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Am 17. Oktober ist Tag der Trittsteinbiotope. Was auf den ersten Blick wie ein unscheinbares Stück Wald aussieht, kann für die Artenvielfalt entscheidend sein. In Österreich verbinden bereits 466 solcher Flächen Lebensräume miteinander und es sollen mehr werden.
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Wenn Lebensräume zu Inseln werden
Ein Waldstück hier, ein anderes dort, dazwischen Straßen, Siedlungen oder Äcker. Für Menschen ist das kaum ein Hindernis. Für viele Tiere, Pflanzen und Pilze schon. Werden zusammenhängende Lebensräume zerschnitten, wird es für Arten schwieriger, sich auszubreiten, Nahrung zu finden oder neue Lebensräume zu besiedeln.
Genau hier setzen Trittsteinbiotope an. Das sind kleine, ökologisch wertvolle Flächen zwischen größeren Lebensräumen. Wie Trittsteine in einem Bach ermöglichen sie es Arten, sich Schritt für Schritt durch die Landschaft zu bewegen. Im Wald bestehen sie etwa aus alten Baumbeständen, totholzreichen Bereichen oder anderen strukturreichen Flächen. Sie bieten Rückzugsorte, Nahrung und Platz zur Fortpflanzung.
Ein Netzwerk für die Artenvielfalt
Besonders wichtig sind solche Verbindungen für Arten, die nur kurze Strecken überwinden können, etwa manche Insekten, Moose und Flechten. Trittsteinbiotope helfen, diese Abstände zu überbrücken. Sie erleichtern die Ausbreitung und den genetischen Austausch zwischen Populationen.
Der Klimawandel macht die Vernetzung noch wichtiger. Steigende Temperaturen und veränderte Niederschläge verschieben die Lebensbedingungen. Viele Arten werden künftig in anderen Regionen oder höheren Lagen bessere Bedingungen finden, vorausgesetzt, sie können diese Lebensräume überhaupt erreichen.
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466 Flächen in ganz Österreich
Der Tag der Trittsteinbiotope wurde 2022 vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) ins Leben gerufen. Seither ist das Netzwerk deutlich gewachsen. Laut BFW (Stand 6. Oktober 2026) haben 294 Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer insgesamt 466 Trittsteinbiotope mit rund 1.443 Hektar Fläche zur Verfügung gestellt.
Die Flächen liegen in allen neun Bundesländern. Die meisten befinden sich in Niederösterreich (144), in der Steiermark (116) und im Burgenland (90). Das Burgenland hat mit 404 Hektar die größte Gesamtfläche.
Die Teilnahme ist freiwillig. Waldbesitzende nehmen geeignete Flächen für zehn bis 20 Jahre aus der Nutzung und erhalten dafür eine einmalige finanzielle Entschädigung. In dieser Zeit können sich die Flächen weitgehend ungestört entwickeln. Gleichzeitig werden sie wissenschaftlich untersucht.
Warum alte Bäume so wertvoll sind
Wie viel dabei entsteht, zeigt eine Studie, die das BFW im Juli 2026 veröffentlicht hat. Forschende untersuchten in Trittsteinbiotopen, die seit mehreren Jahren nicht mehr bewirtschaftet werden, 17.716 lebende Bäume auf 872 Probeflächen.
Etwa ein Drittel der Bäume hatte mindestens ein sogenanntes Mikrohabitat, mehr als 13 Prozent sogar mehrere. Das liegt über den Werten, die aus vielen europäischen Wäldern bekannt sind. Mikrohabitate sind kleine Lebensräume direkt am Baum, zum Beispiel Höhlen, abgestorbene Äste in der Krone oder Bewuchs mit Moosen und Flechten. Spechte brüten in Baumhöhlen, Fledermäuse finden dort Quartier, und viele Insekten sind auf Totholz angewiesen.
Am häufigsten tragen große und ältere Bäume solche Strukturen. Der Stammdurchmesser war der wichtigste Einflussfaktor. Besonders wertvolle Strukturen wie große Spechthöhlen brauchen Zeit, denn die Bäume müssen dafür ein entsprechendes Alter erreichen. Naturschutz im Wald braucht deshalb Kontinuität.
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Naturschutz gemeinsam mit Waldbesitzer:innen
Das österreichische Programm setzt auf Zusammenarbeit zwischen Forschung und Waldbesitzenden. Die Projekte ConnectForBio und ConnectPLUS verbanden die freiwillige Außernutzungstellung mit wissenschaftlicher Begleitung. BIOSA – Biosphäre Austria unterstützt das BFW dabei. Ausgewählte, ökologisch besonders geeignete Flächen sollen gezielt erhalten und miteinander vernetzt werden. So ergänzen sich bewirtschaftete Wälder und ungenutzte Rückzugsräume.
Neue Flächen gesucht
Das Netzwerk wächst weiter: Mit dem neuen BFW-Projekt „ConnectHabitat“, gefördert vom Waldfonds, sollen weitere 220 Hektar Trittsteinbiotope entstehen. Gesucht werden Flächen zwischen 0,5 und 25 Hektar, die für 20 Jahre aus der Nutzung genommen werden.
Du besitzt Wald und möchtest mitmachen? Interessierte melden sich bei Martin Steinkellner (BFW): martin.steinkellner@bfw.gv.at
Der Tag der Trittsteinbiotope erinnert daran: Nicht nur große Schutzgebiete zählen. Auch kleine Waldflächen können viel bewirken, besonders dann, wenn sie gemeinsam ein Netzwerk bilden.
Weitere Informationen: www.trittsteinbiotope.at
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