschwundene Arten können nicht ersetzt werden.
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Biologische Vielfalt im Klimawandel
Der Klimawandel stellt diese Vielfalt jedoch zunehmend auf die Probe. Natürliche Störungen wie Waldbrände oder Insektenkalamitäten nehmen zu, verändern die Struktur der Wälder und führen zu jüngeren Wäldern mit mehr Licht.
Auf Basis von heutigen Daten kann diese Verschiebung zu einem Anstieg der Artenzahl insgesamt führen, weil Insekten und Bodenpflanzen den größten Beitrag zur Gesamtdiversität in Wäldern leisten und positiv auf mehr Licht und Ressourcen reagieren. Gleichzeitig birgt sie jedoch ein Risiko für spezialisierte Arten, die auf alte, dichte Wälder angewiesen sind.
Die Veränderungen bieten aber auch Chancen für eine zukunftsfähige, resiliente Waldentwicklung: Sie eröffnen die Möglichkeit, klimatolerante und standortgerechte Baumarten gezielt zu fördern und damit die Biodiversität aktiv zu stärken.
Foto: Der Gelbbindige Schwarzkäfer lebt auf Baumpilzen und hilft, Holz zu zersetzen. Er ist ein unscheinbarer, aber wichtiger Motor für den Nährstoffkreislauf im Wald.
Empfehlungen für eine resiliente Waldwirtschaft: Vielfalt macht Wälder krisenfester
Eine Mischung verschiedener Baumarten – besonders von solchen mit unterschiedlichen Eigenschaften und verschiedenen Resistenzen und Reaktionen gegenüber Störungen – senkt das Risiko großflächiger Ausfälle bei Extremwetter oder Schädlingsbefall.
Resiliente Wälder zeichnen sich durch Vielfalt aus:
- Mischwälder statt Monokulturen: Besonders die Kombination von Laubbäumen mit Nadelbäumen schafft Stabilität.
- Strukturelle Vielfalt fördern: Mehrschichtige Wälder und Naturverjüngung erhöhen die Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit.
- Totholz sollte bewusst im Wald angereichert werden als Lebensraum für viele Arten – und Teil eines stabilen Ökosystems. Dies gilt auch für einzelne umgestürzte Bäume oder Stubben nach Störungen wie Windwurf oder Waldbränden.
- Wildbestände müssen aktiv reguliert werden, sowie Wildmanagement in die Waldbewirtschaftung integriert werden: Hohe Dichten von Schalenwild (Rehe, Hirsche) behindern die Verjüngung vieler Baumarten – insbesondere von Eichen, Tannen oder Ahorn.
- Unterstützung natürlicher Dynamiken: Mit Methoden wie kontrolliertem Brennen oder der Förderung von Naturverjüngung können natürliche Dynamiken unterstützt werden.
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