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Zirbe in Österreich: Die Königin der Alpen

  • Waldbesucher:innen

Was die Zirbe so besonders macht

 

Sie verströmt einen heimelnden Duft, im Herbst leuchten ihre goldenen Nadeln besonders und gesundheitsfördernde Eigenschaften schreibt man ihr auch noch zu: Die Zirbe ist ein Baum des Herzens. Und: Sie ist eine heimische Kiefernart und ein charakteristischer Baum der österreichischen Alpen. Zirben wachsen in extremen Höhenlagen, sie halten eisigen Temperaturen stand und können mehrere Jahrhunderte alt werden. Erkennen lässt sich eine Zirbe ganz leicht an ihren fünf Nadeln pro Büschel. Ganz spannend: Bei ihrer Vermehrung spielt der Tannenhäher eine entscheidende Rolle.

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Die Zirbe auf einen Blick

 

Botanischer Name: Pinus cembra
• Weitere Namen: Zirbelkiefer, Arve
• Familie: Kieferngewächse
• Verbreitung: vor allem Zentralalpen und Karpaten
• Wuchshöhe: bis etwa 25 Meter
• Alter: mehrere Hundert Jahre, in Ausnahmefällen deutlich älter
• Erkennungsmerkmal: fünf Nadeln pro Büschel
• Typischer Lebensraum: hoch gelegene Bergwälder
• Wichtiger Partner: Tannenhäher
• Verwendung des Holzes: Möbel, Innenausbau und Schnitzarbeiten

Was ist eine Zirbe?

 

Die Zirbe ist eine besonders widerstandsfähige Kiefernart des Alpenraums. In Österreich wächst sie vor allem in den hoch gelegenen Regionen Tirols, Osttirols, Salzburgs, Kärntens und der Steiermark. Ihr Holz ist wegen seines Duftes, seiner markanten Maserung und seiner guten Bearbeitbarkeit begehrt. Die Zirbe wird auch Zirbelkiefer genannt. In der Schweiz ist die Bezeichnung Arve gebräuchlich.

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Wo wächst die Zirbe in Österreich?

 

Zirben wachsen in Österreich vor allem in den Zentralalpen. Größere Bestände finden sich in Tirol – etwa im Ötztal und in Osttirol –, in den Hohen Tauern in Salzburg und Kärnten, in den Kärntner Nockbergen sowie in Teilen der Steiermark. Im Alpenraum wächst die Zirbe meist in Höhen zwischen etwa 1.300 und 2.500 Metern. Im inneren Ötztal kommt sie sogar noch auf über 2.300 Metern Seehöhe vor.

Ein besonders eindrucksvolles Vorkommen liegt im Defereggental in Osttirol: Der Oberhauser Zirbenwald erstreckt sich über mehr als 170 Hektar und gilt als größter zusammenhängender Zirbenbestand der Ostalpen.
Die Zirbe wächst in den höchsten Lagen des Bergwaldes, häufig gemeinsam mit der Lärche. Lange Winter, kurze Sommer, starke Winde und hohe Schneelasten prägen ihren Lebensraum. Selbst Temperaturen um minus 40 Grad Celsius kann sie überstehen.

Alte Zirben tragen die Spuren dieser Bedingungen deutlich sichtbar: Abgebrochene Wipfel, verdrehte Stämme und kräftige Seitenäste verleihen ihnen ihre oft knorrige Gestalt. An günstigen Standorten können Zirben etwa 25 Meter hoch werden. In besonders rauen Lagen bleiben sie deutlich kleiner.

Bild: Herbst im Osttiroler Zirbenwald

Wie alt kann eine Zirbe werden?

 

Zirben wachsen sehr langsam und können ein außergewöhnlich hohes Alter erreichen. Der Naturpark Ötztal nennt ein mögliches Höchstalter von bis zu 1.100 Jahren. Die Zirben im Obergurgler Zirbenwald sind etwa 300 bis 400 Jahre alt. Im Oberhauser Zirbenwald in Osttirol stehen sogar bis zu 600 Jahre alte Exemplare.

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Woran erkennt man eine Zirbe?

 

Das sicherste Erkennungsmerkmal der Zirbe sind ihre Nadeln: Sie stehen immer zu fünft in einem Büschel. Die weichen Nadeln werden ungefähr fünf bis acht Zentimeter lang und besitzen helle Streifen.
Auch die Zapfen sind auffällig: Jung sind sie häufig violett bis bläulich gefärbt, später werden sie braun. In ihnen befinden sich große Samen, die umgangssprachlich als Zirbelnüsse bezeichnet werden.

Wer bei einer Wanderung wissen möchte, ob tatsächlich eine Zirbe vor ihm steht, kann daher zuerst die Nadeln zählen: Fünf Nadeln pro Büschel sind ein eindeutiger Hinweis.

Warum ist der Tannenhäher für die Zirbe so wichtig?

 

Der Tannenhäher verbreitet die Samen der Zirbe und sorgt damit für die natürliche Verjüngung der Zirbenwälder. Die schweren Zirbensamen besitzen keine Flügel und können deshalb nicht vom Wind fortgetragen werden.
Der zur Familie der Rabenvögel gehörende Tannenhäher löst die Samen mit seinem kräftigen Schnabel aus den Zapfen. Anschließend transportiert er sie in seinem Kehlsack zu geeigneten Verstecken und legt dort Vorräte für den Winter an.

Einen großen Teil seiner Depots findet er selbst unter einer Schneedecke wieder. Einige Verstecke bleiben jedoch unentdeckt und aus diesen Samen können neue Zirben wachsen. Da der Tannenhäher häufig mehrere Samen an derselben Stelle vergräbt, stehen junge Zirben manchmal eng beisammen. Später können sie miteinander verwachsen und wie ein einziger mehrstämmiger Baum erscheinen.

Wer im Zirbenwald ein raues, schnarrendes „Trää-trää-trää“ hört, sollte deshalb nach dem gefiederten Gärtner des Waldes Ausschau halten.

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Was ist das Besondere an Zirbenholz?

 

Zirbenholz ist leicht, weich, gut zu bearbeiten und für seinen charakteristischen Duft bekannt. Typisch sind außerdem die zahlreichen fest verwachsenen Äste, die dem Holz sein lebhaftes Erscheinungsbild verleihen. Ein Kubikmeter vollständig getrocknetes Holz wiegt rund 400 Kilogramm. Beim Trocknen verändert es seine Form nur wenig. Da das Holz relativ weich ist, lässt es sich gut bearbeiten, bekommt aber auch leichter Dellen und Druckstellen.

 

Traditionell wurde Zirbenholz für getäfelte Bauernstuben, Truhen, Kästen und Schnitzarbeiten verwendet. Heute entstehen daraus unter anderem:

  • Betten und Schränke
  • Wand- und Deckenverkleidungen
  • Einbaumöbel
  • Schalen und andere Gebrauchsgegenstände
  • Schnitzarbeiten und Dekorationen

 

Seine Stärken spielt Zirbenholz vor allem dort aus, wo es sichtbar, spürbar und riechbar ist. Als übliches Konstruktionsholz für tragende Bauteile ist es hingegen weniger geeignet.

Verbessert Zirbenholz den Schlaf?

 

Wohltuender Duft im Schlafzimmer: Viele Menschen empfinden den warmen Duft von Zirbenholz als angenehm und beruhigend. So kann das Holz zu einer Atmosphäre beitragen, in der man sich wohlfühlt und gerne zur Ruhe kommt. Was sagt die Forschung?

Die bekannte Aussage von rund 3.500 eingesparten Herzschlägen pro Tag geht auf eine Untersuchung mit 15 gesunden Personen zurück. Dabei zeigten sich kleine Unterschiede bei der Herzfrequenz, aber keine eindeutige Verbesserung der von den Teilnehmenden selbst eingeschätzten Schlafqualität.

Die Ergebnisse liefern interessante Hinweise, reichen für eine allgemeine Aussage über die Wirkung von Zirbenholz jedoch noch nicht aus. Auch Medizin Transparent bewertet die Aussagekraft der Untersuchung als gering. Wer den Duft mag, kann Zirbenholz dennoch als wohltuenden Teil seiner Schlafumgebung genießen.

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Wirkt Zirbenholz gegen Bakterien?

 

Laborversuche weisen darauf hin, dass unbehandeltes Zirbenholz unter bestimmten Bedingungen das Überleben einzelner Bakterienarten beeinträchtigen kann. Die Ergebnisse lassen sich jedoch nicht ohne Weiteres auf Möbel, Wohnräume oder Gesundheitseinrichtungen übertragen.

Die beobachtete Wirkung hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Feuchtigkeit
  • Zustand und Alter des Holzes
  • Beschaffenheit der Oberfläche
  • untersuchte Bakterienart
  • Dauer und Bedingungen des Versuchs

 

Zu den Inhaltsstoffen des Zirbenholzes gehört Pinosylvin. Dieser Stoff zählt zu den sogenannten Stilbenen und nicht, wie häufig behauptet, zu den ätherischen Ölen. Für verschiedene Stilbene wurden im Labor antimikrobielle Eigenschaften beobachtet. Ein Zirbenzimmer wird dadurch jedoch nicht keimfrei. Zirbenholz kann notwendige Reinigungs- und Hygienemaßnahmen nicht ersetzen.

Hilft Zirbenholz gegen Kleidermotten?

 

Ein Laborversuch deutet darauf hin, dass Zirbenholz die Entwicklung von Kleidermottenlarven hemmen kann. Einen sicheren Schutz vor Motten bietet Zirbenholz jedoch nicht. In dem 15 Wochen dauernden Versuch wurde die Entwicklung von Kleidermottenlarven in Kästchen aus unterschiedlichen Materialien untersucht. Am Ende war die Zahl der Larven in den Zirbenholzkästchen gegenüber der Kunststoffkontrolle um 48 Prozent geringer. Auch die Fressaktivität war reduziert.

Das Ergebnis zeigt eine mögliche bioinhibitorische Wirkung unter den untersuchten Bedingungen. Es beweist aber nicht, dass Zirbenholz Motten vertreibt oder einen Kleiderschrank zuverlässig vor Befall schützt. Ob Zirbenholz auch Mücken, Fliegen oder Hausstaubmilben fernhält, wurde in dieser Untersuchung nicht geprüft.

Quelle: JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH, Institut für Nachhaltige Techniken und Systeme: Zirbenholz – Bioinhibitorische Wirkung. Untersuchung der Entwicklungsbiologie der Kleidermotte (Tineola bisselliella)

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Wo kann man Zirbenwälder in Österreich erleben?

 

Besonders eindrucksvolle Zirbenwälder befinden sich in Osttirol, im Raum Innsbruck und im Ötztal. Mehrere Themen- und Wanderwege machen den Lebensraum der Zirbe gut zugänglich.

Oberhauser Zirbenwald in Osttirol: Im hinteren Defereggental liegt der größte zusammenhängende Zirbenbestand der Ostalpen. Der Oberhauser Zirbenwald umfasst mehr als 170 Hektar. Über 100 Hektar davon sind als Naturwald ausgewiesen und streng geschützt.
Einige Zirben sind bis zu 600 Jahre alt. Besonders eindrucksvoll sind Bäume, die auf großen Felsblöcken wachsen und diese mit ihren Wurzeln umschließen. Ein rund drei Kilometer langer Rundweg führt durch den Wald. Der Nationalpark Hohe Tauern gibt dafür etwa eineinhalb Stunden Gehzeit an. Der Weg ist gewöhnlich von Juni bis September geöffnet. Aktuelle Informationen bietet der Nationalpark Hohe Tauern.

Zirbenweg oberhalb von Innsbruck: Der bekannte Zirbenweg führt auf rund 2.000 Metern Seehöhe von der Bergstation der Patscherkofelbahn in Richtung Tulfes. Die sieben Kilometer lange Wanderung verläuft durch einen jahrhundertealten Zirbenbestand und bietet weite Ausblicke über das Inntal bis zur Nordkette.
Die Route wird als leicht eingestuft. Die Gehzeit beträgt etwa zweieinhalb Stunden. Da für die Tour zwei Bergbahnen benötigt werden, sollten deren Betriebszeiten vorab geprüft werden. Aktuelle Angaben finden sich bei Innsbruck Tourismus.

Obergurgler Zirbenwald im Ötztal: Ein 4,4 Kilometer langer Erlebnisweg führt durch den rund 20 Hektar großen Obergurgler Zirbenwald. Einige Bäume sind weit über 300 Jahre alt. Seit 1963 ist der Bestand als Naturdenkmal ausgewiesen.
An 15 Stationen erfahren Besucherinnen und Besucher mehr über die Zirbe, den Tannenhäher, Flechten, Moore und das Leben im Hochgebirge. Weitere Informationen bietet der Naturpark Ötztal.
Vor jeder Wanderung sollten Wetter, Wegzustand, Zufahrt und Betriebszeiten der Bergbahnen überprüft werden.

Bild: Zirbenweg am Patscherkofel, Innsbruck

Darf man Zirbenzapfen im Wald sammeln?

 

Zirbenzapfen, Äste und Holz dürfen nicht ohne Zustimmung der Waldeigentümer:innen gesammelt werden. Bäume, Holz und andere Waldprodukte stehen grundsätzlich im Eigentum der jeweiligen Grundbesitzer.

In Natur- und Schutzgebieten können zusätzliche Bestimmungen gelten. Außerdem werden die Samen für die natürliche Verjüngung der Zirbe und als Nahrung für Tiere benötigt. Am besten betrachtet man die Zapfen dort, wo sie hingehören. Wer die fünf Nadeln eines Büschels zählt, den charakteristischen Duft wahrnimmt und vielleicht sogar einen Tannenhäher entdeckt, nimmt als Erinnerung sogar mehr aus dem Zirbenwald mit als ein abgebrochener Zweig bieten könnte.

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Häufig gestellte Fragen zur Zirbe

Ist die Zirbe eine Kiefer?

Ja. Die Zirbe ist eine Kiefernart aus der Familie der Kieferngewächse. Ihr botanischer Name lautet Pinus cembra.

Wie erkennt man eine Zirbe?

Eine Zirbe erkennt man am einfachsten an ihren Nadeln. Sie stehen immer zu fünft in einem Büschel.

Wo wächst die Zirbe?

Die Zirbe wächst vor allem in den hoch gelegenen Regionen der Zentralalpen. In Österreich kommt sie unter anderem in Tirol, Salzburg, Kärnten und der Steiermark vor.

Wie alt wird eine Zirbe?

Zirben können mehrere Hundert Jahre alt werden. Einzelne Bäume erreichen ein Alter von weit über 500 Jahren.

Warum duftet Zirbenholz?

Der typische Duft stammt von flüchtigen Inhaltsstoffen des Holzes, insbesondere verschiedenen Terpenen.

Ist die Wirkung von Zirbenholz wissenschaftlich bewiesen?

Einzelne Labor- und Schlafuntersuchungen liefern Hinweise auf bestimmte Effekte. Eine allgemeine gesundheitsfördernde oder schlaffördernde Wirkung ist bisher jedoch nicht ausreichend belegt.

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